Donnerstag, 14. Mai 2009

Neue Forschungsergebnisse: Unterschiede zwischen Hunden und Wölfen werden größer

Unsere Meinung zum ewigen Hund / Wolf Vergleich hatten wir ja hier schon einmal ausführlich erläutert. Es ist ein Thema, das immer wieder diskutiert wird, und bei dem sich oft die Geister scheiden. Während manche "mit aller Gewalt zurück zum Wolf" wollen, verfallen manche wiederum ins andere extrem und sehen im Hund eher das "Kleinkind auf 4 Pfoten". Beiden Extreme halten wir für wenig hundefreundlich - um nicht zu sagen schwachsinnig. Soweit unser Senf dazu. Die Zeitschrift DOGS berichtet in der aktuellen Ausgabe auch über das Thema.

Es ist ein interessanter Artikel, der aber nicht missverstanden werden sollte und hoffentlich nicht dazu führt, das noch mehr Leute auf die Idee kommen, ihre Hunde in "modische" Kostüme und Kleidchen zu zwängen. Denn, schon die Überschrift ist meiner Meinung nach nicht ganz so glücklich gewählt. Aber, lest selbst, hier ist die Pressemitteilung von DOGS dazu:

Hunde ziehen Menschen als Bindungspartner vor / Unterschiede zwischen Hunden und Wölfen werden größer

Hamburg, 13. Mai 2009 - Hunde können im Vergleich zu anderen domestizierten Tieren den Menschen besonders gut verstehen. Verhaltensforscher vermuten, dass sich die kognitiven Fähigkeiten der Hunde im Laufe der Jahrtausende dem Menschen angepasst haben. Das berichtet DOGS, das zweimonatliche Lifestyle-Magazin für Hundefreunde, in der aktuellen Ausgabe.

Forschungen zeigen, dass Hunde sehr sensibel auf die Kommunikation mit dem Menschen reagieren und menschliche Signale auch über große
Distanzen hinweg interpretieren können. Dabei gibt es Haushunde evolutionsbiologisch gesehen erst seit kurzer Zeit: Vor 15 000 Jahren begann sich der Haushund als eigene Art herauszubilden. Aber im gemeinsamen Leben mit den Menschen haben Hunde erstaunliche kommunikative Fähigkeiten entwickelt und sind zu Spezialisten im Beobachten und Interpretieren menschlicher Gesten geworden. Damit sind sie Menschenaffen und Wölfen weit überlegen.

Gleichzeitig werden die Unterschiede zwischen Hunden und Wölfen immer größer: Das Temperament der Haushunde hat sich verändert, sie sind weniger scheu als ihre wilden Artgenossen. Stadthunde lieben spontane Versammlungen auf Hundewiesen und sind neugierig auf andere Hunde, um mit diesen zu spielen und zu raufen. Wölfe leben unter ihresgleichen im Rudel, sie scheuen den Kontakt zu anderen Tieren und reagieren mit Argwohn auf fremde Hunde. Versuche mit Welpen haben gezeigt, dass Wölfe, die ohne Muttertier, aber mit Menschen und Hunden aufwachsen, sich Hunde als Bindungspartner aussuchen. Die kleinen Hunde dagegen orientieren sich nicht an den anderen Wölfen, sondern an Menschen, und ziehen diese den Tieren als Bindungspartner vor. Weitere Versuche mit Hunden aus Tierheimen bestätigen, dass Hunde auf der Suche nach einer Bezugperson und an Bindungen zu Menschen interessiert sind.

Wir lesen die DOGS sehr gerne, aber dieser Artikel ist meiner Meinung nach etwas unglücklich formuliert. Ich teile zwar die Meinung, dass der Hund inzwischen schon ein ganzen Stück vom Wolf entfernt ist, und ich bin auch davon überzeugt, dass die Bindung zum Menschen und eine Bezugsperson wichtig für jeden Hund ist. Der Artikel sollte aber keineswegs so verstanden werden, dass der Hund keine Sozialkotakte zu anderen Hunden mehr braucht. Ich denke, regelmäßiger Kontakt zu anderen Hunden ist für Hunde genau so wichtig, wie die Bindung zum Menschen und eine Bezugsperson. Ich bin ganz sicher, dass die Zeitschrift DOGS der gleichen Meinung ist, aber ich finde, es wird in dem Artikel leider nicht deutlich genug betont. Darum geben wir eben nochmal unseren Senf dazu. Sicher ist sicher. ;0)

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

PS: Mehr neue Forschungsergebnisse dazu hatten wir ja kürzlich hier schon einmal: Wie Hunde den Menschen sehen - neues aus der Forschung


Kommentare:

  1. Scheint dass wir den gleichen Senf benutzen ;-)

    WuffWedel,
    Dixie

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  2. Ich gebe Dir da völlig recht. Besonders in den ersten Monaten ist der Kontakt zu anderen Hunden besonders wichtig für die Sozialisierung des Hundes. Wie beim Menschen eine prägende Phase, die starken Einfluss auf die weitere Entwicklung zu Artverwandten aber auch zum Menschen hat.
    Gruss D.K.

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  3. Euren Senf finde ich gut, kann mir aber meinen trotzdem nicht verkneifen.... ; )
    Mir wäre es noch lieber, man hätte erwähnt, das der innerartliche Sozialkontakt im besten Fall kontrolliert an der Seite des Menschen statt findet sollte..... schmunzel! Sonst find ich's jut! Grüße http://www.cat4dogs.de

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