Sonntag, 28. Juni 2009

Dortmunder Appell: Für eine Wende in der Hundezucht, für das Wohl und die Gesundheit unserer Hunde

Über das Thema Qualzuchten und zuchtbedingte Gesundheitsprobleme bei Hunden hatten wir ja hier schon mehrfach berichtet. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Gesundheit der Hunde ein erklärtes Zuchtziel von höchster Priorität ist, doch leider sieht die Realität ganz anders aus. Der Dortmunder Appell, ins Leben gerufen von der Initiative Petwatch, appelliert an die Verantwortlichen in den Zuchtvereinen und -verbänden, an die Züchter wie auch an die Hundehalter und Behörden, sich für eine nachhaltige Wende in der Zucht zugunsten des Wohles und der Gesundheit unserer Hunde einzusetzen. Und jeder Hundefreund, der den Dortmunder Appell unterzeichnet, kann dazu beitragen, dass eines Tages endlich Wirklichkeit wird, was eigentlich selbstverständlich sein sollte:

  • Laufen, Atmen, Sehen
    Mit diesen 3 Verben formuliert der größte Hundeverband der Welt, der britische "The Kennel Club", seine Wende hin zu einer auf die Gesundheit der Hunde bedachten Zucht. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass elementare Funktionen des Lebens respektiert und gehütet werden. Gerade von den Züchtern unserer Hunde sollte erwartet werden, dass ohne Kompromiss die Gesundheit der Hunde respektiert und an die erste Stelle züchterischer Bemühungen gesetzt wird.
  • Keine Zucht nach Moden
    Mit der Rassehundezucht haben sich bereits Standards etabliert, die als Grundlage anzusehen sind. Dennoch ist eine nicht vertretbare Entwicklung vorangeschritten, die durch hier angeführte Maßnahmen zu gesunden Hunden geführt werden soll. Das Exterieur der Hunde darf in keiner Weise das Atmen, Sehen, Laufen oder irgendein anderes natürliches Bedürfnis der Hunde beeinträchtigen. Es dürfen keine Beeinträchtigungen oder besondere Risiken hinsichtlich Gesundheit, insbesondere auch nicht Erbkrankheiten, oder hinsichtlich des Wohles der Hunde durch die besondere Betonung bestimmter Merkmale begünstigt werden. In diesem Sinne sind sämtliche Rassestandards zu überprüfen. Das Wohl und die Gesundheit der Hunde muss uneingeschränkt an erster Stelle stehen.
  • Nein zu Inzucht
    Das Problem der Inzucht, Engzucht oder Linienzucht wird sehenden Auges in weiten Teilen der Rassehundezucht ignoriert oder verniedlicht. Dabei ist die Gefährlichkeit von Inzucht für das Risiko von Erbkrankheiten, für die Widerstandskraft, Vitalität und Lebenserwartung aller Säugetiere wissenschaftlich eindeutig geklärt. Inzucht ist als Tierquälerei anzusehen, die auf Dauer ganze Populationen erfasst. Für alle Rassen müssen Regeln aufgestellt werden, die in Zukunft genetische Vielfalt fördern und sichern. Hierzu ist eine Gendatenbank einzurichten. Deckrüden muss eine Beschränkung auferlegt werden. Künstliche genetische Schranken etwa wegen der Vereinszugehörigkeit oder Fellfarben sind abzubauen.
  • Für eine Neuausrichtung des Ausstellungswesens
    Prämierungen dürfen nicht mehr nur oder vorrangig nach dem äußeren Erscheinungsbild vorgenommen werden. Kosmetische Manipulationen an den Hunden sind abzulehnen. Im Mittelpunkt der Prämierungen müssen das Wesen, die Gesundheit und die genetischen Vorzüge für die Population stehen, die es nachzuweisen gilt. Entsprechend sind Charakter und Ablauf von Ausstellungen zu ändern, sind die Richter auszubilden, anzuweisen und auszuwählen.
  • Der Tierschutz als aktives Recht auch in der Zucht
    Das deutsche Tierschutzgesetz besagt zwar, dass keinem Tier Schmerz oder Leid zugefügt werden darf, aber die Realität der Hundezucht scheint dieses Gesetz zuweilen außer Kraft zu setzen. Es gibt Rassen, die sich fast nur noch per Kaiserschnitt oder andere Hilfen des Menschen reproduzieren können. Die gezielte Zucht mit Erbkrankheiten, Übertreibungen einzelner Merkmale wie Fell, Farben, Falten, Ohren, abfallende Rücken, Winkelungen der Hinterhand, extremer Zwergen- wie Riesenwuchs etc. führen zu enormem Leid bei den Hunden, ohne dass das Tierschutzrecht praktisch greift. Auch massive Schädigungen in der Sozialisation der Welpen etwa durch Hundehandel werden vom heutigen Recht nicht erfasst. Wir brauchen ein Tierschutzrecht, dass auch in der Praxis wirkt.
  • Hunde befähigen, ihre Aufgaben zu meistern
    Die Ansprüche des Menschen an unsere Hunde sind in der heutigen Zeit sehr hoch gesteckt. Es bedarf eines neutralen Wesens des Hundes. Der Hund darf keine Eigeninitiative in Richtung Aggressionen gegen Menschen und/oder Artgenossen zeigen. Der Welpe soll bereits beim Züchter mit möglichst vielen Umweltreizen konfrontiert werden, um einen neutralen und wesensfesten Hund zu erhalten. Übermäßige Unsicherheit/Ängstlichkeit, vor allem auch bei Hündinnen durch Prägung auf die Welpen soll nicht toleriert werden. Der Mensch muss umfassend dafür Sorge tragen, dass die Welpen eine möglichst gute Sozialisation zur Befähigung ihrer anspruchsvollen Aufgaben erhalten.
  • Für eine neue Ethik der Zucht
    Wir brauchen eine neue Ethik der Zucht, die konsequent an dem Wohl und der Gesundheit der Hunde orientiert ist und sie für ihr Leben in unserer Gesellschaft rüstet. Für die Zucht von Rassehunden bedarf es des Nachweises der Fachkunde, der Einhaltung verbindlicher und transparenter Regeln sowie der Zulassung unabhängiger Kontrollen hierüber. Auf dieser Basis bedarf es einer staatlichen Zulassung zur Zucht und Veräußerung von Hunden. Züchterische Maßnahmen zulasten der Gesundheit der Hunde sind zu sanktionieren. Wir brauchen ein unabhängiges Qualitätsmanagement der Zucht. Die Zucht unseres "besten Freundes" sollte uns mehr Fürsorge wert sein.
Dortmund im Juni 2009

Bitte, liebe Hundefreunde, unterzeichnet die Petition zum Dortmunder Appell! Wer mehr tun möchte als das, kann sich den Dortmunder Appell hier ausdrucken und mit der beigefügten Unterschriftenliste im Freundeskreis / Bekanntenkreis oder Hundeverein usw. Unterschriften sammeln. Je mehr Unterschriften zusammenkommen, desto größer ist die Chance, ein Umdenken in der Hundezucht zum Wohle und zur Gesundheit der Hunde bewirken zu können. Bitte macht mit!

Zu den Erstunterstützern des Dortmunder Appells gehören unter anderem auch Tierärzte, Biologen, ein Spezialist für Qualzuchtgutachten, ein Tierarzt und Professor i.R.; ehem. Direktor des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der TiHo Hannover, Undine Kurth, MdB, Sprecherin für Tierschutz und Parlamentarische Geschäftsführerin Bündnis90/Grüne im deutschen Bundestag, Dr. Hans Mosser, der Herausgeber Hundemagazins "WUFF" und viele weitere höchst kompetente Fachleute. Die vollständige Liste der Erstunterstützer könnt ihr auf der Infoseite zum Dortmunder Appell einsehen. Dort erfahrt ihr auch was ihr sonst noch tun könnt, um das Projekt zu unterstützen.

Vielen Dank, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

Mittwoch, 24. Juni 2009

Tierisches Gezwitscher auf Twitter

Bloggen ist ein schönes Hobby, aber immer bleibt eben nicht die Zeit, einen ganzen Blogartikel zu verfassen. Schließlich muss man seinen Zweibeiner ab und zu auch mal arbeiten lassen, damit er genug Futtergeld nach Hause bringt, und als Hund hat man selbst ja auch einiges zu tun - Gassigehen, schwimmen gehen, sich den Bauch kraulen lassen, große Futtervorräte klein machen, seine Zweibeiner bespaßen ... liebe Hundekollegen, ihr wisst schon, was mich meine. Manchmal fehlt einfach die Zeit zum Bloggen. Da ist es praktisch, dass es Twitter gibt, denn das ist eine Art unkompliziertes "Micro-Blogging", bei dem die Einträge auf 140 Zeichen begrenzt sind. Genau das Richtige also, um zwischendurch mal schnell zu sehen was in der Hunde- & Tierwelt so los ist, selbst eine kurze Nachricht bzw. einen interessanten Link zu posten, oder sich mal schnell mit anderen Tierfreunden auszutauschen. Von twitternden Hunden und Katzen, über Prominente wie Harald Schmidt, Peter Maffay und vielen anderen bis hin zum Dalai Lama tummelt sich wirklich fast alles auf Twitter. Wir haben Twitter auch getestet und für gut befunden. Wer unseren tierischen Tweets folgen möchte, findet uns bei Twitter unter: http://twitter.com/LA_Ddorf

Wir freuen uns auf euch! Bis bald euer Alex (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Alex' DogBlog bleibt natürlich auch weiterhin bestehen, denn manche Dinge muss man eben auch ausführlicher beschreiben. Aber für die schnellen Hundenews und Infos zwischendurch ist Twitter ideal! Wie Twitter funktioniert wird hier und hier erklärt.

Montag, 22. Juni 2009

Maulkorbpflicht für alle Hunde ab 20kg? Bitte protestiert mit!

Die bestehende Hundeverordnung ist ja schon umstritten - oder, um unsere persönliche Meinung dazu ganz klar zu machen - in dieser Form völlig unsinnig und wirkungslos. Wir haben hier noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir der Meinung sind, man muss in erster Linie beim Hundehalter ansetzen. Und dann ggf. auch mal eher ein Hunde- bzw. Tierhaltungsverbot auszusprechen, anstatt alle Hunde friedlichen Hunde von verantwortungsbewussten Haltern pauschal an die Kette zu legen und so eine gefährliche Scheinsicherheit zu schaffen.

Leider scheinen unsere Politiker jedoch nicht so weit zu denken. Und leider scheinen sie - statt aus ihren Fehlern zu lernen - weiterhin auf blinden Aktionismus zu setzen: Weil 2 Rottweiler einer 18-fach vorbestraften(!) Drogendealerin eine Mutter mit zwei Kindern angegriffen haben, erwägt man nun, eine generelle Maulkorbpflicht für alle Hunde über 20kg Körpergewicht zu erlassen. Dass damit nur einmal mehr die friedlichen Hunde und die verantwortungsbewussten Hundebesitzer bestraft werden, während sich 18-fach vorbestrafte Drogendealer vermutlich auch um dieses Gesetz wenig scheren werden, scheint den Politikern dabei noch nicht in den Sinn gekommen zu sein, bzw. nicht einzuleuchten. Am 02. August 2009 findet deswegen eine Demonstration in Hannover statt.


Schriftlich via Internet kann man aber schon jetzt im Protestbuch des Vereins Hunde-Lobby e.V. protestieren. Und wir möchten euch bitten, das auch ganz zahlreich zu tun. Bitte tragt euch in das Protestbuch ein und bleibt in euren Ausführungen schön sachlich, damit den Verantwortlichen möglichst viele der Protestschreiben vorgelegt werden können.

Wer 18-fach vorbestraft ist, mit Drogen dealt, und es nicht für nötig hält die Hunde anzuleinen, wenn ihm Kinder entgegenkommen, der hätte sich wohl auch nicht an eine Maulkorbpflicht gehalten. Das heißt, selbst wenn es eine solche generelle Maulkorbpflicht gäbe, wäre dieser schreckliche Vorfall nicht verhindert worden. Auch wir sind der Meinung, dass man wirklich alles dafür tun muss, um solche schrecklichen Vorfälle zu vermeiden. Und genau darum halten wir die Maulkorbpflicht für alle Hunde über 20 kg Körpergewicht für absolut falsch und unsinnig. Es muss mehr Augenmerk auf die Hundehalter gelegt werden - und im Zweifelsfall auch eher mal ein Haltungsverbot ausgesprochen werden. Nur so lassen sich solche Unfälle vermeiden. Alles andere ist populistische Augenwischerei, die niemandem hilft - außer vielleicht den Politikern auf der verzweifelten Jagd nach Wählersitimmen. Allerdings sollten diese die Intelligenz ihrer Wähler nicht unterschätzen. Denn wer auch nur ein bisschen nachdenkt und einen Funken Verstand hat, dem fällt schnell auf, wie unsinnig diese fixe Idee ist!

Weitere Infos dazu auf: www.petwatch.at
www.hunde-lobby.de & www.tierische-engel.de

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

PS: Und bitte verbreitet auch den Link zu unserem Appell an alle Eltern, denn auch Eltern können - und müssen - dazu beitragen, Unfälle zu verhindern!

Hundezucht / Qualzuchten - es muss sich dringend etwas ändern!

Mensch, was tust du deinen Hunden an? Die Frage muss man sich stellen, wenn man das folgende Video sieht, in dem die Folgen der "Modezüchtungen" am Beispiel der Cavalier King Charles Spaniel und einigen anderen Rassen deutlich gemacht werden. Das Video ist in Englisch, und es ist auch ganz sicher nicht schön anzusehen. Dennoch lihnt es sich auf jeden Fall das Video bis zum Schluss anzusehen, weil anhand von Vergleichsfotos und Aminationen verdeutlicht wird, wie die "Modetrends" verschiedene Rassen verändert haben.




Die Initiative Petwatch will sich für ein Umdenken in der Hundezucht einsetzen und plant groß angelegte Unterschriftensammlungen. Wir werden euch hier auf dem Laufenden halten.

Traurige Grüße, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

Nachtrag 28. Juni 09: Es ist soweit - der "Dortmunder Appell" steht! Er richtet sich an Zuchtverbände, Zuchtvereine und Hundezüchter und fordert eine Wende in der Hundezucht zum Wohle und zur Gesundheit unserer Hunde. Bitte unterstütze auch DU den Dortmunder Appell mit deiner Unterschrift! Mehr zum Dortmunder Appell hier
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Mittwoch, 17. Juni 2009

Hunde und Kinder – ein Appell an alle Eltern

Liebe Hundefreunde, liebe Eltern, heute schreibe ich nicht selbst, sondern lasse mein Frauchen mal erzählen. Es ist ihr nämlich ein dringendes Bedürfnis mal einen Appell an ihre Artgenossen zu richten – so von Mensch zu Mensch:

Was ich jetzt schildere mag unglaublich klingen, aber weil ich "Begegnungen dieser Art" in hier im Park schon erschreckend häufig hatte, nehme ich mir nun die Zeit mal einen Artikel zu schreiben und schildere einen kürzlich erlebten Vorfall: Ich gehe mit meinem Hund spazieren, auf einem Parallelweg geht eine Familie mit Kindern. Mein Hund ist kinderlieb, aber ich leine ihn natürlich sofort an – schließlich weiß nicht nur mein Hund, sondern auch ich was sich gehört. Die Wege münden schließlich ineinander, die Familie ist jetzt einige Meter hinter mir. Eines der Kinder, ein ca. 6-7-Jähriger Junge kommt plötzlich von hinten (schreiend) auf meinen angeleinten und bei Fuß gehenden Hund zugerannt, bremst erst ab, als er direkt am Hund steht. Nun ist mein Hund glücklicherweise an Kinder gewöhnt und äußerst nervenstark – "Schuss- & Wasserfest", wie ich zu scherzen pflege. Jeder andere Hund hätte sich wahrscheinlich schon von sehr der merkwürdigen Attacke des fremden Jungen bedroht gefühlt. Ich wundere mich, dass die Eltern die Szene beobachtet haben, haber keinerlei Anstalten machen dem Kind zu erklären, dass sein Verhalten gefährlich sein kann. (Schließlich kennen die Leute meinen Hund nicht, und konnten vorher nicht wissen, ob er nervenstark genug ist solche Angriffe so lässig hinzunehmen.)

Das Kind läuft wieder zu den Eltern zurück - allerdings nur, um Anlauf für die nächste Attacke zu nehmen. Das Ganze wiederholt sich 4 mal, die Eltern sehen zu, ohne ein Wort zu sagen. Ich beschließe, beim nächsten Angriff des Jungen die Initiative zu ergreifen. Wenn es die Eltern schon nicht für nötig halten ihrem Kind zu erklären, dass man sich fremden Tieren nicht in dieser Form nähern darf, will ich es wenigstens tun. Das Kind kann ja schließlich nichts dafür und meinem Hund - nervenstark hin oder her - möchte ich weitere Angriffe nun auch nicht länger zumuten.

Leider fällt die nächste Attacke des Jungen noch heftiger aus – denn jetzt bremst er gar nicht mehr ab, sondern springt meinem armen Hund ungebremst von hinten direkt auf den Rücken. (Ein dreifach Hoch auf Alex‘ grenzenlose Kinderliebe und unendliche Güte im Umgang mit Kindern!) Ich kniee mich also zu dem Kind nieder und erkläre ihm freundlich aber bestimmt, wie gefährlich diese Aktion war, und dass ihn manch anderer Hund dafür wahrscheinlich jetzt gebissen hätte. Ich erkläre dem Kind, dass es dem Hund weh tut, wenn man ihm so in den Rücken springt, und dass es eben auch Hunde gibt, die nicht an Kinder gewöhnt sind, eventuell Schmerzen haben, oder sogar von Menschen schlecht behandelt wurden - und sich dann bedroht fühlen, wenn plötzlich ein wildfremdes Kind angerannt kommt und schreiend auf sie drauf springt. Siehe da, das Kind hört meinen Erklärungen aufmerksam und sehr interessiert zu. Inzwischen sind aber auch die Eltern herangekommen. „Geben Sie sich keine Mühe, das macht der immer, wenn er einen Hund sieht“, teilt mir die Mutter des Jungen lapidar im Vorbeigehen mit, nimmt ihr Kind an die Hand und zerrt es dann ohne Worte weiter. Ich bleibe fassungslos zurück.

Dies ist leider kein Scherz und auch leider kein Einzelfall! Ich habe es schon mehrfach erlebt, dass Kinder auf den angeleinten und bei Fuß gehenden Hund zu gerannt kommen, um ihm entweder begeistert um den Hals zu fallen, oder sich auf seinen Rücken zu werfen. Beides ist für den Hund nicht besonders angenehm und kann bei manchen Hunden zu einer Abwehrreaktion führen. Und in den allermeisten Fällen gingen die Eltern einfach völlig unbeteiligt weiter! (In einem Fall kam ein Mutter völlig hysterisch schreiend angelaufen, um ihr Kind vom Hund wegzureißen, aber auch das ist nun nicht gerade das geschickteste Verhalten.) Darum möchte ich nun mal einen eindringlichen Appell an alle Eltern richten:

Liebe Eltern! Nicht nur die Hundebesitzer, auch ihr als Eltern seid gefordert, Verantwortung zu übernehmen, damit nichts passiert! Hunde sind nun einmal – genau wie Autos, Fahrräder und Menschen – ein Teil des öffentlichen Lebens. Und genau so, wie es eine elterliche Pflicht ist, dem Kind beizubringen, dass es nicht auf einer Autobahn spielen darf und bei Rot an der Ampel stehen bleiben muss, muss man Kindern auch erklären, dass sie von fremden Tieren gegenüber – seien es Hunde, Pferde oder sonstige Tiere – respektvoll und ruhig verhält, sie vor allem aber nicht bedrängt.

Es kann doch nicht so schwer sein seinen Kindern zu erklären, dass sich fremde Hunde bedrängt fühlen, und aus Angst auch mal zuschnappen könnten, wenn ein fremdes Kind auf sie zurennt und sie anspringt. Ich habe das schon vielen Kindern erklärt. Sie haben mir immer gebannt zugehört und es auch sofort begriffen. Und ich finde es absolut unverantwortlich, wenn Eltern schlicht zu faul sind, ihren Kindern solche einfachen Verhaltensregeln zu erklären!

Wer seinem Kind niemals beibringt, dass es stehen bleiben muss, wenn die Ampel auf Rot steht, der darf auch nicht den Autofahrer allein verantwortlich machen, wenn das Kind überfahren wird. Und wer Vorschnell urteilt, wenn in den Zeitungen wieder reißerisch über eine ‚Beißattacke‘ berichtet wird, der sollte sich lieber selbstkritisch fragen, ob er sein Kind eigentlich gut genug darüber aufgeklärt hat, dass man fremde Tiere nicht einfach anfassen oder bedrängen darf – und es ggf. ganz schnell nachholen! Denn nur wenn Hundehalter UND Eltern sich verantworungsbewusst verhalten, können "Beißvorfälle" sicher vermieden werden.

Viele Grüße vom Alex und seinem Frauchen!

PS: Es soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass wir auch schon sehr viele sehr positve Begegnungen hatten, in denen sich die Eltern absolut vorbildlich verhielten, ihre Kinder daran erinnert haben, dass man immer fragen muss, ob man den Hund anfassen darf usw. Solche netten Begegnungen freuen Hund, Kind und Hundebesitzer gleichermaßen.
Allerdings häufen sich solche seltsamen Vorfälle wie oben beschrieben, leider seit wir in Düsseldorf wohnen. Als ich noch auf dem Land wohnte, ist mir so etwas noch nie passiert. Ich kann allerdings nicht sagen, ob "Stadtkinder" allgemein unbeholfener im Umgang mit Tieren sind, oder ob es evtl. an der Hundevorordnung liegt. Ich vermute, die Hundeverordnung schürt bei einigen Menschen den Irrglauben, dass alle Hunde, die nicht als "gefährlich" eingestuft wurden, nun Stofftieren gleichzusetzen und zum "hemmungslosen draufrumspringen" freigegeben sind. Ich habe den Eindruck, seit Inkrafttreten des Hundegesetzes fühlen sich einige Eltern überhaupt nicht mehr verantwortlich ihren Kindern das richtige Verhalten bei Hundebegegnungen Nahe zu bringen. Das kann jedoch fatale Folgen haben. Einige Tipps , wie man Kindern den richtigen Umgang mit dem Hund vermittelt gibt es hier.

Samstag, 6. Juni 2009

Veranstaltungstipps für Hundefreunde

Pfoten im Fokus - Das Charity Event zugunsten bedürftiger Hunde

Am 13. Juni 2009 findet ein Event statt, das sich Hundefreunde ganz dick im Kalender markieren sollten. Animal Work organisert ein Charity Event zugunsten bedürftiger Hunde. Mit interessanten Vorführaktionen und Ständen will die Veranstalterin Heike Weniger auf den treuen Freund und seine unglaublichen Fähigkeiten aufmerksam machen und das Event mit einem wohltätigen Vordergrund verbinden. Es gibt eine Sachspendenstelle für Underdog und die Tiertafel Deutschland. Die Sachspenden werden von beiden Organisationen verteilt - unbürokratisch, ohne viel Aufwand und kommt genau dort an wo diese Dinge benötigt werden. Solltet ihr also etwas entbehren können, dann bringt es einfach mit und machen anderen eine Freude.

Geboten wird ein buntes Rahmenprogramm mit Zughundeartbeit, Dog Frisbee, Personensuche im Publikum (Mantrailing) und vielem mehr. Dazu gibt es Vorträge und Mitmach-Aktionen, Verkausstände usw. (Einen Flyer mit hinweisen zum Programm gibt es hier als PDF Download). Das Hundeevent "Pfoten im Fokus" findet statt am 13.06.2009 von 10 - 18 Uhr auf dem Gut Cones, Conesweg 2 in 40882 Ratingen. Mehr Infos dazu.

Viel Spaß wünscht euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Und wenn ihr schon einmal dabei seid euch die Termine der Hundeevents aufzuschreiben, dann vergesst auch den Dog-Day am 28. Juni in Düsseldorf und das Event 4 Happy Dogs (21.06.09 in Baden-Baden, 05.07.09 in Berlin, 02.08.09 in München, und am 06.09.09 in Dortmund) nicht. ;o)

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