Freitag, 29. August 2008

Unfassbarer, Tierischer Flop: Krefelds Bürgermeister will 13-jährigen Hund ins Tierheim stecken!

Behördenwillkür, Paragraphenreiterei, Irrsinn, Machtmissbrauch… mir fehlen eigentlich die Worte, wenn ich mir diese (leider wahre) Geschichte ansehe. Herr Jung von der Initiative Petwatch war so nett, uns auf den Fall aufmerksam zu machen:

Basco, so der Name des 13-jährigen Hundes, den die Stadt Krefeld ins Tierheim stecken will, ist ein lieber und freundlicher Hund, das ist unbestritten. Nicht einmal die Stadt Krefeld zweifelt das an. Dennoch soll der herzkranke kleine Münsterländer seinem Besitzer weggenommen werden. Begründung: Die Ordnungshüter der Stadt Krefeld hatten ihn mehrmals beim “illegalen” Baden erwischt. In 6 Jahren hagelte es insgesamt 7 Ordnungsgeldbescheide, weil Bascos Besitzer dem herzkranken Hunde-Opa bei heißen Temperaturen ab und zu ableinte, um ihm eine kurze Abkühlung im See zu gönnen. Die Ordnungsgelder hat Bascos Herrchen auch brav bezahlt, doch nun erließ die Stadt Krefeld eine Ordnungsverfügung die besagt, dass Basco abgegeben werden muss. Sein Besitzer darf keine Hunde mehr halten, nicht einmal einen Hund ausführen. Und um dann auch gleich mal die Macht der Behördlichen Gewalt zu demonstrieren, wird dem Hundebesitzer gleichzeitig mit einer möglichen Gefängnisstrafe gedroht.

Noch mal zum mitschreiben: Das es sich bei Basco um einen absolut friedlichen und freundlichen Hund handelt, ist absolut unstrittig! Ordnungswidrigkeit hin oder her - hier ist meiner Meinung nach keinerlei Verhältnismäßigkeit mehr gegeben. Des Eindrucks, dass es sich hier um einen persönlichen Racheakt handelt, können auch wir uns kaum erwehren. Umso trauriger, wenn so etwas dann auf dem Rücken eines Tieres ausgetragen wird.

Mehr zu dieser unfassbaren Geschichte hier:


Ich weiß wirklich nicht was sich die Stadt Krefeld dabei denkt, (oder ob man dort überhaupt denkt?), aber meiner Meinung nach ist das ein absolutes Armutszeugnis, das sich die Stadt Krefeld hier selbst ausstellt! Dieser FLOP ist in unseren Augen kaum noch zu überbieten! Eine Schande, zu sehen, wofür unsere Steuergelder hierzulande verschwendet werden!

Kopfschüttelnde Grüße, eure Alex (Alexander Bömbelmann)

PS: Basco, halt die Ohren steif - wenn es eine Demo vor dem Krefelder Rathaus gibt, sind wir dabei! Und ich kenne jetzt schon ganz viele, die diesen Bürgermeister ganz sicher nicht noch einmal wählen werden… Und vielen Dank noch mal an Petwatch für den Hinweis auf diesen unglaublichen Fall!

Lustige & informative Tiervideos im Netz

Frauchen und ich arbeiten gerade unsere Post auf, die sich wegen der längeren Pause hier ebenfalls ein wenig gestapelt hatte. Ein netter Tierfreund hat uns eine Linkpartnerschaft angeboten, die wir gerne angenommen haben. Auf der Seite tiervideos.org sammelt er - wie der Name schon ahnen lässt ;o) - Tiervideos. Informative und lustige Clips über sämtliche Tierarten, vom Meerschweinchen über Affen bis hin zum Hund werden dort gezeigt. Interessante Seite, schaut doch mal rein!

Viel Spaß wünscht euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

Jetzt aber! Wir sind wieder voll da! :o)

Liebe Hundekollegen, liebe Zweibeiner, ihr habt es sicher bemerkt - in den Monaten Juli & August gab es hier eine kleine Blog-Flaute. So wenig Blogeinträge wie in diesen Monaten, gab es in diesem Blog noch nie. Das lag nicht etwa daran, dass mir nicht eingefallen wäre - im Gegenteil. Zu erzählen hätte ich eigentlich genug gehabt, aber meine Sekretärin hat mal wieder schlapp gemacht.

Erst hat sich bei ihr die Arbeit geknubbelt und gestapelt, dann waren wir zwischendurch auf Norderney, und gleich im Anschluss hatte Frauchen wieder einiges aufzuarbeiten. Ist euch schon mal aufgefallen, dass Zweibeiner vor und nach Reisen immer besonders viel zu tun haben scheinen? Also mir als Hund ist das ja unbegreiflich. Wie dem auch sei - wir sind wieder da, und jetzt geht es hier wie gewohnt weiter. Allen Lesern, die uns trotz dieser unfreiwilligen Blog-Flaute treu geblieben sind, möchten wir an dieser Stelle mal ganz herzlich danken. Denn erstaunlicherweise hatten wir in den Monaten Juli und August 2008 nicht nur die wenigsten Blogeinträge seit bestehen dieses Blogs, sondern gleichzeitig auch mehr Besucher als je zuvor. Das motiviert mich doch gleich, meinem Frauchen wieder was zu diktieren.

Also bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)
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Montag, 18. August 2008

Wolf und Hund - wie groß ist die Ähnlichkeit, wie ‘artgerecht‘ ist der Vergleich?

Anknüpfend an den Artikel zum Thema BARF / Barfen möchte ich heute noch mal auf einen Punkt zurückkommen, auf den wir in dem ersten Artikel noch nicht näher eingegangen sind, weil der Artikel sonst einfach zu lang geworden wäre. Heute kommen wir darauf zurück und möchten noch mal ein paar kritische Denkansätze dazu liefern.

Ein weiterer, ganz wesentlicher Punkt, der beim Vergleich mit dem Wolf und der Forderung nach „Artgerechtigkeit“ oft völlig außer acht gelassen wird:

Die Natur hat bei wild lebenden Raubtieren wie Wolf und Wildhund knallharte „Zuchtkriterien“: Härte / Robustheit und Instinktsicherheit. Überleben und sich fortpflanzen, können in der Natur nur die Tiere, die

1.) instinktsicher genug sind, (trotz Hungers) auch mal eine Mahlzeit zu verschmähen, die ihnen nicht bekommen würde

2.) die robust genug gegenüber Krankheitserregern sind.

Wer nicht hart genug ist, oder das falsche frisst, zahlt mit dem Leben - da ist die Natur recht gnadenlos und konsequent. An diesen natürlichen „Zuchtkriterien“ hat sich bei Wildtieren hat sich seit jeher bis heute nichts geändert. Das sieht bei unseren Haustieren allerdings ganz anders aus: Hier trifft der Mensch die Zuchtauslese - nach seinen Wünschen und Zwecken. Die Robustheit spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Ursprünglichkeit des Wildtiers ist auch eher unerwünscht, der Wolf wäre im Haushalt eben nicht so pflegeleicht und alltagstauglich wie der Hund. Er würde sich nicht so einfach unterordnen, sich nicht vom Kind den Knochen abnehmen lassen, nicht ganz selbstverständlich ins Auto oder die Straßenbahn einsteigen. Er würde auch keine Eindringlinge in seinem Territorium dulden, geschweige denn, sich von ihnen anfassen lassen. Er würde ganz sicher auch keinen Wesenstest bestehen.

Die Zuchtkriterien beim Haushund sind seit unzähligen Generationen auf verschiedene Eigenschaften angepasst, die dem Menschen nützlich sind (Jagdhunde, Schutzhunde, Hütehunde usw.). Wesens- & Gebrauchseigenschaften und vom Menschen definierte „Schönheitsideale“, stehen hier im Vordergrund. Die natürliche Auslese auf gesundheitliche Härte und Robustheit, im Sinne wie sie bei wild lebenden Wölfen oder den Wildhunden in Afrika stattfindet, gibt es beim Haustier Hund schon verdammt lange nicht mehr. Zwar bemühen sich inzwischen verschiedene Zuchtverbände glücklicherweise wieder darum, etwas mehr Augenmerk auf die Gesundheit zu legen, doch das ist definitiv nicht mit den Bedingungen in der Natur vergleichbar. Es gibt keine einzige Hunderasse, die auch nur annähernd so hart auf Robustheit selektiert worden wäre, wie es die Natur tut. Nicht einmal bei den Wölfen im Zoo oder Wildpark ist das der Fall. Auch diesen Aspekt sollte man bedenken, wenn man den Hund mit dem wild lebenden Wolf auf eine Stufe stellen will.

Die die Natur schert sich nicht um Farbschläge, „Farbfehler“, eine „hoch angesetzte Rute“ oder „Unterordnungsbereitschaft im Umgang mit dem Menschen“, so wie es Zuchtverbände tun. Die Natur setzt andere Maßstäbe - dort ist es wichtig, möglichst resistent gegen Krankheiten und anpassungsfähig gegenüber dem natürlichen Lebensraum zu sein. Wer diesem „Zuchtkriterium“ nicht entspricht, fliegt raus. Und zwar nicht nur aus der Zucht, sondern auch gleich aus dem Leben. Sicher ist sicher, scheint da die Devise der Natur zu sein. Im Gegensatz zum Menschen, hat die Natur an ihren „Zuchtkriterien“ auch bis heute nicht das geringste geändert. Wie „artgerecht“ ist es also überhaupt, den Hund von heute mit seinen wilden Vorfahren gleich setzen zu wollen?

Ohne Zweifel weist der Hund auch heute noch viele Ähnlichkeiten zu seinen wilden Verwandten auf. Manche Rassen sehen dem Wolf sogar noch relativ ähnlich - andere weniger bis gar nicht. Bestimmte Verhaltensweisen unserer Haushunde lassen deutliche Parallelen zum Wolf erkennen, andere weniger. Es ist daher sicher wichtig, den Wolf nicht ganz aus den Augen zu verlieren, und sich in gewisser Weise an den wilden Vorfahren des Hundes zu orientieren. Aber ich bezweifele dennoch sehr stark, dass man den Hund von heute aus ernährungsphysiologischer Sicht 1:1 mit dem Wolf vergleichen bzw. kurzerhand gleich setzen kann. Bei allen Veränderungen, die der Mensch nach seinen Wünschen über Jahrhunderte lange Zucht vorgenommen hat, ist wohl unbestritten auch einiges an Robustheit und Resistenz gegenüber verschiedener Krankheitserreger auf der Strecke geblieben. Das sollte man nicht vergessen.

Das wirft Fragen auf: Artgerecht? Was genau ist nun artgerecht? Wie genau definiert man das im Zusammenhang mit der Ernährung? Artgerecht für den Wolf? Artgerecht für den Hund? Ist das wirklich das Gleiche? Und wenn man darauf besteht es vergleichen zu wollen - wäre Fleisch aus Massentierhaltung dann artgerecht für Wolf und Hund? Würde der Wolf ein mit Genfood und Medikamenten turbogemästete Rinder und Hühner fressen? Würde der Hund - wenn er frei entscheiden könnte - lieber rohes Fleisch fressen und das Risiko einer Erkrankung in Kauf nehmen, oder würde er doch lieber seine Zweibeiner an den Herd schicken, um das Fleisch abzukochen und so das Krankheitsrisiko zu minimieren? Fragen, die jeder Hundehalter für sich (und seinen Hund) selbst beantworten muss...

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

Freitag, 8. August 2008

Hundeernährung: BARF / Barfen Pro und Contra, Risiken & Nebenwirkungen


Oh, oh... Heute begebe ich mich mal auf ein ganz heißes Pflaster! Ich weiß, das Barfen ist ein sehr, sehr heikles Thema, bei dem die meisten Barfer auch keinerlei Widerspruch dulden. Trotzdem möchte ich mich diesem Thema heute widmen und versuchen, es möglichst wertfrei und neutral von allen Seiten zu beleuchten. Denn, wie alles im Leben, hat auch das Barfen Vor- und Nachteile.

BARF / Barfen - was bedeutet das?

Der Begriff stammt aus den USA, wo die Abkürzung „BARF“ ürsprünglich für „Born Again Raw Feeders“ stand, was übersetzt soviel wie „neugeborene Rohfütterer“ bedeutet. Dann folgte ein Bedeutungswandel und die Abkürzung BARF stand für „Bones And Raw Foods“ (Knochen und rohes Futter). Im Deutschen wurde schließlich irgendwann von Anhängern dieser Fütterungsmethode die Bedeutung „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ zu den Buchstaben gedichtet. Die Entwickler der BARF Fütterungsidee orientierten sich an den Fressgewohnheiten wildlebender Caniden und stellen den Hund in den direkten Vergleich mit dem Wolf. In diesem Sinne verfüttern sie ausschließlich rohes Fleisch, Knochen und Gemüse.

Grundsätzlich begrüße ich es ja bekanntlich sehr, wenn sich Hundehalter Gedanken um die Ernährung des Hundes machen. Schließlich kann der Hund - im Gegensatz zu seinem wildlebendem Vorfahren, dem Wolf, - ja nicht selbst entscheiden, was er fressen möchte. Die Verantwortung für die Ernährung des Hundes liegt also beim Hundebesitzer. Und das ist eine große Verantwortung! Denn - so weit die Meinungen bei der Ernährung auch auseinander gehen mögen - in einer Sache sind sich alle Experten einig: Die Ernährung des Hundes ist ein wichtiger Gesundheitsfaktor - so, wie eine optimale Ernährung eine vorbeugende Wirkung zur Gesunderhaltung des Hundes hat, und sogar zur Heilung oder Besserung von Krankheiten beitragen kann, kann andererseits eine fehlerhafte Ernährung den Hund krank machen. Soweit so gut. Nun bleibt aber die spannende Frage:

Was ist die optimale Ernährung für den Hund?

Und da beginnt es dann schon kompliziert zu werden... Die Argumente für das Barfen werden oft sehr emotional vorgetragen, was vielleicht auch an der im Deutschen neu ersonnenen Bezeichnung in „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ liegen mag. Dieser Begriff, (der ja mit der ursprünglichen Bedeutung der Abkürzung BARF eigentlich nicht mehr viel gemeinsam hat), suggeriert dem geneigten Leser, dass dies „die einzig wahre und artgerechte Fütterung“ sein müsse. So kam das Barfen mit dem Bedeutungswandel der Bezeichnung hierzulande auch sehr in Mode. Dass die Rohfütterung auch Risiken birgt, wird dabei allerdings oft verschwiegen. Genau das ist der Grund, warum ich dieses Thema nun aufgegriffen habe. Ich möchte hier weder Panik verbreiten, noch das Barfen schlecht machen. Die nachstehend genannten Risiken müssen natürlich nicht zwangsläufig auftreten, aber sie können eben durchaus auftreten. Darum bin ich der Meinung, dass sie auch mal erwähnt werden sollten. Wir können (und wollen) hier lediglich Denkansätze liefern - denken und entscheiden muss dann jeder Hundehalter für seinen Hund selbst.

Vorteile von BARF / Barfen

Fertigfutter für Hunde gibt es viele, und in der Werbung versprechen sie alle, nur das Beste für unsere Hunde zu wollen. Allerdings ist inzwischen weitgehend bekannt, dass viele Fertigfuttern aus minderwertigen Zutaten zusammengesetzt sind. (Das Thema hatten wir ja bei unserem Hundefuttertest schon einmal näher beleuchtet.) Insofern ist es sicherlich als Vorteil zu sehen, dass Barfer frische Zutaten verwenden, die sich im frischen Zustand auch wesentlich leichter in der Qualität beurteilen lassen. Ein weiterer Vorteil ist sich auch, dass bei der frischen Zubereitung des Futters auf Lockstoffe, Farb- und Duftstoffe, Füllstoffe, Konservierungsmittel usw. verzichtet werden kann. Das ist ohne Zweifel sehr positiv. Bei selbst zusammen gestelltem Futter - sei es nun roh oder gekocht - kann man die Rationen individueller auf Aktivität des Hundes, eventuelle Erkranungen usw. einstellen. Das ist positiv, sofern man weiß was man tut und umfassend informiert ist.

Nachteile & Risiken von BARF / Barfen

Tierärzte sehen den Trend zum Barfen eher kritisch und warnen oft vor den Risiken. Das Verfüttern von rohem Fleisch, rohem Fisch, ungekochten Schlachtabfällen und rohen Eiern stellt für Hunde nämlich auch eine Infektionsgefahr dar, die von Hundehaltern oft unterschätzt wird. Einige schließen sich dem BARF-Trend an, ohne über diese Riskiken informiert zu sein. Und einige Internetseiten, die dringend zum Barfen raten, versäumen es leider, die möglichen Risiken aufzuzeigen. Die Risiken: mit dem rohen Fleisch, Fisch & Ei können verschiedene Krankheitserreger wie z.B. Parasiten, Viren und Bakterien übertragen werden. Viren und Bakterien bleiben auch nach Aufbewahrung des rohen Fleisches im Kühl- oder Gefrierschrank teilweise monatelang lebensfähig. Durch Kochen, lassen sie sich dagegen abtöten. An dieser Stelle winken die Fans des Barfens meist ab: „Der Wolf frisst ja schließlich auch roh!“, lautet das Argument. Stimmt, soweit ich weiß, wurde noch nie ein Wolf beim Kochen beobachtet. Allerdings hinkt der Vergleich mit dem Wolf hier mal wieder: die Beutetiere des Wolfes sind nämlich schon ganz andere, als die Tiere (bzw. deren Teile), die der Mensch heute an den Hund verfüttert. Ein paar Beispiele, über die man vielleicht nachdenken sollte, wenn man den Wolf in freier Wildbahn mit dem Haushund von heute in einen direkten Vergleich stellen will:

Unterschiede Wolf / Hund & Ernährung

Beispiel 1: Die Beutetiere des Wolfes stehen nicht in großen Herden auf kleinen, eingezäunten Wiesen. Geschweige denn, in engen Ställen. Die Beutetiere des Wolfs bewegen sich in freier Wildbahn. Sie haben unendliche Weiten als Weideflächen zur Verfügung, auf denen sie ständig weiter ziehen. Und instinktiv frisst ein weidendes Tier niemals dort, wo es selbst Kot absetzt. Eine kluge Einrichtung von Mutter Natur - so haben Endoparasiten wie Würmer, Giradien & Co nämlich ganz schlechte Chancen!

Bei dem Fleisch, das heute zur Hundefütterung zur Verfügung steht, sieht das schon ganz anders aus. Heute stehen die Tiere in engen Ställen, mit viel Glück vielleicht auch auf der Wiese. Dann allerdings hindern Zäune sie daran, beim Weiden weiter zu ziehen. So sind sie gezwungen auch in der Nähe der Stellen zu grasen, wo sie auch Kot absetzen. Das freut die Würmer, denn sie können sich so immer mehr ausbreiten und mit dem rohen Fleisch dann auch in den Hund gelangen.

Zwar sind auch einige Wildtiere gelegentlich auch Zwischenwirte (zum Beispiel für Bandwürmer), aber Hunde sind leider Endwirte für die meisten Bandwürmer. Somit tragen sie auch den größten Schaden davon. (Mehr zu den einzelnen Risiken ist auch hier nachzulesen: http://www.tierklinik.de/ratgeber.php?content=00057, sowie hier: http://www.nutripets.de/fehler/barf.html oder auch hier: http://www.wuff.at/artikel.php?artikel_id=667 ) Wer also rohes Fleisch und rohen Fisch füttert, der sollte noch häufiger Kotproben vom Hund untersuchen lassen, um eventuellem Parasitenbefall rechtzeitig entgegen wirken zu können und darüber hinaus vor allem auch sehr auf Krankheitsanzeichen und Veränderungen im Verhalten des Hundes zu achten, um eventuelle Infektionskrankheiten rechtzeitig erkennen und behandeln lassen zu können. Rohes Schweinefleisch sollte wegen der Gefahr, den Hund mit dem Aujetzky-Virus (Pseudo-Tollwut) ohnehin ganz tabu sein! Die Gefahr der anderen Infektionskrankheiten (siehe Links) bleibt jedoch bestehen.

Noch ein feiner Unterschied zwischen Wolf und Hund: wer argumentiert, er habe noch nie einen Wolf in freier Wildbahn gesehen, der sein Fleisch abkocht, der wird wohl oder übel auch zugeben müssen, dass er sicher auch noch nie einen Wolf gesehen hat, der sein Fleisch aus einer Massentierhaltung bezieht, wo die Masttiere mit sämtlichen Hilfsmitteln (Anabolika, Antibiotika, genmanipuliertes Futter etc.) in Rekordzeit auf Schlachtgewicht gemästet werden. Das sehen viele derer, die so gerne mit dem Wolf als Vorbild für artgerechte Hundeernährung argumentieren, nämlich seltsamerweise als völlig normal und selbstverständlich an!? (Konventionell erzeugtes Fleisch (Also Nicht-Bio-Fleisch) enthält zum Beispiel unter anderem auch 14 mal mehr Pestizide, als konventionell erzeugte rein pflanzliche Nahrungsmittel selbst. Quelle: Cancer (Alternative Medicine Definitive Guide) von W. John Diamond) Fakt ist leider: das Fleisch, das heute 'konventionell produziert' wird, hat mit den Beutetieren des Wolfs in unberührter Natur wohl nur noch sehr, sehr wenig gemeinsam. Somit hinkt der Vergleich auch hier wieder ganz gewaltig...

Beispiel 2: Ein weiterer Punkt, den Tierärzte im Zusammenhang mit dem Barfen oft beklagen, sind Verstopfungen bis hin zum durch zu viele Knochen und zu viel schwer Verdauliches. Der freilebende Wolf ist wohl unbestritten stärker von natürlichen Instinkten geleitet, als der heutige Haushund. Davon abgesehen, muss er zunächst einmal selbst jagen, um überhaupt was zu zwischen die Zähne zu bekommen. Das heißt, er muss sich bewegen - und das nicht zu knapp! Die kurze Gassirunde um den Häuserblock, die bei sehr vielen heutigen Haushunden leider gängige Praxis ist, kann man wohl kaum mit der Beutejagd des Wolfes vergleichen. Da hinkt der Vergleich also schon wieder gewaltig... Hat der Wolf dann erfolgreich gejagt, frisst er instinktiv exakt soviel wie er braucht, (und er weiß wie viel er braucht!) - den Rest vergräbt er für schlechte Zeiten. Unter dem Wohnzimmerteppich lässt sich das für den Hund allerdings schlecht realisieren. ;o) Will heißen: im Gegensatz zum Wolf, frisst der Hund in der Regel das, was der Zweibeiner ihm in den Napf legt. Und - nicht alle, aber die meisten Hunde, haben im Laufe der Domestikation schlicht “verlernt” aufzuhören, wenn sie exakt die Menge gefressen haben, die sie tatsächlich benötigen. (Leicht zu erkennen, an den vielen übergewichtigen Hunden, die man so sieht...)

Beispiel 3: Obwohl auch Wölfe Rohfaser brauchen, nehmen sie diese selten direkt in Form von Pflanzen auf. Den Hauptteil des Rohfaseranteils nimmt der Wolf auf, indem er die vorverdauten pflanzlichen Stoffe aus dem Verdauungstrakt seiner Beutetiere frisst. Das macht Sinn, denn Wolf (und Hund) machen keine Kaubewegung, bei der pflanzliche Nahrung zermahlen wird. Daher können die Zellwände der pflanzlichen Nahrung nicht so zerkleinert werden, dass die Nährstoffe aufgenommen werden könnten. (Wir hatten das ja schon einmal in dem Artikel "selber kochen für den Hund" erläutert.) Durch Kochen kann man die Vorverdauung zumindest annähernd "simulieren" und die Rohfaser für den Hund verwertbar machen. „Aber da gehen die Vitamine verloren!“, argumentieren Barfer an dieser Stelle. Ja, zu einem geringen Anteil gehen beim Kochen von pflanzlicher Nahrung Vitamine verloren. Das stimmt. Allerdings ist genau das auch der Fall, wenn die Nahrung im Verdauungstrakt des Beutetieres schon vorverdaut wird! ;o)

Auf einen ganz wesentlichen Punkt, der bei der Forderung nach Artgerechtigkeit und im Vergleich mit dem Wolf oft ganz übersehen wird, kommen wir hier noch einmal zurück.


Die Beispiele ließen sich jetzt noch weiter fortsetzen, aber an dieser Stelle beenden wir das. Ich will nämlich jetzt mit Frauchen an die frische Luft! Und da ich kein Wolf in freier Wildbahn bin, sondern ein Hund, brauche ich dazu einen meiner Zweibeiner. Die müssen nämlich aufpassen, dass mich kein Auto oder Radfahrer über den Haufen fährt - Dinge um die sich ein Wolf in der unberührten Wildnis übrigens auch keine Gedanken machen muss. ;o)

Aber HALT! Was ist denn nun die optimale Hundefütterung? Nee, nee, liebe Zweibeiner, so einfach kann ich es euch leider nicht machen. Was nun wirklich die optimale Ernährung für den Hund ist, muss wohl jeder Hundebesitzer selbst für seinen Hund / seine Hunde entscheiden, denn jeder Hund ist auch verschieden. Alter, Aktivität, Gesundheitszustand und viele weitere Faktoren spielen dabei eine Rolle. Dazu ist es hilfreich Infos zu sammeln, und Vor- und Nachteile abzuwägen und sich Gedanken zu machen. Ob roh oder gekocht - wer seinem Hund das Futter selbst zusammenstellen will, sollte sich aber auf jeden Fall gründlich (und nicht nur im Internet) mit dem Thema Hundeernährung / Hundefütterung auseinander setzen und informieren. Parasitäre Erkrankungen sind bei der Rohfütterung (BARF) nicht das einzige Risiko. Eine noch größere Gefahr geht, wie schon erwähnt, bei der Rohfütterung von den verschiedenen Viruserkrankungen aus, mit denen sich der Hund durch rohes Fleisch infizieren kann. Es würde zu weit führen, hier auf jede einzelne einzugehen, darum rate ich, das Thema ausführlich mit dem Tierarzt des Vertrauens zu besprechen und sich dort genau über die Risiken im Detail zu informieren, bevor man sich blind auf selbst ernannte "Barf-Gurus" verlässt und barft, ohne zu wissen was man eigentlich tut. Denn, so hitzig das Thema Hundeernährung auch diskutiert wird und - so unterschiedlich die Meinungen zur Hundefütterung auch sein mögen - Wissenschaftler sind sich einig: Die Ernährung hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit des Hundes. Und auch wer zum Fertigfutter greift, sollte sich keinesfalls blind auf die Werbeversprechen der Futterhersteller verlassen, sondern kritisch sein. Auch hier sollte man ganz genau hinsehen und genau abwägen. Keine leichte Aufgabe...

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Damit kein falscher Eindruck entsteht: wir haben nichts gegen Barfer und wollen hiermit auch keine "Stimmung gegen Barf" machen. Es mag Hunde geben, die mit dieser Art der Fütterung gut zurecht kommen, das wollen wir gar nicht abstreiten. Wir haben nur entschieden etwas dagegen, Hundebesitzer zu dieser Art der Fütterung zu überreden, ohne sie über die Risiken des Barfens aufzuklären. Wer sich dann für welche Art der Fütterung entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Leider wird in manchen Tierforen im Netz jeder, der nicht barft, schon fast als Tierquäler oder zumindest als "Rabenfrauchen" bzw. "Rabenherrchen" von einigen Hardcore - Barfern gemobt. Und das finden wir, ehrlich gesagt, ziemlich daneben. Denn, selbst die Hardcore-Barfer müssen zugeben: Das Barf für Hunde gesünder sein soll, ist bislang nur eine These, eine Vermutung von Anhängern dieser Art der Hundefütterung. Nicht mehr, und nicht weniger. Konkrete, wissenschaftlich fundierte Beweise dafür oder unabhängige wissenschaftliche Langzeitstudien gibt es bisher nicht. Und man sollte auch nicht vergessen, dass mit dieser These inzwischen auch viel Geld verdient wird. Die Annahme, der Barfer, Barf sei gesünder, leitet sich vom direkten Vergleich mit dem Wolf ab. Ob man diese Meinung nun teilen möchte oder nicht, sollte man jedem Hundebesitzer selbst überlassen.

Weitere Artikel zum Thema Hundefutter / Hundefütterung / Hundeernährung folgen bald. Schaut einfach immer mal wieder rein und wählt entweder in der Rubrikenauswahl die Rubrik Hundeernährung, oder nutzt das Suchfeld rechts in der Sidebar.

Donnerstag, 7. August 2008

Tierquälerei: Besitzer musste Hund abgeben

In Villach (Kärnten) sprach der Veterenär-Stadtrat ein Hundehalteverbot aus, nachdem allein in den vergangenen Tagen rund 20 Beschwerden gegen den Hundebesitzer vorlagen. Zur „Belustigung“ hatte er seinem 4 Monate jungen Schäferhundmischling mit Hilfe eines Komplizen gemeinsam Rum eingeflößt. Unrechtsbewusstsein Fehlanzeige! Wie kleinezeitung.at hier berichtet, soll der Hundebesitzer dem Amtstierarzt gegenüber gesagt haben: "Das ist halt lustig gewesen. Einer hat ihm das Maul aufgehalten, der andere hat ihm die Rumflasche reingesteckt." Aber nicht nur mit Alkohol, auch mit Schlägen soll er den Hund immer wieder gequält haben. Schäferhundmischling „Rocky“ soll sich jetzt im Villacher Tierheim von der Qual erholen. Den Hundebesitzer erwartet eine Anzeige wegen vorsätzlicher Tierquälerei.

Wir wünschen dem armen “Rocky” alles Gute und hoffen, dass das Hundehaltungsverbot auch durchgesetzt wird, damit nicht noch ein Hund solche Misshandlungen erleiden muss.

Traurige Grüße, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)
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Stöckchen geworfen, Maschinengewehrpatrone bekommen

Da dürfte der Hundebesitzer nicht schlecht gestaunt haben: Als er seinem Hund ein Stöckchen warf, apportierte dieser daraufhin statt des Stöckchens eine 14 Zentimeter lange Maschinengewehrpatrone, die wohl noch aus einem der Weltkriege stammt. Die Patrone, die vermutlich durch Straßenbauarbeiten zum Vorschein gekommen war, wurde von der Polizei sichergestellt. Passiert ist glücklicherweise nichts. (Quelle: Focus)

Wir Hunde sind doch immer wieder für eine Überraschung gut... ;o)

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)
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Mittwoch, 6. August 2008

Gassi gehen verboten! Sittenpolizei macht Kontrollen & beschlagnahmt Hunde

Zunächst konnte ich es gar nicht so recht glauben, doch da zahlreiche, als seriös einzustufende Medien darüber berichten, scheint die Sache wohl tatsächlich wahr zu sein: In Saudi Arabien soll das Gassi gehen mit Hund oder Katze jetzt verboten sein! Wer in Riad mit Hund in der Öffentlichkeit erwischt wird, muss schriftlich erklären, dies nie wieder zu tun. Wird er dann noch einmal mit Hund erwischt, so droht die Beschlagnahmung des Hundes. So zumindest, berichten es die Medien. Der Grund: nein, nein, es sind nicht etwa liegen gelassene Hundehaufen, die zu dieser drastischen Maßnahme führen - es geht angeblich darum, dass Männer die Haustiere nutzen, um mit Frauen ins Gespräch zu kommen. Hier schaltet sich die Sittenpolizei ein, denn Männer und Frauen sollen in Saudi Arabien strikt getrennt bleiben. Und da ist es offenbar auch schon zuviel, wenn man beim Gassi gehen ein: “Der tut nix” austauscht, um dann die Hunde miteinander spielen zu lassen. Konservative Gelehrte sehen in der Haustierhaltung zudem eine „gefährliche Verwestlichung“, und wollen sie daher unterbinden, heißt es. Leider geht aus keinem der zahlreichen Medienberichte dazu hervor, was mit den Hunden und Katzen passiert, wenn sie beschlagnahmt werden...

Traurige Grüße, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)
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Dienstag, 5. August 2008

Frau tritt brutal auf Hund ein und verletzt ihn schwer

Mettmann - Durch das laute Jaulen eines Hundes und das Fluchen einer Frauenstimme wurden Zeugen aus Köln und Düsseldorf am vergangenen Sonntag gegen 18:20 Uhr auf eine schreckliche Tiermisshandlung aufmerksam. Wie die Polizei hier mitteilt, beobachteten die Zeugen, wie eine ältere Frau immer wieder brutal auf ihren kleinen Hund eintrat. Erst als die Zeugen einschritten, ließ die alkoholisierte Frau endlich von dem wehrlosen, und zu diesem Zeitpunkt schon schwer verletzen Hund ab, und entfernte sich vom Tatort. Der Hund erlitt bei der Attacke durch die Frau unter anderen einen offenen Bruch und wurde per Tiernotdienst in eine Tierklinik in Erkrath gebracht. Wie sich später herausstellte, war die 75-jährige auch die Halterin des misshandelten Hundes. Gegen sie wurde jetzt ein Strafverfahren eingeleitet.

Uns fehlen wieder einmal die Worte. Wir ziehen es vor, an dieser Stelle lieber für uns zu behalten, welche Strafe wir ihr wünschen...

Traurige und fassungslose Grüße, euer Alex!

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