Sonntag, 28. September 2008

Arthrose beim Hund: Goldakupunktur oder Goldimplantation?


Die Begriffe Goldakupunktur und Goldimplantation scheinen immer wieder für Verwirrung zu sorgen und werden sowohl von Laien als auch von Tierärzten nicht immer einheitlich verwendet. Mal scheint es, als würden beide Begriffe das Gleiche bezeichnen, mal scheinen Welten dazwischen zu liegen. Darum sollte man sich vor dem Eingriff wirklich ganz genau beim Tierarzt erkundigen, welches Verfahren er genau anwendet. Denn Goldakupunktur scheint gleich Goldakupunktur, und Goldimplantation nicht gleich Goldimplantation zu sein.

Die Goldakupunktur

Die Goldakupunktur wird einmal mit Nadeln von Außen durchgeführt, in der Weise, wie man es von der traditionellen Akupunktur mit Nadeln kennt. Da heißt, die Nadeln werden an den gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) für die jeweilige Erkrankung des Hundes relevanten Punkten eingestochen, und nach der Akupunktursitzung wieder entfernt. Diese Methode bewirkt - wenn sie richtig ausgeführt wird - eine vorübergehende Muskelentspannung und vorübergehende Schmerzlinderung.

Manche Tierärzte bezeichnen es nun aber ebenfalls als Goldakupunktur, wenn sie die Goldpartikel mittels einer Kanüle dauerhaft in die zu behandelnden Gelenke einsetzen. Sie implantieren die Goldpartikel zwar dauerhaft an den Gelenken des Hundes, legen aber Wert auf die Bezeichnung Goldakupunktur, weil sie die Goldpartikel unter Berücksichtigung der relevanten Akupunkturpunkte einsetzen. Verbleiben die Goldpartikel dauerhaft im Hund, so wirken sie nicht nur auf die Meridianen bzw. Akupunkturpunkte, sondern haben zusätzlich eine dauerhaft entzündungshemmende Wirkung auf die betroffen Gelenke. Diesen Effekt können die Nadeln von außen leider nicht in der Form erzielen. Zu erklären ist diese entzündungshemmende Wirkung der dauerhaft eingesetzten Goldimplantate durch sehr komplizierte biochemische und / oder biophysikalische Vorgänge, die ich aber beim besten Willen nicht detailliert erklären kann. Das sollte man dann lieber den Experten überlassen. ;o)

Sehr vereinfacht und vielleicht etwas Laienhaft ausgedrückt, aber somit auch für Laien besser verständlich: Die Goldpartikel sind offensichtlich in der Lage, das Säure-Basen Verhältnis zu normalisieren. Damit wirken die Goldimplantate dann nicht nur symptomatisch (schmerzlindernd), sondern auch vorbeugend, um eine weitere Verschimmerung der Arthrose aufzuhalten. Die Goldimplantate sind übrigens - mit einem Duchmesser von ca. 1 Millimeter und einer länge von ca. 2 - 3 mm - winzig klein. Das nur nochmal am Rande, weil viele Leute immer die Vorstellung von dicken Goldklumpen vor Augen haben. So ist es nicht, man wird nach der Goldimplantation mit der normalen Waage keine Gewichtszunahme feststellen. ;o)

Die Goldimplantation

Bei der Goldimplantation werden die Goldpartikel ebenfalls mit einer Kanüle direkt an den von der Arthrose betroffenen Gelenken positioniert. Ich hatte es in dem Artikel Arthrose beim Hund / Goldimplantate ja schon einmal erwähnt, hier sollte man unbedingt darauf achten, dass man einen in dieser Methode speziell ausgebildeten und erfahrenen Tierarzt findet, denn bei der Goldimplantation sollten die Akupunkturpunkte der Traditionellen Chinesischen Medizin ebenfalls Berücksichtigung finden, damit ein optimales Ergebnis erzielt werden kann.

Leider scheint es auch Tierärzte zu geben, die scheinbar wahllos Goldimplantate in die Gelenke setzen, ohne die exakten Stellen zu kennen, an denen die Goldpartikel gesetzt werden müssen. Dies verspricht, wie man sich unschwer vorstellen kann, nur bedingt Erfolg und bringt den Begriff Goldimplantation (zu Unrecht!) ein wenig in Verruf. Es ist schon sehr entscheidend, dass der Tierarzt weiß was er tut und die Goldimplantate exakt positioniert. Nur dann sind die Erfolgsaussichten auch wirklich gut - ob man es nun als Goldimplantation oder als Goldakupunktur bezeichnen will finde ich eher nebensächlich - entschiedend ist, dass es richtig gemacht wird und wirkt! Ratsam ist es also, dem Tierarzt vorab wirklich „auf den Zahn zu fühlen“ und sich das Verfahren, das er anzuwenden gedenkt, ganz genau erklären zu lassen. Und die Voraussetzung ist natürlich, dass dem eine gründliche Untersuchung voran gegangen ist, bei welcher der Hund dann auch komplett durchgeröntgt wurde.

Für den dauerhaften Einsatz der Goldimplantate bedarf es einer leichten Narkose, denn der Hund darf sich natürlich dabei nicht bewegen. „Nachwehen“ gibt es nach dem Eingriff aber nicht, der Hund fühlt sich sofort wieder fit, nachdem er aufwacht. Dann kann es 2 Tage bis 3 Monate dauern, bis die Wirkung sichtbar wird. Je nachdem, ob schon eine Entzündung der Gelenke vorlag und wie stark die Gelenke eventuell entzündet waren. Die Bedenken vieler Hundebesitzer, die Goldpartikel könnten wandern, sind übrigens unbegründet. Sie wandern nicht und verbleiben dauerhaft an den Stellen, an die sie gesetzt wurden. So ist eine dauerhafte Wirkung gewährleistet, und darum ist es auch so wichtig, dass sie an die richtigen Stellen gesetzt werden. Goldimplantate können bei sämtlichen degenerativen Gelenkserkrankungen des Hundes zum Einsatz kommen, wobei sie am häufigsten dem Arthrose und Hüftgelenkdysplasie (HD) eingesetzt werden.

Unsere Erfahrung zu Goldimplantaten / Goldakupunktur:

Meine Zweibeiner hatten mir die Goldimplantate ja schon setzen lassen, bevor sich ernsthafte Beschwerden wie Lahmheit oder Schmerzempfindlichkeit zeigten. Sie hatten das Gefühl ich liefe einfach nicht mehr ganz so locker und kraftvoll wie früher. So war die Wirkung der Goldimplantate bei mir dann auch bereits nach 2 Tagen sichtbar. Schon nach 2 Tagen lief ich wieder lockerer und Kraftvoller, die Zweibeiner waren begeistert. Nun bin ich schon über 2 Jahre ein „Goldbärchen“ und komme bestens damit zurecht. Medikamente brauche ich nicht, und auch die letzten beiden Winter habe ich ohne Medikamente und Probleme überstanden. Zusätzlich bekomme ich Caniviton Forte ins Futter, das soll eine noch bessere Nährstoffversorgung der Gelenke gewährleisten. Mein Tierarzt hält das zwar nicht für unbedingt erforderlich und hat sogar darauf hingewiesen, dass es für die tatsächliche Wirkung solcher Mittel eigentlich noch keinen 100% igen wissenschaftlichen Beweis gibt, aber wir füttern es trotzdem. Denn, zumindest die beruhigende Wirkung, die es auf mein Frauchen hat, wenn sie glaubt mir was Gutes zu tun, ist auf jeden Fall eindeutig nachgewiesen. ;o)

Bleibt gesund, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

Mehr dazu auch in dem Artikel Arthrose beim Hund / Goldimplantate. Viele weitere Artikel mit Infos zur Arthrose bei Hunden, HD und mehr zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten dieser Gelenkerkrankungen findet ihr in den Rubriken "Arthrose beim Hund" und "Wenn der Hund älter wird" (auch rechts in der Sidebar in der "Rubriken-Übersicht" oder einfach über das Suchfeld zu finden).

PS: Wer das Ganze lieber etwas wissenschaftlicher formuliert mag, findet unter anderem hier eine wissenschftliche Veröffentlichung zum Thema Goldimplantation / Goldakupunktur.


Kommentare:

  1. Du hast einen ganz tollen Blog - wow, da steckt viel Arbeit drin, oder?

    Würd mich freuen wenn du bei mir auch mal vorbeischaust und ein nettes Servus hintelässt - ich steh noch ganz am Anfang, aber wenn ich etwas versierter im wie gehts... dann verlinke ich dich gerne :-)

    Liebe Grüße Hilde

    http://mika-hilde.blogspot.com/

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  2. Wenn es heute im MRT keinen Befund gibt, der eine GI ausschliesst, dann werde ich auch bald vergoldet. Danke fürs Mut machen!
    Emil & Frauchen

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  3. @ Hilde: Danke, freut uns, wenn es dir hier gefällt! :o) Na ja, ein bißchen Mühe geben wir uns schon... ;o)

    @ Emil & Frauchen: Dann dücken wir euch mal ganz feste die Daumen. Keine Angst vorm Gold - ein Herz aus Gold hattest du doch schon immer, oder? ;o) Halt die Ohren steif, Kumpel, wir denken an dich und drücken alle Pfoten und Daumen!

    LG ALex & Frauchen

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