Samstag, 31. Mai 2008

Herzleiden werden bei älteren Hunden oft zu spät erkannt



Herzleiden bei Hunden werden oft zu spät erkannt. Dies gilt besonders bei älteren Hunden, weil die Symptome eines Herzleidens – besonders die ersten Anzeichen – den ganz normalen Alterserscheinungen stark ähneln. Laut einer Studie sollen Herzstörungen die dritthäufigste (nicht unfallbedingte) Todesursache bei Hunden sein. Dabei kann eine mangelhafte Funktion des Herzens sowohl angeboren sein, als auch erworben werden. Besonders anfällig für Herzerkrankungen sind Rüden und übergewichtige (adipöse) Hunde. Dabei ist es mit Herzleiden beim Hund wie bei vielen anderen Krankheiten auch: Je früher sie erkannt und behandelt werden, desto besser ist die Prognose. Durch eine individuelle, vom Tiearzt verordnete Behandlung, in einer Kombination mit einer natriumarmen, auf den Patienten abgestimmten Diät, kann die Lebensqualität des Hundes verbessert und das Leben nachhaltig verlängert werden.

Anzeichen für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) können sein:
  • Abnehmende Aktivität, Bewegungsunlust
  • Der Hund hechelt stark nach Belastung
  • Die Ausdauer des Hundes nimmt ab
  • Der Hund ist müde, matt, und schläft viel
  • Der Hund atmet schwer und / oder ist kuratmig
  • Dumpfes, trockenes Husten nach dem Aufstehen oder nach Bewegung
  • Appetitlosigkeit
  • Evtl. Schwellungen oder Schmerzen im Bauchbereich
Wie bereits erwähnt – zumindest die vier erstgenannten Punkte, die sich in der Regel als erste Anzeichen einstellen - sind Symptome, die auch ein gesunder Hund im Rahmen des normalen Alterungsprozesses zeigt. Der eine deutlicher, der andere weniger deutlich. Aus diesem Grunde werden die ersten Anzeichen oft nicht erkannt, weil der Hundebesitzer denkt: „Er wird halt älter und ruhiger“... Nicht nur aus diesem Grunde möchten wir hier noch einmal empfehlen den Hund – auch wenn alles normal scheint – mindestens einmal im Jahr zu einem „Senioren-Check“ (Geriatrie-Check) beim Tierarzt vorzustellen.

Vorbeugende bzw. unterstützende Maßnahmen:

  • Regelmäßige, angemessene (!) Bewegung ist ebenfalls wichtig, um das Herz zu trainieren. Natürlich ist dabei darauf zu achten, dass der Hund nicht überfordert wird.
  • Ganz wichtig ist die Vermeidung von Übergewicht beim Hund
  • Auch Zahnstein kann kann zu Herzerkrankungen führen, wie wir hier in dem Artikel zur Zahnpflege beim Hund schon einmal angesprochen hatten.
  • Auch die Ernährung des Hundes / Hundeseniors kann dazu beitragen, das Herz gesund und Leistungsfähig zu erhalten. Es ist inzwischen durch eine Vielzahl von Studien belegt, dass eine konsequente gesunde Ernährung von großer Bedeutung ist. Einige Nährstoffe haben herzschonende Eigenschaften. So sollte zum Beispiel darauf geachtet werden, dass der Hund ausreichend mit Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, Linolsäure und Gamma-Linolsäure, sowie L-Carnitin versorgt wird. Zu viel Natrium (Salz) im Futter kann sich dagegen negativ auf das Hundeherz (und die Leber des Hundes) auswirken.
Bei der ausreichenden Versorgung mit L-Carnitin gerät man leicht in eine Zwickmühle, denn ältere Hunde leiden ja gleichzeitig oft auch unter Arthrose. Einerseits wird bei Hunden mit Arthrose dazu geraten auf rotes Fleisch zu verzichten und statt dessen Geflügelfleisch zu füttern, andererseits enthält Geflügelfleisch leider relativ wenig L-Carnitin, das aber für wiederum die Funktion des Herzmuskels wichtig ist. (Auch in vielen Fertigfuttern sind zu wenig dieser Nährstoffe, die für das Herz wichtig sind, enthalten!) Daher sollte man die Ernährung des alten oder Herzkranken Hundes ausführlich mit dem Tierarzt besprechen. Es gibt Futterergänzungsmittel, wie zum Beispiel das Cardio-Liquid von Vet Concept, oder Herz-Vital von Canina, die L-Carnitin in Kombination mit Weißdorn zur Stärkung des Herzens enthalten. L-Carnitin spielt übrigens unter anderem auch eine wichtige Rolle beim Fettabbau.

Von einer Selbstmedikation "ins blaue hinein" halten wir jedoch nichts. Solche Dinge sollten immer mit dem Tierarzt besprochen und abgestimmt werden. Wie immer sollen unsere Tipps hier keinesfalls eine Anregung sein selbst "herumzudoktorn", sondern vielmehr Informationen liefern, die helfen sollen, sich auf das Gespäch mit dem Tierarzt vorzubereiten und ggf. gezielt nachzufragen. Ganz dringend abzuraten, ist eine Zufütterung von L-Carnitin, das als Nahrungsergänzungsmittel für Menschen angeboten wird! Solche Produkte enthalten oft Zusätze wie Süßstoffe und Natriumbenzoat (E 211), die für Hunde tödlich sein können!

Herzliche Grüße, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Und das selbst schlimme Herzprobleme zunächst ganz harmlos scheinende Symptome haben können, zeigt das Beispiel von Jack, über dessen lebensbedrohlichen Herzabriss ich hier berichtet hatte.

Kommentare:

  1. Das absolut eindeutigste Symptom ist, dass die Hunde schlagartig nicht mehr schwimmen, sie plantschen nur noch im Wasser, zeigte Merlin auch.
    Deswegen empfehle ich bei jedem alternden Hund routinemässig den Herzcheck mit Ultraschall:
    http://briard-blog.de/blog/post/1/980

    VG
    Karina

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  2. Hallo Karina,

    danke für den Tipp, das wusste ich auch noch nicht. Klingt aber durchaus enleuchtend - immerhin ist schwimmen ziemlich anstrengend für den Hund. Da kann ich mir gut vorstellen, dass er sich nicht mehr traut zu schwimmen, wenn er das Gefühl hat, er könnte es vielleicht nicht mehr zurück ans Ufer schaffen.

    LG Alex' Frauchen

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