Donnerstag, 13. März 2008

Border-Collie, Labrador, Golden Retriever & Co - Modehunde im Tierheim

Sich vor der Anschaffung besser über Hunde zu informieren fordern Tierschützer des Tierheims Frankenberg. Eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen, doch die Realität sieht leider anders aus. Das Tierheim Frankenberg stellt besonderes Interesse und große Nachfrage nach den so genannten aktuellen ’Moderassen’ wie Border Collie, Golden Retriever, Labrador und Jack Russel Terrier fest. Doch jeden Monat werden allein im Tierheim Frankenberg auch bis zu 6 Hunde dieser Rassen abgegeben, weil die Halter schlecht informiert und mit der Haltung der Hunde überfordert sind.

Die Hunde werden oft nicht artgerecht gehalten, nicht genug gefordert und ausgelastet und entwickeln daraus Verhaltensstörungen. Auch aggressives Verhalten kann eine Form der Verhaltensstörung durch falsche Haltungsbedingungen sein. Die Vorsitzender der Frankenberger Tierschützer warnt daher eindringlich davor solche ‘Modehunde’ aufzunehmen, ohne sich vorher genau über die Haltung informiert, und selbstkritisch überlegt zu haben, ob man in der Lage ist, einen solchen Hund Artgerecht zu halten. “Gerade Hunde dieser Rassen brauchen 3 bis 4 Stunden Programm am Tag”, gibt Renate Seifert zu bedenken. Besonders wichtig ist es, die Hunde durch Spiele sowohl körperlich, als auch geistig zu fordern. Ebenso wichtig ist eine ruhige und konsequente Erziehung. Wer sich mit dem Gedanken trägt einen Hund anzuschaffen, sollte sich vorher intensiv über Bedürfnisse und Eigenschaften der verschiedenen Rassen informieren und ehrlich überlegen, ob man bereit, und zeitlich in der Lage ist, den Hund artgerecht zu beschäftigen und zu halten. (Quelle: hna-online)

Anmerkung: Das gilt selbsverständlich nicht nur für Modehunde, sondern für alle Rassen. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber scheinbar muss immer noch und immer wieder darauf hingewiesen werden...

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Zur Information und als Entscheidungshilfe gibt es zahlreiche Bücher über Hunderassen, in denen man sich über die Eigenschaften und Besonderheiten der verschiedenen Rassen informieren kann, um herauszufinden, welcher Hund zur Familie passt. Die Bücher sind teilweise schon unter 10 Euro im Buchhandel erhältlich - ein winziger Bruchteil dessen, was die Hundehaltung kostet und somit sicher eine lohnende Investition. Ein paar Beispiele für solche Bücher:



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Kommentare:

  1. Sehr geehrter Herr Alexander Bömbelmann,

    vielen dank für Ihre kritische Beschreibung über die artgerechte Haltung von Rassehunden. Am 11.08.2009 habe ich an den Golden Retriever Club geschrieben, welche Verhaltensstörungen auftreten können, wenn man einen Golden Retriever nicht Artgerecht hält (Anfrage siehe PS). Habe übrigens immer noch keine Antwort erhalten. Nun habe ich eine Vorstellung davon, wie sich solch ein Rassehund bei nicht artgerechter Haltung verhalten kann. Ich finde auch, dass Menschen, die sich solche Hunde anschaffen keine Tierfreunde sind, sondern nur aus reinem Egoismus Hunde mit einem Stofftier verwechseln.

    Mit freundlichen Grüssen aus Berlin

    PS: 11.08.2009

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit erstaunen habe ich Ihre Erklärungen zur Rassebeschreibung eines Golden Retrievers unter dem Punkt“ Anforderungen an den Hundebesitzer“ gelesen.

    Anfang Juni 2009 sind in der Wohnung über mir (Wohnung hat ca. 53 m² Wohnfläche gesamt, in einem sehr hellhörigen Mehrfamilienhaus) junge Leute mit einem ca. jetzt 8 Monate altem Golden Retriever eingezogen.
    Nun habe ich beobachtet, dass dieser Golden Retriever die meiste Zeit in der Wohnung alleine ist. Und wenn die Halterin zu hause ist, wird nur mit dem Golden Retriever in der Wohnung alleine gespielt und nicht rausgegangen.
    Anfangs hat er noch wenn er alleine war gejammert und gebellt. Das hat sich mitlerweile reduziert, aber alleine ist er immer noch die meiste Zeit.
    Der Golden Retriever wird am Tag max. 3 mal nach unten gelassen und dass für meist ca. nur 10 Minuten an der Leine (ca. 100 m bis zur nächsten Ecke). Ansonsten wird die Wohnung Tag und Nacht als „Hundeauslaufgebiet“, benutzt.

    Bei dem Hinweis an die Halterin, mit der Bitte ihren Golden Retriever nicht mehr alleine in der Wohnung zu lassen und ihn mitzunehmen, da ich dies als Tierquälerei ansehe, wurde ich nur beschimpft und werde dies nun nicht mehr tun.
    Dieses Verhalten der Halterin deckt sich nun überhaupt nicht mit ihrer Beschreibung zur verantwortungsvollen Haltung eines Golden Retrievers.

    Sie schreiben auch unter dem oben angegebenen Punkt, dass, wenn keine Artgerechte Haltung eines Golden Retrievers (z.B. täglich Wanderungen etc.) vorgenommen werden, es zu Verhaltensstörungen kommen kann.

    Mich würde interessieren:
    Wie sehen diese Verhaltensstörungen aus? Wird ein Golden Retriever aggressiv?

    Da ich nun der Meinung bin, das in einer Großstadt wie Berlin nur eine artgerechte Haltung von Hunden geben sollte und aus diesem Grund selbst keine Tiere halte, würde ich mich über eine Antwort diesbezüglich freuen. Vielen Dank.


    Mit freundlichen Grüssen aus Berlin

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  2. Hallo ? aus Berlin,

    bei jedem Tier, das nicht artgerecht gehalten wird, kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Wie sich diese dann im Einzelnen äußern kann man natürlich nie voraussagen, denn da ist von Tier zu Tier verschieden. Während sich ein Tier mehr und mehr in sich zurückzieht, und vielleicht irgendwann nur noch apathisch in der Ecke liegt, beginnt ein anderes unter den gleichen Voraussetzungen vielleicht die Wohnungseinrichtung zu zerlegen, entwickelt sich zum Kläffer, entwickelt Zwänge, wie zum Beispiel, dass er sich selbst die Pfote leckt, bis sie wund und blutig wird, oder, oder, oder... Unter "Verhaltensstörungen" oder "Verhaltensauffälligkeiten" beim Hund versteht man alles, was nicht dem üblichen Verhalten eines Hundes entspricht.

    Aggression, (sei es gegen Artgenossen, Gegenstände, oder gar Menschen) ist nur eine Form der Verhaltensstörungen, die bei nicht artgerechter Haltung u. nicht artgerechtem Umgang mit einem Hund auftreten kann. (Kann, nicht muss!) Natürlich kann auch ein Golden Retriever bei nicht artgerechter Haltung und nicht artgerechtem Umgang Aggressionen entwickeln - genau so wie viel oder wenig wie ein Pekinese, ein Yorkshire-Terrier, ein Border Collie, ein Jack Russel, ein Zwergdackel, ein Pitbull, oder jede beliebige andere Hunderasse.

    Nur weil ein Hund helles Fell und niedliche dunkle Knopfaugen hat, heißt das natürlich nicht, dass er deswegen keine Aggressionen entwickeln könnte, wenn die Besitzer mit der Haltung und Erziehung überfordert sind. Es ist keine Frage der Rasse, ob ein Hund aggressiv wird oder nicht, es liegt vielmehr an seinen Haltern und den Umständen.

    Ich denke schon, dass es auch in einer Stadt möglich ist, einen Hund artgerecht zu halten - allerdings ist es mit einem viel höheren Aufwand verbunden, als wenn man auf dem Land lebt, ein großes Grundstück und Freilaufmöglichkeiten hat und im idealfall noch mehrere Hunde zusammen halten kann. Besonders, wenn man einen jungen Hund in der Stadt halten will, muss man einen hohen Aufwand betreiben, wenn man ihm ein artgerechtes Leben bieten will. Lebt man mit dem Hund in der Stadt, muss man sich etwas einfallen lassen, um Ausgleiche zu schaffen. Hunde brauchen Sozialkontakte zu anderen Hunden, sie müssen körperlich und geistig gefordert werden, um sich artgerecht entwickeln zu können. Hier sind die Hundebesitzer gefordert, ihren Hunden das zu ermöglichen. Besuche in Welpengruppen, eventuell Agilitiy oder ähnliches, lange Spaziergänge, für die man evtl. auch raus aufs Land fahren muss usw. Diesen Aufwand unterschätzen leider viele Hundehalter.

    Ich habe lange auf dem Land gelebt und in einem Reitstall gearbeitet, wo sich Alex gemeinsam mit vielen anderen Hunden 16 Stunden am Tag völlig frei nach Lust und Laune bewegen konnte. Wenn ich daran denke, wie viel die Hunde von ihrer Möglichkeit frei zu toben, mich auf meinen Wegen und Ausritten zu begleiten Gebrauch gemacht haben, hätte ich mich doch sehr anstrengen müssen, um dies in einer Stadt auch nur annähernd ausgleichen zu können. Ich persönlich würde mir daher in der Stadt keinen jungen Hund halten. Ein älterer Hund hat nicht mehr ganz so viel Bewegungsdrang und tobt auch nicht mehr so lange und intensiv mit Artgenossen, wie ein junger Hund.

    Wer auch in der Stadt nicht auf einen Hund verzichten möchte, der sollte einem älteren Hund aus dem Tierheim eine Chance geben. Je nach Alter und Fitness sind ältere Hunde auch mal mit Spaziergängen im Stadtpark und städtischen Freilaufflächen zufrieden.
    3 mal täglich 10 Minuten Gassigehen wären aber selbst für meinen fast 14-jährigen Alex entschieden zu wenig und definitiv nicht artgerecht! Und wenn der junge Hund Ihrer Nachbarin tatsächlich nur 3 x tägl. 10 Minuten "Auslauf" erhält, dann sehe ich das auch als Tierquälerei an. Vielleicht sollten Sie noch einmal versuchen ein freundliches Gespräch mit den Nachbarn zu führen. Vorwürfe würden die Fronten sicher nur verhärten, vielleicht lässt sich mit viel Diplomatie aber noch Überzeugungsarbeit leisten?

    LG Alex' & sein Frauchen

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  3. Liebe grüss aus Belgie , Louisette mit zwei golden.
    http://blog.seniorennet.be/louisette/
    http://passionretrieverpets.blogspot.com/

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