Freitag, 14. März 2008

Mit Blutegeln gegen Arthrose, Hüftgelenkdysplasie (HD) & Co.

In der Humanmedizin werden Blutegel schon lange bei Rheuma, Arthrose, Thrombosen, in der plastischen Chirurgie, bei verschiedenen Entzündungen und vielen anderen Leiden erfolgreich eingesetzt. Nun erobern die kleinen Blutsauger auch die Tiermedizin. Einsatzgebiete in der Tierheilpraxis sind bei Hunden z.B. Arthrose, Hüftgelenkdysplasie und akute Discoapathie (Bandscheibenvorfall). Bei Pferden akute Erkrankungen wie Hufrehe, traumatisch bedingte Arthritis und Sehnenentzündung, Arthrose, Nackenbeule, etc. Eine besondere Technik ist die "Hirudinopunktur", bei der Blutegel auf spezielle Akupunkturpunkte gesetzt werden.

Schmerzhaft ist der Biss eines Blutegels nicht. Er wird als leichtes Pieksen oder völlig schmerzfrei beschrieben. Ob zur Schmerzlinderung ein Anästhetikum im Speichel enthalten ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Doch der Biss ist auch durch die Bisstechnik wenig schmerzhaft: 3 sternförmig angeordnete Sägeleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnchen raspeln sich vorsichtig durch die Haut, um an das Blut zu gelangen. Zwischen den Kalkzähnchen sind Öffnungen, durch die der Blutegelspeichel (Saliva) abgegeben wird.

Der Speichel des Blutegels enthält einen Wirkstoffcocktail aus ca. 20 verschiedenen Substanzen wie zum Beispiel die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin. Aus diesen Stoffen in Kombination mit der entzündungshemmenden Wirkung des ebenfalls enthaltenen Eglins, ergibt sich auch eine der wichtigsten medizinischen Heilwirkungen des medizinischen Blutegels. Eglin kann Entzündungen und Schmerzen lindern (z.B. bei Arthrose). Die exakte Wirkung aller im Speichel des Blutegels enthaltenen Stoffe ist noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Vor der Übertragung von Krankheiten muss man sich nicht fürchten. Die Speicheldrüsen der medizinischen Egel sind absolut keimfrei, der Speichel des Blutegels ist antiseptisch. Dennoch kommt jeder Blutegel nur ein einziges mal zum Einsatz. Unfangreiche weiterführende Informationen zu medizinischen Blutegeln und deren Wirkung findet man auf der Internetseite der Bibertaler Blutegelzucht www.blutegel.de, die uns freundlicherweise auch die Fotos für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür.

Wir haben persönlich zwar noch keine Erfahrungen mit der Blutegeltherapie gemacht, würden es aber sicher ausprobieren, wenn meine Arthrose noch mal Probleme machen sollte. Im Gegensatz zu anderen Blutsaugern, wie zum Beispiel Zecken, sind Blutegel doch durchaus nützliche Blutsauger, die Mensch und Tier helfen können. So sehen Blutegel übrigens aus, wenn sie schwimmen:

video

Gar nicht so eklig, wie man denkt, oder? Aus der Nähe betrachtet, sind die Tierchen auch wunderschön gezeichnet. Das wird in dem Video meiner Minikamera leider nicht sichtbar, aber sie sind wirklich nicht eklig. (Das kleine Mini-Video haben wir in "meiner" Physiotherpie-Praxis gedreht.)

Bleibt gesund, euer Alex (Alexander Bömbelmann ;o)

PS: Viele weitere Informationen zum Thema Arthrose bei Hunden fassen wir in der Rubrik "Arthrose beim Hund" (auch in der Sidebar unter "Rubriken" zu finden) zusammen. Wir tragen hier sämtliche Informationen zusammen, die wir zu diesem Thema finden können. (Behandlungsmöglichkeiten, Therapieformen, eigene Erfahrungen, neue Erkenntnisse zur Arthrose bei Hunden, Ernährung von Hunden mit Arthrose, usw.) Die Rubrik wird - wie alle anderen auch - ständig erweitert, ausgebaut und aktualisiert. Schaut also öfter mal vorbei! ;o)

Kommentare:

  1. 5 maximal (aber nur in seltenen Faellen bei grösseren Tieren) 8 cm grosse Blutegel sollte man bevorzugen. Grössere zu ver(sch)wenden dient kaum Patient und der von Überfischung und Wilderei bedrohten Egel.

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  2. Hallo Anonym,

    vielen Dank für den Hinweis, aber die medizinischen Blutegel, von denen hier die Rede ist, stammen nicht aus der Wildnis, sondern ausschließlich aus einer Zucht. Das ist auch dem im Text angegebenen Link www.blutegel.de zu entnehmen. (Soweit ich weiß, ist dies auch Vorschrift.)

    Über die Zucht & vorbildliche Haltung der Blutegel habe ich einmal eine TV-Reportage gesehen - von einer so artgerechten Haltung und einem so schönen Leben können unsere "Nutztiere", die auf den Tellern landen nur träumen...

    Ich denke, mehr als 5 Egel werden ohnehin nicht angesetzt - jedenfalls habe ich noch nie davon gehört. Mein Artikel ist ja auch keineswegs als Aufforderung gedacht, selbst mit Blutegeln herum zu hantieren! Das muss schon der Tierarzt machen, der zuvor auch eine Diagnose gestellt hat und danach entscheiden kann wann, wo und wieviel.

    Wir würden uns hüten, hier irgend jemanden zu irgendwelchen Selbstmedikationen - egal welcher Art - zu animieren. Sowas macht unserer Meinung nach nie Sinn!

    Wir haben es hier ja schon mehrfach betont und wiederholen es gerne nochmal:

    Bei allen Artikeln zum Thema Hundegesundheit bzw. Hundekrankheiten gilt: Die hier veröffentlichten Informationen können den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen! Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Tierarzt und Patient festgelegt werden. Ich möchte mit diesen Informationen lediglich helfen, sich auf das Gespräch mit dem Tierarzt vorzubereiten und ergänzende Hinweise liefern, bzw. eventuelle Möglichkeitenn aufzeigen, die dann mit dem behandelnden Tierarzt gezielt besprochen werden können.

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