Montag, 22. Juni 2009

Maulkorbpflicht für alle Hunde ab 20kg? Bitte protestiert mit!

Die bestehende Hundeverordnung ist ja schon umstritten - oder, um unsere persönliche Meinung dazu ganz klar zu machen - in dieser Form völlig unsinnig und wirkungslos. Wir haben hier noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir der Meinung sind, man muss in erster Linie beim Hundehalter ansetzen. Und dann ggf. auch mal eher ein Hunde- bzw. Tierhaltungsverbot auszusprechen, anstatt alle Hunde friedlichen Hunde von verantwortungsbewussten Haltern pauschal an die Kette zu legen und so eine gefährliche Scheinsicherheit zu schaffen.

Leider scheinen unsere Politiker jedoch nicht so weit zu denken. Und leider scheinen sie - statt aus ihren Fehlern zu lernen - weiterhin auf blinden Aktionismus zu setzen: Weil 2 Rottweiler einer 18-fach vorbestraften(!) Drogendealerin eine Mutter mit zwei Kindern angegriffen haben, erwägt man nun, eine generelle Maulkorbpflicht für alle Hunde über 20kg Körpergewicht zu erlassen. Dass damit nur einmal mehr die friedlichen Hunde und die verantwortungsbewussten Hundebesitzer bestraft werden, während sich 18-fach vorbestrafte Drogendealer vermutlich auch um dieses Gesetz wenig scheren werden, scheint den Politikern dabei noch nicht in den Sinn gekommen zu sein, bzw. nicht einzuleuchten. Am 02. August 2009 findet deswegen eine Demonstration in Hannover statt.


Schriftlich via Internet kann man aber schon jetzt im Protestbuch des Vereins Hunde-Lobby e.V. protestieren. Und wir möchten euch bitten, das auch ganz zahlreich zu tun. Bitte tragt euch in das Protestbuch ein und bleibt in euren Ausführungen schön sachlich, damit den Verantwortlichen möglichst viele der Protestschreiben vorgelegt werden können.

Wer 18-fach vorbestraft ist, mit Drogen dealt, und es nicht für nötig hält die Hunde anzuleinen, wenn ihm Kinder entgegenkommen, der hätte sich wohl auch nicht an eine Maulkorbpflicht gehalten. Das heißt, selbst wenn es eine solche generelle Maulkorbpflicht gäbe, wäre dieser schreckliche Vorfall nicht verhindert worden. Auch wir sind der Meinung, dass man wirklich alles dafür tun muss, um solche schrecklichen Vorfälle zu vermeiden. Und genau darum halten wir die Maulkorbpflicht für alle Hunde über 20 kg Körpergewicht für absolut falsch und unsinnig. Es muss mehr Augenmerk auf die Hundehalter gelegt werden - und im Zweifelsfall auch eher mal ein Haltungsverbot ausgesprochen werden. Nur so lassen sich solche Unfälle vermeiden. Alles andere ist populistische Augenwischerei, die niemandem hilft - außer vielleicht den Politikern auf der verzweifelten Jagd nach Wählersitimmen. Allerdings sollten diese die Intelligenz ihrer Wähler nicht unterschätzen. Denn wer auch nur ein bisschen nachdenkt und einen Funken Verstand hat, dem fällt schnell auf, wie unsinnig diese fixe Idee ist!

Weitere Infos dazu auf: www.petwatch.at
www.hunde-lobby.de & www.tierische-engel.de

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

PS: Und bitte verbreitet auch den Link zu unserem Appell an alle Eltern, denn auch Eltern können - und müssen - dazu beitragen, Unfälle zu verhindern!

Kommentare:

  1. Na man sieht ja schon allein bei der Internet-Zensur wie dumm die Politiker sind ;-)

    Hm. Aber das mit den 20 kg versteh ich so ganz und gar nicht.
    Viele als "gefährlich" eingestufte Hunderassen wiegen teilweise auch unter 20 kg.
    Mein Staff-Mix wiegt auch nur 19 Kilo. Trotzdem weiß ich, dass er in manchen Situationen doch etwas aggressiver reagiert, als mir lieb ist.

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  2. @wazi: Danke für deinen Kommentar. Dein Beispiel macht einmal mehr deutlich, wie unsinnig und paradox diese Idee wirklich ist.

    Ich habe mittlerweile wirklich das Gefühl, da wird überhaupt nicht nachgedacht. Hauptsache ganz schnell einen (möglichst Publikumswirksamen) Gesetzentwurf in die Luft schleudern und sich dann damit brüsten: "wir tun was"?

    Jeder, der auch nur ein bisschen logisch nachdenkt, erkennt doch hier auf einen Blick, dass ein solches Gesetz keinen einzigen Biss verhindern würde. Es wäre nur ein Schlag ins Gesicht für die Hundehalter, die sich verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll verhalten - und eine Strafe für deren Hunde.

    Auch ist mir immer wieder unbegreiflich: Wenn ein von mehreren Gutachtern als äußerst gefährlich eingestufter Gewaltverbrecher (der schon mehrfach rückfällig wurde!) auf freien Fuß gesetzt wird, sieht sich die Politik außer Stande eine Sicherheitsverwahrung durchzusetzen. Da hält man es bei NACHWEISLICH hochgradig gefährlichen Straftätern nicht für nötig, die Kinder und Bevölkerung vor ihnen zu schützen. (Fälle dieser Art haben ja in der letzten Zeit immer wieder Schlagzeilen gemacht, aber die Dunkelziffer ist dabei noch weitaus höher.)

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  3. Die traurige Wahrheit ist nunmal, dass die Politiker nicht mehr wirklich intelligent agieren bzw. reagieren.

    Immer nur huschhusch-Aktionen. Gerade in Deutschland könnte das aber fatal sein, denn da beginnt ja der Wahlkampf in Kürze...

    Aber bei uns in Österreich ist es zum Glück noch nicht ganz so schlimm.
    Bei uns herrscht, glaube ich, im Moment Leinen- oder Maulkorbzwang.

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  4. Ist ja wirklich nicht sehr klug. Meine Großtante hatte einen bissigen Dackel, er mochte keine Kinder weil er keine kannte, sie waren ihm zu laut und quirlig und er hatte Angst. Mein Schäferhund-Labrador-Mix, ein Riesentier hingegen liebt Kinder über alles und spielt sich als großer Babysitter und Hüter auf und ich habe kein Problem, ihn mit meinem Enkel spielen zu lassen. Beim Spaziergang schaut er immer, daß sein Rudel zusammen bleibt, wenn einer sich absondert oder zurückbleibt wird er ganz unruhig.
    Kritisch wäre nur, wenn jemand den Kleinen angreifen würde, und das tun nur Menschen.

    Traurig ist, wie weit Menschen aus der Stadt von der Natur entfernt sind. Ich habe als Kind von meinem Vater gelernt, nie vor einem fremden Hund wegzulaufen (Hetztrieb auslösen) und ihn nicht herauszufordern durch drohende Gebärden oder Starren sondern still zu stehen und nach dem Besitzer zu rufen. Aber das lernen Kinder heute nicht mehr und meist haben die Eltern selbst Angst, was durch die Sensationspresse eher unterstützt wird anstatt durch Aufklärung, wie es in der Schule bei der Sexualkunde z.B. Pflicht ist, dazu beizutragen, die kleinen Menschen auf ein Leben in Freiheit und Einklang mit der Natur vorzubereiten. Und dazu gehört mehr als ein Hamster oder Meerschweinchen.

    Und was ist mit Katzen, mit ihren messerscharfen Krallen haben sie schon manches Kind sehr gekratzt. Sollen dann auch sie "entwaffnet" werden?

    Es sind immer die Menschen, bei denen man ansetzen muß. Warum überhaupt müssen Drogendealer und andere Kriminelle Hunde haben,
    doch nur zum Schutz vor ihresgleichen. Daß diese Hunde dann nicht friedlich und sanftmütig sein können versteht sich doch von selbst.
    Und um ihn so scharf zu machen hat wurde sicher gegen manche (Tierschutz)-Gesetz verstoßen. Wenn hier schon Leute aufmerksam gewesen wären und die Frau gemeldet hätte, denn sicher war bekannt daß sie ihren Hund schlägt, dann hätte er ihr schon vor diesem Zwischenfall weggenommen werden können und in verantwortungsbewußte Hände übergeben.
    Kein Hund ist freiwillig böse. Er ist nur in schlechter Gesellschaft. Und da gehört er weg.
    LG
    Susanne

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