Freitag, 8. August 2008

Hundeernährung: BARF / Barfen Pro und Contra, Risiken & Nebenwirkungen


Oh, oh... Heute begebe ich mich mal auf ein ganz heißes Pflaster! Ich weiß, das Barfen ist ein sehr, sehr heikles Thema, bei dem die meisten Barfer auch keinerlei Widerspruch dulden. Trotzdem möchte ich mich diesem Thema heute widmen und versuchen, es möglichst wertfrei und neutral von allen Seiten zu beleuchten. Denn, wie alles im Leben, hat auch das Barfen Vor- und Nachteile.

BARF / Barfen - was bedeutet das?

Der Begriff stammt aus den USA, wo die Abkürzung „BARF“ ürsprünglich für „Born Again Raw Feeders“ stand, was übersetzt soviel wie „neugeborene Rohfütterer“ bedeutet. Dann folgte ein Bedeutungswandel und die Abkürzung BARF stand für „Bones And Raw Foods“ (Knochen und rohes Futter). Im Deutschen wurde schließlich irgendwann von Anhängern dieser Fütterungsmethode die Bedeutung „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ zu den Buchstaben gedichtet. Die Entwickler der BARF Fütterungsidee orientierten sich an den Fressgewohnheiten wildlebender Caniden und stellen den Hund in den direkten Vergleich mit dem Wolf. In diesem Sinne verfüttern sie ausschließlich rohes Fleisch, Knochen und Gemüse.

Grundsätzlich begrüße ich es ja bekanntlich sehr, wenn sich Hundehalter Gedanken um die Ernährung des Hundes machen. Schließlich kann der Hund - im Gegensatz zu seinem wildlebendem Vorfahren, dem Wolf, - ja nicht selbst entscheiden, was er fressen möchte. Die Verantwortung für die Ernährung des Hundes liegt also beim Hundebesitzer. Und das ist eine große Verantwortung! Denn - so weit die Meinungen bei der Ernährung auch auseinander gehen mögen - in einer Sache sind sich alle Experten einig: Die Ernährung des Hundes ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor - so, wie eine optimale Ernährung eine vorbeugende Wirkung zur Gesunderhaltung des Hundes hat, und sogar zur Heilung oder Besserung von Krankheiten beitragen kann, kann andererseits eine fehlerhafte Ernährung den Hund krank machen. Soweit so gut. Nun bleibt aber die spannende Frage:

Was ist die optimale Ernährung für den Hund?

Und da beginnt es dann schon kompliziert zu werden... Die Argumente für das Barfen werden oft sehr emotional vorgetragen, was vielleicht auch an der im Deutschen neu ersonnenen Bezeichnung in „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ liegen mag. Dieser Begriff, (der ja mit der ursprünglichen Bedeutung der Abkürzung BARF eigentlich nicht mehr viel gemeinsam hat), suggeriert dem geneigten Leser, dass dies „die einzig wahre und artgerechte Fütterung“ sein müsse. So kam das Barfen mit dem Bedeutungswandel der Bezeichnung hierzulande auch sehr in Mode. Dass die Rohfütterung auch Risiken birgt, wird dabei allerdings oft verschwiegen. Genau das ist der Grund, warum ich dieses Thema nun aufgegriffen habe. Ich möchte hier weder Panik verbreiten, noch das Barfen schlecht machen. Die nachstehend genannten Risiken müssen natürlich nicht zwangsläufig auftreten, aber sie können eben durchaus auftreten. Darum bin ich der Meinung, dass sie auch mal erwähnt werden sollten. Wir können (und wollen) hier lediglich Denkansätze liefern - denken und entscheiden muss dann jeder Hundehalter für seinen Hund selbst.

Vorteile von BARF / Barfen

Fertigfutter für Hunde gibt es viele, und in der Werbung versprechen sie alle, nur das Beste für unsere Hunde zu wollen. Allerdings ist inzwischen weitgehend bekannt, dass viele Fertigfuttern aus minderwertigen Zutaten zusammengesetzt sind. (Das Thema hatten wir ja bei unserem Hundefuttertest schon einmal näher beleuchtet.) Insofern ist es sicherlich als Vorteil zu sehen, dass Barfer frische Zutaten verwenden, die sich im frischen Zustand auch wesentlich leichter in der Qualität beurteilen lassen. Ein weiterer Vorteil ist sich auch, dass bei der frischen Zubereitung des Futters auf Lockstoffe, Farb- und Duftstoffe, Füllstoffe, Konservierungsmittel usw. verzichtet werden kann. Das ist ohne Zweifel sehr positiv. Bei selbst zusammen gestelltem Futter - sei es nun roh oder gekocht - kann man die Rationen individueller auf Aktivität des Hundes, eventuelle Erkranungen usw. einstellen. Das ist positiv, sofern man weiß was man tut und umfassend informiert ist.

Nachteile & Risiken von BARF / Barfen

Tierärzte sehen den Trend zum Barfen eher kritisch und warnen oft vor den Risiken. Das Verfüttern von rohem Fleisch, rohem Fisch, ungekochten Schlachtabfällen und rohen Eiern stellt für Hunde nämlich auch eine Infektionsgefahr dar, die von Hundehaltern oft unterschätzt wird. Einige schließen sich dem BARF-Trend an, ohne über diese Riskiken informiert zu sein. Und einige Internetseiten, die dringend zum Barfen raten, versäumen es leider, die möglichen Risiken aufzuzeigen. Die Risiken: mit dem rohen Fleisch, Fisch & Ei können verschiedene Krankheitserreger wie z.B. Parasiten, Viren und Bakterien übertragen werden. Viren und Bakterien bleiben auch nach Aufbewahrung des rohen Fleisches im Kühl- oder Gefrierschrank teilweise monatelang lebensfähig. Durch Kochen, lassen sie sich dagegen abtöten. An dieser Stelle winken die Fans des Barfens meist ab: „Der Wolf frisst ja schließlich auch roh!“, lautet das Argument. Stimmt, soweit ich weiß, wurde noch nie ein Wolf beim Kochen beobachtet. Allerdings hinkt der Vergleich mit dem Wolf hier mal wieder: die Beutetiere des Wolfes sind nämlich schon ganz andere, als die Tiere (bzw. deren Teile), die der Mensch heute an den Hund verfüttert. Ein paar Beispiele, über die man vielleicht nachdenken sollte, wenn man den Wolf in freier Wildbahn mit dem Haushund von heute in einen direkten Vergleich stellen will:

Unterschiede Wolf / Hund & Ernährung

Beispiel 1: Die Beutetiere des Wolfes stehen nicht in großen Herden auf kleinen, eingezäunten Wiesen. Geschweige denn, in engen Ställen. Die Beutetiere des Wolfs bewegen sich in freier Wildbahn. Sie haben unendliche Weiten als Weideflächen zur Verfügung, auf denen sie ständig weiter ziehen. Und instinktiv frisst ein weidendes Tier niemals dort, wo es selbst Kot absetzt. Eine kluge Einrichtung von Mutter Natur - so haben Endoparasiten wie Würmer, Giradien & Co nämlich ganz schlechte Chancen!

Bei dem Fleisch, das heute zur Hundefütterung zur Verfügung steht, sieht das schon ganz anders aus. Heute stehen die Tiere in engen Ställen, mit viel Glück vielleicht auch auf der Wiese. Dann allerdings hindern Zäune sie daran, beim Weiden weiter zu ziehen. So sind sie gezwungen auch in der Nähe der Stellen zu grasen, wo sie auch Kot absetzen. Das freut die Würmer, denn sie können sich so immer mehr ausbreiten und mit dem rohen Fleisch dann auch in den Hund gelangen.

Zwar sind auch einige Wildtiere gelegentlich auch Zwischenwirte (zum Beispiel für Bandwürmer), aber Hunde sind leider Endwirte für die meisten Bandwürmer. Somit tragen sie auch den größten Schaden davon. (Mehr zu den einzelnen Risiken ist auch hier nachzulesen: http://www.tierklinik.de/ratgeber.php?content=00057, sowie hier: http://www.nutripets.de/fehler/barf.html oder auch hier: http://www.wuff.at/artikel.php?artikel_id=667 ) Wer also rohes Fleisch und rohen Fisch füttert, der sollte noch häufiger Kotproben vom Hund untersuchen lassen, um eventuellem Parasitenbefall rechtzeitig entgegen wirken zu können und darüber hinaus vor allem auch sehr auf Krankheitsanzeichen und Veränderungen im Verhalten des Hundes zu achten, um eventuelle Infektionskrankheiten rechtzeitig erkennen und behandeln lassen zu können. Rohes Schweinefleisch sollte wegen der Gefahr, den Hund mit dem Aujetzky-Virus (Pseudo-Tollwut) ohnehin ganz tabu sein! Die Gefahr der anderen Infektionskrankheiten (siehe Links) bleibt jedoch bestehen.

Noch ein feiner Unterschied zwischen Wolf und Hund: wer argumentiert, er habe noch nie einen Wolf in freier Wildbahn gesehen, der sein Fleisch abkocht, der wird wohl oder übel auch zugeben müssen, dass er sicher auch noch nie einen Wolf gesehen hat, der sein Fleisch aus einer Massentierhaltung bezieht, wo die Masttiere mit sämtlichen Hilfsmitteln (Anabolika, Antibiotika, genmanipuliertes Futter etc.) in Rekordzeit auf Schlachtgewicht gemästet werden. Das sehen viele derer, die so gerne mit dem Wolf als Vorbild für artgerechte Hundeernährung argumentieren, nämlich seltsamerweise als völlig normal und selbstverständlich an!? (Konventionell erzeugtes Fleisch (Also Nicht-Bio-Fleisch) enthält zum Beispiel unter anderem auch 14 mal mehr Pestizide, als konventionell erzeugte rein pflanzliche Nahrungsmittel selbst. Quelle: Cancer (Alternative Medicine Definitive Guide) von W. John Diamond) Fakt ist leider: das Fleisch, das heute 'konventionell produziert' wird, hat mit den Beutetieren des Wolfs in unberührter Natur wohl nur noch sehr, sehr wenig gemeinsam. Somit hinkt der Vergleich auch hier wieder ganz gewaltig...

Beispiel 2: Ein weiterer Punkt, den Tierärzte im Zusammenhang mit dem Barfen oft beklagen, sind Verstopfungen bis hin zum durch zu viele Knochen und zu viel schwer Verdauliches. Der freilebende Wolf ist wohl unbestritten stärker von natürlichen Instinkten geleitet, als der heutige Haushund. Davon abgesehen, muss er zunächst einmal selbst jagen, um überhaupt was zu zwischen die Zähne zu bekommen. Das heißt, er muss sich bewegen - und das nicht zu knapp! Die kurze Gassirunde um den Häuserblock, die bei sehr vielen heutigen Haushunden leider gängige Praxis ist, kann man wohl kaum mit der Beutejagd des Wolfes vergleichen. Da hinkt der Vergleich also schon wieder gewaltig... Hat der Wolf dann erfolgreich gejagt, frisst er instinktiv exakt soviel wie er braucht, (und er weiß wie viel er braucht!) - den Rest vergräbt er für schlechte Zeiten. Unter dem Wohnzimmerteppich lässt sich das für den Hund allerdings schlecht realisieren. ;o) Will heißen: im Gegensatz zum Wolf, frisst der Hund in der Regel das, was der Zweibeiner ihm in den Napf legt. Und - nicht alle, aber die meisten Hunde, haben im Laufe der Domestikation schlicht “verlernt” aufzuhören, wenn sie exakt die Menge gefressen haben, die sie tatsächlich benötigen. (Leicht zu erkennen, an den vielen übergewichtigen Hunden, die man so sieht...)

Beispiel 3: Obwohl auch Wölfe Rohfaser brauchen, nehmen sie diese selten direkt in Form von Pflanzen auf. Den Hauptteil des Rohfaseranteils nimmt der Wolf auf, indem er die vorverdauten pflanzlichen Stoffe aus dem Verdauungstrakt seiner Beutetiere frisst. Das macht Sinn, denn Wolf (und Hund) machen keine Kaubewegung, bei der pflanzliche Nahrung zermahlen wird. Daher können die Zellwände der pflanzlichen Nahrung nicht so zerkleinert werden, dass die Nährstoffe aufgenommen werden könnten. (Wir hatten das ja schon einmal in dem Artikel "selber kochen für den Hund" erläutert.) Durch Kochen kann man die Vorverdauung zumindest annähernd "simulieren" und die Rohfaser für den Hund verwertbar machen. „Aber da gehen die Vitamine verloren!“, argumentieren Barfer an dieser Stelle. Ja, zu einem geringen Anteil gehen beim Kochen von pflanzlicher Nahrung Vitamine verloren. Das stimmt. Allerdings ist genau das auch der Fall, wenn die Nahrung im Verdauungstrakt des Beutetieres schon vorverdaut wird! ;o)

Auf einen ganz wesentlichen Punkt, der bei der Forderung nach Artgerechtigkeit und im Vergleich mit dem Wolf oft ganz übersehen wird, kommen wir hier noch einmal zurück.


Die Beispiele ließen sich jetzt noch weiter fortsetzen, aber an dieser Stelle beenden wir das. Ich will nämlich jetzt mit Frauchen an die frische Luft! Und da ich kein Wolf in freier Wildbahn bin, sondern ein Hund, brauche ich dazu einen meiner Zweibeiner. Die müssen nämlich aufpassen, dass mich kein Auto oder Radfahrer über den Haufen fährt - Dinge um die sich ein Wolf in der unberührten Wildnis übrigens auch keine Gedanken machen muss. ;o)

Aber HALT! Was ist denn nun die optimale Hundefütterung? Nee, nee, liebe Zweibeiner, so einfach kann ich es euch leider nicht machen. Was nun wirklich die optimale Ernährung für den Hund ist, muss wohl jeder Hundebesitzer selbst für seinen Hund / seine Hunde entscheiden, denn jeder Hund ist auch verschieden. Alter, Aktivität, Gesundheitszustand und viele weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Dazu ist es hilfreich Infos zu sammeln, und Vor- und Nachteile abzuwägen und sich Gedanken zu machen. Ob roh oder gekocht - wer seinem Hund das Futter selbst zusammenstellen will, sollte sich aber auf jeden Fall gründlich (und nicht nur im Internet) mit dem Thema Hundeernährung / Hundefütterung auseinander setzen und informieren. Parasitäre Erkrankungen sind bei der Rohfütterung (BARF) nicht das einzige Risiko. Eine noch größere Gefahr geht, wie schon erwähnt, bei der Rohfütterung von den verschiedenen Viruserkrankungen aus, mit denen sich der Hund durch rohes Fleisch infizieren kann. Es würde zu weit führen, hier auf jede einzelne einzugehen, darum rate ich, das Thema ausführlich mit dem Tierarzt des Vertrauens zu besprechen und sich dort genau über die Risiken im Detail zu informieren, bevor man sich blind auf selbst ernannte "Barf-Gurus" verlässt und barft, ohne zu wissen was man eigentlich tut. Denn, so hitzig das Thema Hundeernährung auch diskutiert wird und - so unterschiedlich die Meinungen zur Hundefütterung auch sein mögen - Wissenschaftler sind sich einig: Die Ernährung hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit des Hundes. Und auch wer zum Fertigfutter greift, sollte sich keinesfalls blind auf die Werbeversprechen der Futterhersteller verlassen, sondern kritisch sein. Auch hier sollte man ganz genau hinsehen und genau abwägen. Keine leichte Aufgabe...

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Damit kein falscher Eindruck entsteht: wir haben nichts gegen Barfer und wollen hiermit auch keine "Stimmung gegen Barf" machen. Es mag Hunde geben, die mit dieser Art der Fütterung gut zurecht kommen, das wollen wir gar nicht abstreiten. Wir haben nur entschieden etwas dagegen, Hundebesitzer zu dieser Art der Fütterung zu überreden, ohne sie über die Risiken des Barfens aufzuklären. Wer sich dann für welche Art der Fütterung entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Leider wird in manchen Tierforen im Netz jeder, der nicht barft, schon fast als Tierquäler oder zumindest als "Rabenfrauchen" bzw. "Rabenherrchen" von einigen Hardcore - Barfern gemobt. Und das finden wir, ehrlich gesagt, ziemlich daneben. Denn, selbst die Hardcore-Barfer müssen zugeben: Das Barf für Hunde gesünder sein soll, ist bislang nur eine These, eine Vermutung von Anhängern dieser Art der Hundefütterung. Nicht mehr, und nicht weniger. Konkrete, wissenschaftlich fundierte Beweise dafür oder unabhängige wissenschaftliche Langzeitstudien gibt es bisher nicht. Und man sollte auch nicht vergessen, dass mit dieser These inzwischen auch viel Geld verdient wird. Die Annahme, der Barfer, Barf sei gesünder, leitet sich vom direkten Vergleich mit dem Wolf ab. Ob man diese Meinung nun teilen möchte oder nicht, sollte man jedem Hundebesitzer selbst überlassen.

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Kommentare:

  1. Hallo!

    Auf der Suche nach Infos zum barfen bin ich jetzt hier gelandet. Weil ich so viel Gutes darüber im Internet gelesen hatte, habe ich überlegt meinen Hund vielleicht auf Barf umzustellen. Jetzt bin ich aber nicht mehr so sicher, von den Nachteilen hatte ich nämlich bisher noch gar nichts gehört oder gelesen. :-/

    Irgendwo hatte ich auf einer Barfseite gelesen, man könnte den Würmern mit Möhren und Knoblauch vorbeugen, wenn man barft. Was ist davon zu halten? Und was wäre denn die ultimative Fütterung für den Hund? Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    LG Birgit P.

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  2. Hallo Birgit,

    'die ultimative Fütterungsmethode', 'die einzig wahre Ernährung', 'die einzig artgerechte Fütterung', - ich bezweifele ehrlich gesagt, dass sich das pauschal für alle Hunde auf eine einfache Formel reduzieren lässt. Und wenn jemand versucht, eine bestimmte Fütterungsmethode als die „einzig wahre, einzig artgerechte“ anzupreisen, ist meiner Meinung nach Skepsis angebracht. Ziemlich paradox finde ich ehrlich gesagt auch, wenn dann auf Barfer-Seiten einerseits ständig von „biologisch artgerecht“ die Rede ist, andererseits aber Tipps zu finden sind, wo man das billigste Fleisch (aus Massentierhaltung) gerade besonders billig ergattern kann. „Biologisch artgerecht“ und Fleisch aus Massentierhaltung - das passt für meine Begriffe einfach nicht zusammen. Weder aus ethischer, noch aus ernährungsphysiologischer Sicht.

    Wenn dann auch noch Risiken verschwiegen werden, (oder gar noch geraten wird ganz auf Wurmkuren zu verzichten und statt dessen nur mit Möhren und Knoblauch zu „entwurmen“), steigert das für meine Begriffe ehrlich gesagt nicht die Vertrauenswürdigkeit. Möhren und Knoblauch sind keineswegs als Wurmkur geeignet, weil sie nachweislich schlicht unwirksam gegen Würmer sind! Gerade wer so eindringlich zum Barfen rät, wie es einige Barfer auf ihren Websites und Foren tun, der sollte seine Websitebesucher wenigstens drauf hinweisen, das sich dadurch das Risiko einer Wurminfektion erheblich erhöht. Statt dessen von Entwurmungen abzuraten, finde ich einfach unverantwortlich!

    Den ursprünglichen Denkansatz des Barfens finde ich gar nicht so verkehrt, aber meiner Meinung nach, sind einige, der meist mit Feuereifer vorgetragenen Argumente, einfach nicht zu Ende gedacht. Ich hatte es ja schon im Artikel geschrieben: meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass man sich möglichst umfassend informiert, wenn man das Futter selbst zusammenstellen will. Ratsam ist sicher auch ein ausführliches Gespräch mit dem Tierarzt des Vertrauens, der den Hund, eventuelle Erkrankungen usw. kennt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (auch ohne konkreten Krankheitsverdacht) geben zusätzlich Sicherheit das alles OK ist - oder sorgen im Falle das etwas nicht stimmt dafür, dass es rechtzeitig erkannt wird.

    Liebe Grüße, Alex‘ Frauchen

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  3. Seit fast 4 Jahren lässt sich bei mir kein Wurmbefall nachweisen, obwohl ich auch zeitweise gebarft wurde. Ich bekomme auch immer Karotten, die ja dem Wurmbefall VORBEUGEN sollen und nicht bekämpfen sollen.
    Heute bekomme ich mein Fleisch gekocht, weil mein Frauchen Bedenken wegen der Neosporose hat. Die hält sie für viel gefährlicher als einen Wurmbefall.
    Wuff,
    Emil

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  4. Hi Emil,

    da hat dein Frauchen vollkommen Recht, die verschiedenen Viruserkrankungen, mit denen sich der Hund durch das rohe Fleisch infizieren kann, stellen wohl die größte Gefahr dar. Auf alle im einzelnen einzugehen, hätte aber wohl einen 100-Seiten Artikel daraus werden lassen. ;o)

    Wir sind hier auf das Beispiel Würmer eingegangen, weil sich daran relativ einfach erklären lässt, wie sehr der Vergleich mit dem Wolf oft hinkt. Gerade über diesen direkten Vergleich mit dem Wolf versuchen einige selbst ernannte “Barf-Gurus” aber auch unerfahrene Hundebesitzer zum Barfen zu ‘bekehren’ und stellen BARF als ‘einzig artgerechte’ Fütterung dar. Die Risiken werden dabei auf sehr vielen dieser Internetseiten entweder ganz verschwiegen, oder gar als ‘unsinnig’ herunter gespielt.

    Ich will niemanden zu oder gegen irgend etwas ‘bekehren’. Wenn jemand über alle Risiken informiert ist, und sich trotzdem bewusst für das Barfen entscheidet, wird er seine Gründe dafür haben. In diesem Fall muss man diese Entscheidung akzeptieren. Damit habe ich auch kein Problem. Wenn aber Unwissenden diese Methode regelrecht aufgeschwatzt wird, ohne über die möglichen Risiken aufzuklären, finde ich das nicht mehr OK. Darum wollte ich hier einfach mal ein paar Denkansätze liefern. Vielleicht denkt der ein oder andere dann doch erst einmal drüber nach, bevor er blind einem Trend nachläuft, und - ohne zu wissen was er tut - auf eine Fütterung umstellt, mit der man eben auch vieles falsch machen kann.

    LG Alex & Frauchen ;o)

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  5. *grübel* Mein Frauchen isst seit Jahrzehnten regeölässig rohes Fleisch und rohe Eier, noch nie hatte sie Würmer, Bakeriern, Viren oder andere Viecher dadurch, sie gibt nicht mal Kotproben ab :-).
    Und warum sollte ich dann plötzlich vom gleichen Fleisch Würmer bekommen, obwohl meine Magensäure erheblich konzentrierter und mein Darm wesentlich kürzer ist?

    Es gibt ja so einige Lebensmittelskandale, Gammelfleisch und Co, aber uns wäre neu, dass unser Fleisch aus dem Supermarkt voller Würmer sein sollte. Auch gekochte Würmer würde der normale Verbraucher sicherlich nicht gerne verzehren!

    Würmer bekommen Hunde dadurch, dass sie Mäuse fressen oder den Kot anderer Tiere, aber nie durch rohes Fleisch! Nicht, wenn das Lebensmittelqualität hat und nicht in Mitteleuropa!

    Und das rohe Bio-Rindergulasch, das ich gleich essen werde, ist sicherlich ohne Würmer, denn die Menschen, die das gleiche essen, werden bestimmt keine Würmer essen wollen.

    Wüffchen
    Hoshi

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  6. Hi Hoshi,

    Natürlich muss das nicht passieren, aber es kann durchaus passieren. (Es gibt auch Leute, die fallen aus dem 10. Stock, oder überschlagen sich bei Tempo 210 mit dem Auto, und überleben nahezu unverletzt ;o)

    Trotzdem sind diese Risiken des Barfens nicht zu leugnen - ebenso wenig wie zu leugnen ist, dass auch schon Hunde schwer erkrankt oder gestorben sind, weil sie sich über rohes Fleisch mit verschiedene Viren infiziert haben, oder an einem Darmverschluss gestorben sind, weil (schlecht informierte) Barfer dem Hund plötzlich Knochen in rauen Mengen gefüttert haben. Wie schon mehrfach gesagt: es muss natürlich nicht zwangsläufig etwas passieren, aber es kann durchaus passieren. Darum sollten diese Risiken auch nicht verschwiegen werden.

    Und das sich ein Hund nur über Kot mit Würmern infizieren kann ist leider falsch! Bandwürmer, so auch beispielsweise der Hundebandwurm (Echinococcus) befinden sich durchaus auch im rohen Fleisch. Lebensmittelqualität und Mitteleuropa hin oder her. ;o) Durch kochen des Fleisches wird eine Infektion verhindert. Was mich aber interessieren würde: Woher weiß denn dein Frauchen, dass sie keine Würmer hat, wenn sie noch nie eine Kotprobe untersuchen ließ? ;o) Gerade Bandwürmer sind selbst durch Kotproben nur schwer nachzuweisen. Parasiten bringen ihren Wirt ja nicht gleich um - sie wollen schließlich möglichst lange in ihm überleben, um sich auch möglichst zahlreich fortpflanzen zu können. Sie hinterlassen langsam und langfristig Schäden. Und bemerkt wird ein Befall in der Regel erst dann, wenn die Würmer bereist schwere Schäden angerichtet haben...

    Ebenso dürfte bekannt sein, dass auch Salmonellen in rohem Fleisch und Eiern schlummern können. (Auch mitten in Deutschland ;o) Nicht nur beim Hund, auch beim Menschen hat es hier schon häufiger schwere Erkrankungen und Todesfälle wegen Salmonellen gegeben. Mal ganz abgesehen von den anderen noch schwerwiegenderen Risiken wie der von Emil schon angesprochen Neospotrose, Toxoplasmose und einige weitere. (Mehr dazu auch in den Links im Artikel.)

    LG Alex‘ Frauchen

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  7. B.A.R.F. - Kritiker11. August 2008 um 13:34

    Ich hatte auch mal überlegt zu barfen und habe mich intensiv mit dem Thema B.A.R.F. beschäftigt. Hier die Punkte, die mich sehr skeptisch werden ließen:

    1.) Mich macht stutzig, dass bisher noch kein Tierarzt oder Ernährungswissenschaftler ein Buch pro B.A.R.F. geschrieben hat. Die Leute, die B.A.R.F. so heiß empfehlen, sind entweder selbst Laien (meistens), oder im besten Fall Heilpraktiker. Na ja, wenn ich dann manchmal diese Werbeanzeigen in Tierzeitschriften lese... „Tierheilpraktiker in wenigen Monaten... Fernstudium... Erfolgsgarantie“... Es gibt sicher gute Tierheilpraktiker, die auch eine fundierte Ausbildung haben, keine Frage. Aber wenn man bedenkt, dass man sich auch nach einem Schnellkurs schon Tierheilpraktiker nennen darf...? Hm... Mein Vertrauen steigert das nicht. B.A.R.F. ist ganz groß in Mode, da lässt sich mit einem Buch dazu sicher auch viel Geld verdienen....

    2.) EINE Barferin erfand irgendwann den Namen „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ zu den Buchstaben B.A.R.F. „Zufällig“ gründete genau die dann auch gleich einen Verlag und schrieb Bücher zu dem Thema. Seitdem ist jeder Hund plötzlich wieder ein Wolf und die B.A.R.F. boomt wie verrückt. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass sich „biologisch artgerecht“ einfach besser, werbewirksamer verkaufen lässt, als der eigentliche Name „Bones And Raw Food“? *grübel* Sicher lassen sich solche Bücher mit „biologisch artgerecht“ im Titel sehr, sehr gut verkaufen... ABER:

    3.) Warum steht in der Buchbeschreibung bei Amazon eigentlich so gar nichts über die Autorin und ihre QUALIFIKATION als Ernährungsexpertin für Hunde?????? Bei 2 Büchern steht gar nichts zur Autorin oder ihrer Qualifikation, beim dritten Buch wird dann ein 25-jährige Erfahrung als Züchterin erwähnt und das sie es war, die den deutschen Namen „Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung“ erfand. Das ihre Website inzwischen 3 Millionen Besucher hatte, ist auch zu lesen. Und das sie schon im Fernsehen war. Schön. Ein toller Erfolg. Aber machen Hundezucht und 3 Millionen Websitebesucher einen automatisch zum Ernährungsexperten für Hunde??????

    4.) Wenn B.A.R.F. wirklich so gesund wäre, UND gerade so groß in Mode ist, warum greift dann eigentlich kein Tiermediziner das Thema auf und rät dazu? Haben die alle keine Ahnung? Wissen Züchter mit 3 Millionen Websitebesuchern wirklich so viel mehr als Veterenär Mediziner? Tierärzte raten eher vom Barfen ab. 5 verschiedene Tierärzte, die ich gefragt habe, halten die Nachteile von B.A.R.F. für wesentlich höher als die Vorteile. Sie rieten mir alle dringend dazu, nur gekochtes Fleisch zu füttern. Warum? Was hätten sie davon mich zu belügen? Auch im ganzen Internet habe ich noch keinen einzigen Tierarzt gefunden, der nicht vom Barfen abrät.

    Alles Dinge, über die man vielleicht mal nachdenken sollte....

    Ich glaube, viele rennen da einfach blind in einen Trend hinein, den eine Buchautorin sehr geschickt vermarktet. (D.h., inzwischen sind ja mehrer Autor/innen auf den Zug aufgesprungen. Fachliche Qualifikationen habe ich aber bei allen, die ich gesehen habe, vergeblich gesucht.) Einige, die dem B.A,R.F. Trend nachgelaufen sind und zeitweise überzeugte Barfer waren, warnen inzwischen vor der Rohkost. Nachdem ihre Hunde davon schwer krank geworden oder gestorben sind...

    Ich bin jedenfalls froh, dass ich mich vorher mal intensiver mit der Sache beschäftigt habe und nicht auf diesen Trend aufgesprungen bin.

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  8. Eine Übersicht der Nachteile von Barf auch hier:
    http://www.nutripets.de/fehler/barf.html
    Die Seite wurde von einer Diplom-Oecotrophologin erstellt. Mir wären die Gesundheitsrisiken auch zu groß. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht: Wo genau soll jetzt der große Vorteil gegenüber gekochtem Futter liegen, der all diese Risiken Wert wäre?

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  9. Bei dem ganzen Thema sollte man sich aber auch mal fragen, warum Raubtiere in Zoos mit frischem, rohem Fleisch ernährt werden.
    Immerhin haben sich Wildhunde tausende Jahre lang so ernährt und überlebt, so falsch kann es dann doch nicht sein.

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  10. Das schlimme am Barfen ist dass es religiöse Zustände ereicht hat. Ernährungsamateure versuchen Sektengleich andere vom Barfen zu überzeugen und reden leider sehr viel Unsinn.
    Inzwischen kenne ich leider auch einen Hund den das Barfen sein Leben gekostet hat. Näher möchte darauf nicht eingehen, nur soviel, die begründeten Einwände wurden von Barfern als falsch bezeichnet.

    Wieso vertreten Hundebesitzer eigentlich so übertrieben Meinungen und sind für Kritiken nicht ansprechbar? TT, Calming Signal, Barf usw..

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  11. @ Jürgen: Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe. Man kann wohl jedes Thema von verschiedenen Seiten Betrachten. Warum das aber oft gleich so ins Extrem geht, ist mir auch ein Rätsel. Ich finde das eigentlich auch sehr schade, denn ich denke man kann aus jeder neuen Theorie, Erkenntnis oder Methode etwas lernen, wenn man Neuem immer offen, aber mit einer gesunden Skepsis begegnet. Egal, ob es nun um neue Theorien zur Fütterung, Erziehung oder Hundeverhalten geht.

    Du hast Recht, es gibt leider viele Beispiele dafür. Die Calming Signals sind auch so ein Beispiel. Die einen nehmen es als „Evangelium“ und deuten jedes Gähnen plötzlich als Calming Signal, die anderen reduzieren die ganze Sache nur auf dieses Gähnen und tun es deswegen als völligen Schwachsinn ab. Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, warum es für viele Hundefreunde immer nur das entweder oder gibt.

    Das Phänomen der Extreme gibt es übrigens nicht nur bei Hundefreunden, auch in Reiterkreisen gibt es dieses Phänomen. Auch da habe ich mich früher schon immer drüber gewundert, wie viele Leute plötzlich von einem Extrem ins andere fallen und die Aussagen eines neuen „Gurus“ entweder radikal zum „Evangelium“ nehmen, oder aber komplett und kompromisslos verteufeln. Jede neue These liefert ja auch Denkansätze, das sehe ich sehr positiv. Deswegen muss man ihr aber weder blind nachlaufen, noch sie als Unsinn abtun, nur weil man mit dem ein oder anderen Punkt der These nicht einer Meinung ist.


    @ Emil: Zwischen dem Löwen im Zoo, dem Wildhund (der sich von WILD, nicht von Mastrindern oder Mastgeflügel ernährt ;o), sehe ich gewisse Unterschiede zum seit Jahrtausenden domestizierten Haustier Hund. Übrigens werden nicht alle Raubtiere in Zoos mit rohem Fleisch ernährt - der Panda als reiner Pflanzenfresser gehört ja Beispielweise auch in die Familie der Raubtiere, und sogar in die Familie der Hundeartigen. ;o) Aber das nur am Rande.

    Ein weiterer Unterschied ist, dass Zootiere von ausgebildeten Tierpflegern betreut werden, die sich mit nichts anderem beschäftigen, als der Tierpflege. Solche Leute haben sicher mehr Erfahrung in der Beurteilung der Fleischqualität, Frische usw. Vor allem aber, arbeiten sie auch sehr eng mit den Zootierärzten zusammen. Nicht umsonst nehmen Zootierärzte regelmäßig Proben vom Futterfleisch und untersuchen auf Erreger, Bakterien, Viren und Würmer.

    Zudem werden Zootiere sowohl von den Pflegern als auch von den Tierärzten sehr aufmerksam beobachtet, damit eventuelle Krankheitsanzeichen schnell erkannt und behandelt werden können. Private Hundehalter sind leider nicht immer so aufmerksam und haben manchmal nicht die nötige Erfahrung, um Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Ich denke, dass man die professionelle Betreuung von Zootieren nicht so einfach mit jedem privaten Hundehalter vergleichen kann.

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  12. Führe mal eine Diskussion mit einem überzeugten Menschen-Rohköstler... es endet genauso. Völlig negiert wird dabei die Tatsache, dass manche Lebensmittel nur gekocht überhaupt essbar sind. Ich halten mich daran, was meinem Hund bekommt und schmeckt. Emil mag gekochtes deutlich lieber als rohes, deswegen gibt es für uns überhaupt keinen Diskussionen über das was ich ihm füttere. Trotzdem halte ich rohes Fleisch nicht unbedingt pauschal für gefährlich, dafür gibt es einfach zuviele Hunde die damit sehr gut klar kommen.
    Als selbst Betroffene von diversen Nahrungmittelunverträglichkeiten weiß ich nur zu gut, dass nur eine individuell verträgliche Nahrung die richtige sein kann. Mich selbst würde z.B. die Empfehlung 5x täglich Obst und Gemüse umbringen. :-)

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  13. Hut ab, sehr informativer Bericht zum BARFen!

    Ich hätte mal eine Frage: Weiß hier zufällig jemand ob es irdendwo eine wissenschaftliche, unabhängige Studie darüber gibt das BARFen angeblich so gesund sein soll wie viele behaupten? Ich hab schonmal danach gesucht, aber nichts gefunden. Darum wundert es mich, dass so viele Hundehalter so überzeugte BARFer sind. Gibt es wissenschaftliche Studien darüber? Wäre nett, wenn mir jemand einen Link schicken könnte, falls es sowas gibt.

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  14. Stimmt, als BARFER füttert man seinem Hund nicht das, was er bzw. der Wolf in der freien Wildbahn bekommen würde. Aber das Fleisch aus 95% der kommerziellen Fertigfutter kommt ganz sicher auch nicht aus artgerechter Aufzucht... Dazu kommen zahlreiche Lockstoffe, Konservierungsmittel usw.
    BARFEN ist eine Annäherung an die Ernähung des Wolfes!Nicht mehr und nicht weniger.

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  15. Ich möchte mich für diesen Artikel bedanken, denn er spricht mir förmlich aus der Seele... Leider hab ich auch schon erlebt, dass "NichtBarfer" in Foren gemobbt werden. Die Risiken von Barfen werden nicht erwähnt, oder in den Erdboden gestampft.

    Ich denke, dass man einen Hund auch ohne Hardcore-Barfen ausgewogen und abwechslungsreich Ernähren kann. Das sollte aber letztendlich jeder selber Entscheiden...

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  16. Hallo Katharina,

    es ist leider richtig, dass "konventionelles" Fertigfutter nicht aus artgerechter Tierhaltung stammt und mit viel Chemie und Müll "angereichert" ist. Genau darum raten wir in diesem Blog ja auch immer wieder ganz vehement davon ab! ;o) Schau mal in die Rubrik "Hunderernährung hier in diesem Blog und lies dir mal in Ruhe alle Beiträge dazu durch.


    Hallo MissPriss,

    da kann ich dir nur zustimmen - es muss jeder Hundebesitzer für sich und seinen Hund selbst entscheiden. Andere zu mobben, nur weil sie diesbezüglich eine andere Entscheidung getroffen haben, als man selbst, ist in meinen Augen absoluter Schwachsinn. Darüber hinaus ist das Thema Hundeernährung eigentlich kaum erforscht. Wirklich unabhängige wissenschaftliche Studien zur Hundeernährung sucht man leider vergeblich. Im Grunde ist somit jede Theorie zum Thema Hundefütterung (leider) mehr oder weniger Spekulation. Dennoch denke ich, es ist viel Wert, wenn man sich Gedanken darüber macht, womit man den Hundenapf füllt. Was es dann wird, muss jeder selbst entscheiden.

    LG Alex' Frauchen ;o)

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  17. Hallo zusammen,

    der Artikel ist zwar schon etwas älter, deshalb aber nicht minder interessant.

    Zu der Frage, warum kein Tierarzt das Barfen empfiehlt, möchte ich eine Gegenfrage stellen: Warum verschreiben nur eine handvoll Humanmediziner Vitamine und eine gesunde Ernährung zu therapeutischen Zwecken? Gerade in der Krebsprävention und -behandlung beim Menschen gibt es da sehr konträhre Meinungen.

    Ich barfe nun seit über einem Jahr, mein Hund sah noch nie so gesund aus - dennoch bin ich in einem großen Konflikt, was die Qualität des Fleischs angeht.
    Ich kaufe es immer frisch und habe da auch einen sehr guten Laden in Berlin, der das Fleisch aus der Lebensmittelproduktion bezieht. Das ist aber eben nicht die Qualität, die ich gern hätte. Das Bio-Siegel würde mich in vielerlei Hinsicht sehr beruhigen. Neben dem Gewissenskonflikt habe ich jedoch auch noch einen anderen - den finanziellen. der für mich als Studentin eine große Rolle spielt.

    Natürlich kann man jetzt sagen: das weiß man doch vorher, dass ein Hund Geld kostet! Ja sicher weiß man das - vor 7 Jahren habe ich mich jedoch noch nicht mit Ernährung in Bio-Qualität für mich oder meinen Hund auseinandergesetzt. Und vom finanziellen her liegen Welten zwischen normalem Hundefutter, dem in Lebensmittelqualität und Futter mit Bio-Siegel.

    Viele Grüße,
    Kerstin von doggyscout.de

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  18. Hallo,

    es gibt jetzt eine wissenschaftliche Studie zum Thema Barf und zwar von Frau Dr. Dillitzer, einer Tierärztin die sich auf Ernährung spezialisiert hat. Sie macht unter www.futtermedicus.de auch Ernährungsberatung für Hunde. Ich habe so eine Beratung für meine beiden Hunde machen lassen und Frau Dr. Dillitzer lehnte Barf auch nicht pauschal ab. Sie musste mich als Tierärztin zwar auch auf die Infektionsgefahren aufmerksam machen, die durch rohes Fleisch verursacht werden könnten, sagte in einem Telefongespräch aber auch, dass das in ihrer Praxis bisher noch nicht vorgekommen ist.
    Wichtig finde ich, dass man sich genau beraten lässt damit der Hund keine Mangelerscheinungen bekommt.

    LG Sabine

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  19. Toller Artikel! Erstmal vorweg, ich selber barfe meinen Hund, habe mir jedoch vorher reichlich Gedanken gemacht und versuche ihm eine ausgewogene und gut verträgliche Nahrungsgrundlage zu bieten.
    Bei dem Punkt mit der Massentierhaltung muss ich allerdings mal einhaken. Fakt ist natürlich, dass diese Tiere vollgepumpt werden mit all den Sachen, die ihr hier so aufgelistet habt. ABER was hat das jetzt mit den Risiken des Barfens zu tun? Genau von den gleichen Tieren stammt doch auch der Rest Fleisch, der in jedem Hundefutter enthalten ist (wenn auch natürlich in weit geringeren Anteilen - oft besteht so ein Futter ja zum größten Teil aus Getreide und Abfall aus der Nahrungsmittelproduktion für Menschen) und auch im gekochten Fleisch sinde diese Gifte noch enthalten. Dieser Punkt ist kein Argument GEGEN das Barfen, sondern generell gegen die moderne Fleischerzeugung und den Verzehr dieses Fleisches, in welcher Form auch immer (ob als Pallet, Krokette, blutig am Stück oder gekocht aus dem Topf).

    Dem Rest des Artikels ist aber wirklich nichts entgegen zu setzen. Man kann mit jeder Form der Fütterung viel verkehrt machen. Wichtig ist auf jeden Fall, sich überhaupt erst einmal Gedanken zu machen und nicht blind das erstbeste Futter zu kaufen bei Aldi und Co.

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  20. Hallo Cnessy,

    das Beispiel bezog sich auf Würmer. Ein frei lebendes Pferd, Rind o.ä. dass ausreichend Lebensraum zur Verfügung hat, wird niemals dort grasen, wo es bzw. die eigenen Artgenossen Kot absetzen. Kluger Schachzug von der Natur, denn so wird die Infektion mit Würmern gering gehalten.

    Außerdem hat die Natur es sogar so klug eingerichtet, dass verschiedene Wurmarten eines Pflanzenfressers im Verdauungstrakt eines anderen Pflanzenfressers abgetötet werden. Um beim Beispiel von Rindern und Pferden zu bleiben: Einige Wurmarten, die Pferden gefährlich sind, sterben im Verdauungstrakt der Kuh ab - und umgekehrt. Da es in der Natur (wo der WOLF seine Beute erlegt) immer Mischbeweidung durch verschiedene Pflanzenfresser gibt, hält sich der Wurmbestand bei intakter Natur also in erträglichen Grenzen.

    Bei der Massentierhaltung allerdings, werden möglichst viele Tiere einer Art auf möglichst engem Raum gehalten, sind meist selbst mit Kot verschmiert bis zu den Ohren und fressen gezwungenermaßen auch dort, wo alles mit dem eigenen Kot verschmieret ist. Das bietet Würmern die besten Bedingungen sich zu vermehren. Darum sollte man meiner Meinung nach - wenn man rohes Fleisch verfüttert - wenigstens regelmäßig Kotproben vom Hund auf Würmer testen lassen. Darum ging es.

    Leider gibt es manche "Hardcore-BARFER", die im Netz nach dem Motto Hund = Wolf argumentieren und empfehlen nur noch rohes Fleisch zu füttern, und am besten auch auf Wurmkuren zu verzichten, "weil der Wolf ja schließlich auch keine bekommt". Solche Aussagen, (die ich leider schon selbst im Netz gelesen habe), finde ich einfach unverantwortlich. Es gibt leider Leute, die ohne selbst nachzudenken solchen Aussagen blind vertrauen und sie befolgen.

    Das Beispiel sollte (als eines von vielen Beispielen) aufzeigen, dass der Vergleich "Hund=Wolf" bei genauer Betrachtung gewaltig hinkt und dass wir - selbst wenn wir es wollten, den Hund NIEMALS genau so ernähren können, wie sich ein Wolf in freier Wildbahn ernähren würde.

    Wichtig ist - da stimme ich dir voll und ganz zu - dass man sich Gedanken darüber macht, was man in den Napf füllt, sich nach allen Seiten informiert und sich bewusst überlegt was man füttert.

    Da sich Schadstoffe wie Wachstumshormone, Antibiotika & Co nicht "wegkochen" lassen, setze ich persönlich auf Biofleisch (Bioland, BioKreis oder Demeter), wo solcher Müll erst gar nicht verabreicht wird. Das SCHEINT zwar auf den ersten Blick sündhaft teuer, hat aber nachweislich einen höheren Nährstoffgehalt. Somit braucht man in der Menge deutlich weniger, wodurch sich der vermeintlich hohe Preis schnell wieder relativiert, wie meine kritischen Berechnungen ergeben haben.

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