Samstag, 18. Oktober 2008

Biologe spricht Hunden telepathische Fähigkeiten zu

Hunde sind bekanntlich die Haustiere, die aus der Körperhaltung (s)eines Menschen am leichtesten herauslesen können, was der Mensch von ihnen erwartet. Das ist nicht neu. Neu aber ist: Der englische Biologe Rupert Sheldrake gesteht Hunden jetzt sogar die Fähikeit zur artübergreifenden telepathischen Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu. Nachzulesen hier.

Wir hatten selbst mal ein Erlebnis, das eigentlich mit dem menschlichen Verstand nicht zu erklären ist. Ich lasse mein Frauchen diese Geschichte mal erzählen, denn es ist nur für Zweibeiner rätselhaft - wir Hunde wissen ja, was wir können. ;o)

Als damals mein Pferd eingeschläfert werden musste, arbeitete ich noch als Pferdepflegeirn in dem Reitstall, in dem auch mein Pferd gestanden hatte. Alex war jeden Tag mit mir und den anderen Hunden im Stall, ging aber als einziger Hund des Rudels nachts mit in meine Wohnung. Wir hatten eine 6 Tage Woche und gingen jeden Morgen zur gleichen Zeit in den Stall, der nur wenige Schritte von meiner Wohnung entfernt war. Und selbst an dem eizigen freien Tag, den wir in der Woche hatten, führte uns der erste Weg in den Stall um nach dem Rechten zu sehen und die Tiere zu begrüßen. Ein Morgen ohne freudig wiehernde Pferde und wedelnde Hunde, wäre eben kein gute Morgen gewesen. Wir waren "Stalljunkies" - Alex mindestens genau so sehr wie ich. Sobald ich die Haustür öffnete, gab es für ihn kein halten mehr: er rannte freudig weit voraus und ohne Umweg zum Stall, um die anderen Hunde zu begrüßen und nach 'seinen' Pferden zu sehen. Jahrelang, jeden Morgen, ohne Ausnahme.

Als fest stand, dass meinem Pferd nicht mehr zu helfen ist und es eingeschläfert werden musste, war ich ziemlich fertig und hatte mir ausnahmsweise für den nächsten Tag frei genommen. Ich hätte es nicht ertragen morgens in den Stall zu kommen, und die Box aus der er mir jeden Morgen fröhlich zu gewiehert hatte, leer vorzufinden. So nahm ich mir frei und bat meine Kollegin an meinem freien Tag ein anderes Pferd in die Box einzuquartieren. Wir hatten mein Pferd am späten Abend von seiner Krankheit und seinen Leiden erlöst. In seiner vertrauten Umgebung ist er in meinen Armen friedlich eingeschlafen.

Ich ging danach mit Alex rauf in meine Wohnung und weinte mich in den Schlaf. Am nächsten Morgen erwachte ich spät, viel später als sonst. Alex hatte mich schlafen lassen, obwohl er draußen auf dem Hof längst meine Kollegin, die anderen Hunde und Pferde gehört hatte. Bei aller Trauer, und so schwer es auch fällt, das Leben geht weiter und zumindest der Hund muss mal raus. Ich warf mir also meine Stalljacke über und zog die Stallschuhe an und ging mit Alex runter. Allerdings lief er - ohne, dass ich auch nur einen Ton gesagt hätte - nicht wie jeden Morgen freudig Richtung Stall voraus, sondern bog ganz schnell und leise rechts um die Ecke in den angrenzenden Wald. Er erledigte seine Geschäfte, und lief dann sofort zurück - allerdings wieder nicht in den Stall, sondern gleich zu meiner Wohnung und sah mich an als wollte er sagen: "Ich weiß, dir geht es noch nicht gut, wir gehen lieber schnell wieder rein."

Es gibt keinerlei logische Erklärung für Alex' Verhalten an diesem Morgen. Ich hatte der Einfachheit halber sogar die Sachen angezogen, die ich sonst im Stall trug. Für ihn standen also alle Zeichen auf "Stall", wie jeden Morgen. Es gab für Alex absolut nichts, was darauf hingedeutet hätte, dass wir an diesem Morgen ausnahmsweise einmal nicht in den Stall gehen. Es gab nichts, was ihn davon abgehalten hätte in den Stall zu rennen und die fröhliche Hundemeute zu begrüßen, so wie er es jeden Morgen tat. Es mag verrückt klingen, aber es schien, als hätte Rücksicht nehmen, und mir jeden Gedanken an den Stall und den Tod meines Pferdes ersparen wollen. Er hat nicht nur gespürt das es mir schlecht ging, sondern wußte - woher auch immer - was zu vermeiden ist, damit es mir nicht noch schlechter geht. Nämlich jeder Gedanke an den Stall und damit verbunden den Tod meines Pferdes.

Selbst als ich sagte: "na lauf!", weil ich ihm gerne eine Ausfllug in seinen heiß geliebten Stall gönnen wollte, zog er es vor bei mir zu bleiben und nicht zu seinen Hundekollegen zu laufen. Bei der nächsten Gassi Runde wiederholte sich die Szene. Er ging den ganzen Tag nicht in den Stall und wartete auch am nächsten Morgen erst ab, welche Richtung ich einschlug. Das war völlig gegen seine Gewohnheit, und ist einfach nicht zu erklären. Ich bin bis heute davon überzeugt, dass Alex mich einfach schonen wollte und eine Sensibiliät und Rücksichtnahme gezeigt hat, die sicherlich außergewöhnlich war. Dieses Erlebnis liegt nun schon 6 Jahre zurück und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Es ist nur eines von vielen besonderen Erlebnissen, die ich mit Alex hatte. Ebenso wenig ist zu erklären, woher er damals wußte, dass meine Vermieterin ein Etage unter uns mit dem Leben kämpfte und er Alarm schlagen muss. Um Hilfe rufen, oder sich anders bemerkbar machen konnte sie ja damals nicht. Dennoch hat Alex bemerkt, dass sie in Not war und mich alarmiert, sodass sie gerade noch rechtzeitig gerettet werden konnte. Es gibt viele Dinge, mit denen mich Alex nachhaltig beeidruckt hat und die sich mit Logik oder 'tierischen Instinkten' beim besten Willen nicht erklären lassen. Vielleicht werde ich so nach und nach noch einige von diesen Erlebnissen hier aufschreiben, wenn Alex mich zwischendurch mal lässt. ;o)

Der Biologe Rupert Sheldrake mag von seinen Kollegen (noch) belächelt werden, oder seine Theorien mögen noch als umstritten gelten. Aber wenn mir diese Zweifler Alex Verhalten erklären müssten, kämen sie sicher ganz schön ans Schwitzen...

Kommentare:

  1. Ich finde dieses Erlebnis außergewöhnlich, aber ich glaube auch, Tiere, mit denen man in enger Beziehung stehen, die spüren genau, was uns Menschen bewegt. Ähnliche Erlebnisse kann ich von unserer verstorbenen Katze berichten, einmalig und für fremde Personen kaum verständlich, aber wahr.
    Viel Freude mit eurem Alex
    wünscht euch Edith

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  2. hallo,
    erstmal glückwunsch zu deiner sehr informativ gestalteten seite, habe mit besonderem interesse den artikel über die telepathischen fähigkeiten bei hunden gelesen und stimme dem voll zu.
    würde mich auch über kommentare auf meinem hundeblog www.besteshundefutter.blogspot.com sehr freuen.
    schöne grüsse
    von judy

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  3. Hallo Judy,

    nimm es bitte nicht persönlich, aber finde ich die Umstände in der Massentierhaltung nicht weniger grausam als Tierversuche. Daher bevorzuge ich Bioland kontrolliertes Futter. Dabei ist zumindest sicher gestellt, dass die Tiere, die schließlich im Hundefutter landen, ein artgerechtes Leben führen konnten. Und solches Futter ist nicht einmal teurer als viele Futter, die Fleisch aus tierquälerischer Massentierhaltung verarbeiten. Leider scheint das Futter, das du hier bewirbst, auch 'konventionell produziertes' Fleisch (also Massentierhaltung) zu verarbeiten, daher kann es mich beim besten Willen nicht begeistern. Ich möchte die Massenquälerei nicht unterstützen, und halte auch das Fleisch aus Massentierhaltung nicht für gesund. Es stellt sich auch die Frage, wie gesund und 'artgerecht' eine Fütterung mit Fleisch sein kann, für das die 'Nutztiere' mit allen erdenklichen Mitteln und chemischen Keulen in Rekordzeit auf Schlachtgewicht gemästet werden. Meine Gedanken und Recherchen dazu hier. Besonders, das letzte Drittel des Artikels beschäftigt sich näher mit dem Thema und enthält interessante Links dazu.

    Wie gesagt, nimm es bitte nicht persönlich, aber das ist nun mal meine Einstellung und Überzeugung dazu.

    LG Alex' Frauchen

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