Mittwoch, 2. April 2008

Vorbild Schweden - dort haben es Tiere gut...

Schweden - Im Land der Elche haben auch andere Tiere gut lachen! Die neuen Tierschutzregeln des Landwirtschaftsamts setzen Tierhaltern klare Regeln für eine vorbildliche Tierhaltung: Kühe müssen auf die Weide, Pferde dürfen nicht einzeln gehalten werden, Hühner müssen Platz haben. Aber nicht nur an die Nutztiere, sondern auch an Katz & Hund wurde gedacht: Hunde müssen mindestens alle 6 Stunden (Welpen und ältere Hunde häufiger) ausgeführt werden, das Anbinden von Hunden in der Wohnung ist ebenso verboten wie das permanente Anketten außer Haus. Käfige dürfen nur für den Transport oder kurzfristig für Ausstellungen genutzt werden, und selbst Hundebesitzern mit Garten wird vorgegeben, dass der Hund zusätzlich Auslauf und Sozialkontakte beim Gassi gehen mit Herrchen oder Frauchen braucht.

Wer Katzen in der Wohnung hält, muss nun nach den neuen Tierschutzregeln dafür sorgen, dass sie mindestens zweimal täglich sozialen Umgang mit anderen Lebewesen haben. Außerdem muss er der Katze die Gelegenheit bieten, zu klettern, sich zu verstecken und die Krallen zu schärfen. Auch Katzen, die ins Freie streunen dürften, reicht eine Futterschale und eine Klappe, um ins Haus zu können, nicht. Zumindest zweimal täglich ist Kraulen und Schnurren angesagt.

Zulauf für Tierpensionen

Freuen werden sich über diese neuen Vorschriften sicherlich auch die Betreiber der in Schweden schon sehr weit verbreiteten Hundekrippen. Sie dürfen sich wohl Hoffnungen auf neue, zusätzliche Kundschaft machen. Wer die Regeln missachtet, riskiert nämlich den Besuch des Tierschutzinspektors. Der kann zwar keine Strafen verhängen, aber in krassen Fällen die Zwangsentfernung des misshandelten Tieres verfügen. Bei schweren Schädigungen gibt es eine Anzeige, dafür sieht das Gesetz auch Freiheitsstrafen vor. Strenge Regeln, doch die schwedischen Tierhalter zeigen sich sehr einsichtig. Blitzumfragen ergaben, dass die neuen Vorschriften auf viel Zustimmung seitens der Tierhalter stießen: „Wer in der Stadt ein Haustier haben will, muss sich auch darum kümmern“, lautet der Tenor. Zu viel der Mühe? „Daran muss man denken, bevor man sich einen Hund anschafft.“ (Quelle: „Die Presse“)

Liebe Schweden, wir finden euch klasse und sind mal wieder sehr beschämt, dass wir hier in Deutschland noch so extrem rückständig sind, was den Tierschutz betrifft!

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

Kommentare:

  1. Ich halte das zwar für schwer kontrollierbar, aber gut isses allemal! Tja, bis man hier in "Good old Germany" mal soweit ist, das kann dauern. Ich weiß nicht ob wir das noch erleben werden. GANZ SCHNELL gehen ja immer Änderungen der Steuergesetzte, wenn es dem Statt hilft uns mehr aus der Tasche zu ziehen. Aber beim Tierschutz ist D-land noch nicht allzu weit übers Mittelalter hinaus gekommen. Das muss man ja mal ehrlich zugeben... :-(

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  2. Dafür habe ich von Deutschland noch nicht gehört das jede zwanzigste Hund/Katze die zum Arzt kommen, bereits (legal) sexuell missbraucht wurden. (http://blogtier.de/archives/29-Schweden-Sex-mit-Tieren-ist-legal.html)


    Aufgrund deines Artikels habe ich über google versucht diese neuen Regeln irgendwo zu finden, aber außer zahlreichen Berichten "über" die neuen Regeln (die ich klasse finden würde) konnte ich nirgendwo die Regeln zum Nachlesen finden... etwas skeptisch macht mich ja, das der Bericht vom 1 April stammt ôÔ

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  3. Hallo Blogtier,

    Ich fürchte ich muss dein Weltbild jetzt erschüttern - es ist in Deutschland leider legal! Als ich deinen Kommentar las, war ich völlig fassungslos und tief erschüttert. Daraufhin habe ich recherchiert und (leider mal wieder) absolut schockierende Ergebnisse gewonnen. Die Internetseite verschwiegenes-tierleid-online.de hat sich auf dieses Thema spezialisiert und bietet wirklich sehr umfassende Informationen dazu. Dort heißt es:

    “ In Schweden wurde das Sodomieverbot im Jahre 1944 abgeschafft. Jedoch aufgrund der hohen Risiken einer körperlichen und seelischen Schädigung des Tieres ist der Schwedische Veterinärverband davon überzeugt, dass der Sex mit Tieren mit Bezug auf das Tierschutzgesetz als strafwürdiges Verhalten angesehen kann. Bedauerlicherweise ist der heutige Gesetzestext mangelhaft und sollte insoweit ergänzt werden, als dass aus ihm sexuelle Übergriffe auf Tiere eindeutig als unzulässig hervorgehen. Ebenso muss der sexuelle Übergriff gegenüber Tieren deutlicher als strafbare tierschutzwidrige Handlung erkennbar in die bestehenden strafrechtlichen Regelungen (Strafbare Handlungen, Kapitel 16, §13) aufgenommen werden.“ Quelle

    Warum das Verbot im Jahre 1944 überhaupt abgeschafft wurde, ist mir absolut unbegreiflich, aber im Jahr 2003 konfrontierte der schwedische Tierschutzverbund Förbundet Djurens Rätt sämtliche im Schwedischen Parlament vertretenen Parteien mit Fragen zu diesem Thema. (Auch auf Verschwiegenes Tierleid nachzulesen) Alle Politiker sprachen sich dabei einheitlich für ein Verbot und die Bekämpfung der Sodomie aus. Ob das Gesetz inzwischen entsprechend geändert wurde, konnte ich bisher leider noch nicht genau herausfinden. Dummerweise spreche ich kein schwedisch, und es ist eher unwahrscheinlich schwedische Gesetzestexte in deutscher Sprache zu finden.

    Was nun vermutlich dein Weltbild (ebenso wie meines) nochmals schwer erschüttern wird ist folgendes:

    Die Rechtslage in Deutschland

    Zitat: „Bis 1969 war die Strafbarkeit sexueller Handlungen (widernatürliche Unzucht) mit Tieren durch § 175b StGB (Strafgesetzbuch) geregelt.
    Im Zuge der 1. Strafrechtsreform vom 25. Juni 1969 sind heute sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren nicht mehr strafbar.“


    1969 ! Wir reden hier nicht vom Mittelalter, das ist nicht einmal 40 Jahre her! Wir reden auch nicht von irgend einer Bananenrepublik, wir reden von Deutschland!

    Bis zum 1. September 1969 waren sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren strafbar. Geregelt wurde die Strafbarkeit durch den § 175 b des damaligen Strafgesetzbuches.

    Im Zuge der 1. Strafrechtsreform, die eine Änderung des geltenden Sexualstrafrechts bewirkte, wurde die Strafbarkeit der „Unzucht mit Tieren“ aufgehoben.
    Diese Aufhebung der Strafbarkeit wurde seinerzeit vom Sonderausschuss für die Strafrechtsreform mit den folgenden Worten begründet:

    „Die Strafvorschrift über die Unzucht mit Tieren, deren Streichung vorgeschlagen wird, hat gegenwärtig in der gerichtlichen Praxis nur noch eine geringe Bedeutung.
    Die Täter sind nach ihrer abnormen psychischen Verfassung selten mit Strafandrohung anzusprechen. Kriminalpolitische Gründe für die Beibehaltung der Strafvorschrift sind nicht vorhanden. Dass der Täter sich durch die Unzucht mit Tieren selbst entwürdigt, ist kein hinreichender Anlass für eine Bestrafung. Beobachtungen, dass Täter, die wegen Unzucht mit Tieren aufgefallen sind, später zum Teil auch andere Sexualdelikte verüben, vermögen nach überwiegender Ansicht im Sonderausschuss eine Strafvorschrift gegen Unzucht mit Tieren nicht zu rechtfertigen. Wird das Tier durch die unzüchtige Handlung gequält oder roh misshandelt, so kommt eine Bestrafung wegen Tierquälerei in Betracht. Fremdes Eigentum an dem Tier ist durch die Strafvorschriften über Sachbeschädigung geschützt.“ (Deutscher Bundestag 1969, Drucksache V/4084, S. 33)

    Schweden ist dagegen eigentlich schon lange allgemein als Vorreiter in Sachen Tierschutz bekannt, darum hatte ich keinen Grund an dieser weiteren guten Meldung zu zweifeln. Ich mache mir eigentlich schon immer die Mühe viel zu recherchieren, und veröffentliche nicht wahllos irgendwelche Meldungen, die ich irgendwo finde. Es ist mir schon wichtig, dass meine Artikel ‘Hand und Fuß’ haben. Ich zitiere mal einige Meldungen zum TS in Schweden:

    Zitat tierisch-engagiert.de: “Besser sieht's eigentlich nur in Schweden aus. Dort hat der Tierschutz traditionell einen hohen Stellenwert – man kann sagen, dass es sich für ein Tier in Schweden am besten lebt.“

    Zitat Tiernotruf.org (TASSO):

    “In sozialen Belangen spielten die Schweden schon lange eine Vorreiter-Rolle. Vorbildlich für den Rest von Europa sind zum Beispiel der Sozialstaat, das Kinderschutzgesetz. Ebenso vorbildlich ist das schwedische Tierschutzgesetz.“

    Vgt.at (Tierschutz konsequent) berichtete schon 2001: „Schweden übernahm Vorreiterrolle in Sachen Tierschutz“ weiter heißt es: „...dass Tierschutz ein zentrales Anliegen der schwedischen Regierung sei: „Tiere sind leidensfähige Mitgeschöpfe mit eigenen Werten. Menschen haben nicht das Recht, Tiere grausam auszubeuten. Tierhaltung ist ethisch nur dann zu rechtfertigen, wenn sie unter bestimmten Bedingungen stattfindet. Der Ausgangspunkt dabei muss immer das Tier und seine Bedürfnisse sein. Was benötigt ein bestimmtes Tier, um sich seinen Bedürfnissen entsprechend artgemäß verhalten zu können?" Frau Winberg fährt fort: „Es gibt bestimmte Formen der Tierhaltung, die es einem Tier verunmöglichen, sich natürlich zu verhalten". Z.B. die Käfighaltung von Hühnern, Kaninchen oder Pelztieren, die Kasten- und Einzelstände von Sauen, Vollspaltenböden oder die dauernde Anbindung von Rindern oder Schweinen. (Alles Dinge, die hierzulande ja offenbar kaum jemanden interessieren.)

    Ich könnte jetzt ewig fortfahren - es gibt unzählige positive Meldungen, (nicht nur im Internet), die sich auf den Tierschutz in Schweden beziehen. Auch auf der Seite der PETA habe ich recherchiert, aber keine Negativschlagzeilen über Schweden finden können.

    Dass es in Deutschland bislang nicht einmal statistischen Untersuchungen zur Häufigkeit solcher Fälle gibt zeigt aber, dass wir - selbst wenn das Gesetz in Schweden noch nicht geändert worden sein sollte - wir hier in Deutschland dennoch sehr weit hinterher hinken.

    Unsere direkten Nachbarn, die Niederlande haben die Sodomie übrigens im März 2008 verboten und unter Strafe gestellt, wie die Rheinische Post hier hier berichtet, dauerte die Debatte dazu 2 Jahre. Ich frage mich zwar, warum erst jetzt und was es darüber 2 Jahre lang zu debattieren gibt, aber immerhin haben sie jetzt ein Verbot. Und sind uns damit ebenfalls voraus.

    Ich hatte ehrlich gesagt bisher keine Ahnung, dass es überhaupt so ein großes Thema ist. Allein die Vorstellung finde ich derart widerlich und verachtenswürdig, dass ich bisher davon ausgegangen wäre, es könne sich - wenn es sowas überhaupt noch gibt - um äußesrt seltene Einzelfälle handeln. Ebenso bin ich mit eine großen Selbstverständlichkeit davon ausgegenen, dies sei überall (zumindest in Europa) strafbar. wären. Da habe ich wohl leider wieder falsch gedacht. Die Tatsache, dass so etwas überhaupt so häufig vorkommt, und nicht einmal gesetzlich verboten ist, ist für mich absolut unfassbar.

    Traurige und schockierte Grüße von Alex’ Frauchen.

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  4. PS: Danke, dass du mich mit deinem Kommentar auf das Thema aufmerksam gemacht hast - auch wenn es eine dieser Nachrichten war, von denen ich lieber nie erfahren hätte. Mit solchen Informationen (und zusätzlich velen anderen grausamen Meldungen im Hinterkopf) fällt es manchmal schon verdammt schwer, die Spezies "Mensch" nicht gerenerell zu verachten.

    Da das aber auch nicht Sinn der Sache sein kann, brauche ich, wenn ich von solchen Grausamkeiten erfahre, immer etwas Abstand und Pause von Tierschutzthemen. Es ist manchmal fast mit zu ertragen...

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  5. Mir geht es da ähnlich. Zum einen denke ich immer wieder "weg gucken ist zu leicht", ich setze mich mit den Dingen auseinander, grübel darüber wie ich einen Beitrag leisten kann und letztlich bin ich deprimiert wenn ich die vielen unfassbaren Informationen zum Tierleid finde, dass geht an die Nieren.

    Mir gehts atm beim Thema Jagt so, habe mir vorgenommen diese Lobby-Gesellschaft nicht mehr unterm Teppich schlummern zu lassen. Unser Vermieter ist Jäger, seine Söhne sind Jäger, meine Ex Schwägerin ist heute im Vorstand eines Jägervereins. Wenn ich jetzt die ganzen Informationen dazu zusammen trage, verabscheue ich diese Menschen zunehmend. Ich suche nach Wegen etwas gegen das leid zu unternehmen das sie verursachen, aber die Informationen und Bilder drehen mir oft nur den Magen um.

    Kopf hoch und weiter, das Leben hat gute und Schlechte Seiten, mit den Blogs können wir nur versuchen aufmerksam zu machen, wenn mehr Leute die Augen auf machen, können wir vielleicht etwas bewegen.

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  6. Hallo Blogtier,

    das wird wohl den meisten so gehen, die sich mit Tierschutzthemen beschäftigen. Vermutlich ist das auch der Grund, warum so viele Leute lieber wegsehen.

    Dennoch stimme ich dir zu und halte es auch für wichtig, immer wieder auf Missstände hinzuweisen. Allerdings gebe ich zu, dass auch in nicht immer in der seelischen Verfassung bin, mich mit Tierschutzthemen beschäftigen zu können. Gerade nach solchen schockierenden Meldungen, brauche ich zwischendurch auch immer wieder Pausen vom Thema Tierschutz.

    Trotzdem werde auch ich nicht aufhören immer mal wieder auf Missstände aufmerksam zu machen. Nur so gibt eine Chance, dass sich etwas bewegen lässt.

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  7. Was ich hier lese und auf den Seiten von verschwiedenes Tierleid gelesen habe, kann ich echt nicht fassen!!! Du glaubt man in einem (halbwegs) zivilisierten Land zu leben und dann SOWAS!!!??? Mir ist echt schlecht, ich könnte kot***

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