Mittwoch, 5. März 2008

Hundeversicherungen: Haftpflicht, OP-Versicherung, Krankenversicherung - was macht Sinn?

Eines Vorweg: Eine Tierhalter- bzw. Hundehalterhaftpflicht Versicherung ist unserer Meinung nach ein absolutes MUSS! Abgesehen davon, dass sie für große Hunde ohnehin Pflicht ist, sollte man bedenken: Wenn der Hund zum Beispiel mal einen Verkehrsunfall verursachen sollte, indem er vor ein Auto läuft, können schnell Schadensersatzansprüche auf den Hundehalter zukommen, die ihn des Lebens nicht mehr froh werden lassen. Daher ist eine Haftpflichtversicherung für den Hund meiner Meinung nach das erste, was man abschließen sollte, wenn man sich einen Hund anschafft. Wir haben eine Hundehalterhaftpflichtversicherung bei der Agila, weil sie damals in einem Vergleich die günstigste Versicherung war. Ob das heute noch so ist, oder ob es inzwischen noch günstigere mit gleichen Leistungen gibt, haben wir nicht nachgeprüft. Mit 72,- Euro Jahresbeitrag bei einer Deckungssumme von 3 Millionen kann man nicht meckern, denke ich. Das sind 6,- Euro im Monat, soviel sollte jeder Hundehalter übrig haben. (Interessant übrigens: Das ist deutlich billiger als die Hundesteuer, für die es bekanntlich gar keine Leistung gibt! ;o) Wie die Agila Schäden abwickelt, können wir allerdings nicht beurteilen, weil wir zum Glück noch nie einen Schadensfall hatten.

OP-Kostenschutz Versicherung

Oft stellt man uns die Frage, ob es Sinn macht, auch eine Krankenversicherung oder OP-Versicherung für den Hund abzuschließen. Und da wird es mit der Antwort schon schwieriger, finde ich. Denn diese Frage kann man eigentlich nicht mit einem “Ja” oder “Nein” beantworten. Das ist eben auch ein bisschen vom Glück und der Gesundheit des Hundes abhängig. Wir haben keine OP-Versicherung abgeschlossen, aber da uns die Frage oft gestellt wird, haben wir das an meinem Beispiel mal nachgerechnet:

Der Versicherungsbeitrag zur OP-Kostenschutz Versicherung für einen Hund kostet bei der Agila 15,90 Euro. (Katze 9,90 Euro) Dafür zahlt die Versicherung (lt. Angaben auf der Website) alle OP-Kosten und die Nachbehandlung. Rechenbeispiel: Ich bin jetzt 12 Jahre alt, hätte also in 12 Jahren insgesamt 2.289,60 Euro Versicherungsbeitrag gezahlt. (Es kann auch etwas weniger sein, denn möglicherweise war die Versicherung früher billiger. Das lässt sich jetzt nicht mehr so genau rekonstruieren. Wir wollen ja auch nur mal grob überschlagen.) Rechne ich die Goldimplantate, die ich gesetzt bekam, und meine Schulter-OP vor 7 Jahren zusammen, hatten meine Zweibeiner ca. 1600,- Euro OP-Kosten, die sie für mich zahlen mussten. In diesem Fall, sind wir also (bisher) ohne Versicherung billiger davon gekommen. Hätte ich Beispielsweise mal ein neues Hüftgelenk gebraucht, wären wir dagegen mit OP-Versicherung im Vorteil gewesen. (Zum Glück blieb mir das aber erspart!) Die Frage, ob eine OP-Versicherung Sinn macht, ist also kaum mit einem klaren “Ja” oder “Nein” zu beantworten, sofern man kein Hellseher ist, der voraus ahnen kann, welche Krankheiten oder Unfälle der Hund erleidet.

Alternativ zu einer OP-Kostenversicherung, könnte man vom ersten Tag an monatlich den Betrag, den die Versicherung kosten würde, selbst ansparen. Dann hätte man für den Notfall vorgesorgt, und der eventuelle Notfall würde kein dickes Loch in die Haushaltskasse reißen. Allerdings setzt das natürlich eine gewisse Konsequenz und Selbstdisziplin voraus - wenn man selbst für den 'Fall der Fälle' spart, sollte man diesen ’Spartopf’ auch wirklich nur im Notfall antasten. Glück wäre dann, wenn gar kein Notfall einträte, dann hätte man das angesparte Notfall-Geld nach einem langen, gesunden Hundeleben noch übrig. Pech wäre, wenn direkt in den ersten Jahren ein Notfall einträte, und noch nicht genug angespart wäre. Dann wäre unter Umständen doch wieder ein Loch in der Haushaltskasse. Ihr seht: Man kann diese Frage beim besten Willen nicht pauschal beantworten. Das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden.

Zu beachten ist aber dabei: Die meisten OP-Kosten-Versicherungen nehmen Tiere nur bis zu einem gewissen Alter auf. Um beim Beispiel der Agila zu bleiben: Dort sind die Versicherungsbedingungen gültig, für Hunde und Katzen die gesund sind und das 4. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Tierkrankenversicherung

Bei der Krankenversicherung verhält es sich ähnlich, wie bei der OP-Kostenversicherung: Wir persönlich haben keine, aber auch hierzu kann man meiner Meinung nach weder pauschal raten, noch kann man davon pauschal abraten. Das sind Dinge, die wirklich jeder für sich selbst entscheiden muss. Infos, einen Tarifrechner und Rechenbeispiele zu allen hier genannten Versicherungen gibt es auf der Website der Agila-Versicherung:



AGILA - Die Krankenkasse für Hund & Katze


Verschiedene Versicherungen bzw. Versicherungstarife miteinander vergleichen und gleich online den günstigsten Tarif für die Tierhalterhaftpflicht (und auch für andere Versicherungen) herausfinden könnt ihr hier:

Tarifcheck24.de - Versicherungen - Leadprogramm

Abschließend sei also von Hund zu Hund gesagt: Lasst euere Zweibeiner sich darüber den Kopf zerbrechen. Fest steht: Ob mit oder ohne Kranken- & OP-Versicherung - am besten, ihr bleibt gesund & unfallfrei. Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann ;o)

Kommentare:

  1. Wir sind auch bei der Agila und sind da sehr zufrieden. Einen Schaden hatten wir leider schon mal. Ludger hat das Auto meiner Mutter zerkratzt, weil er vor Freude an der Tür hoch gesprungen ist. (Muttern war mal wieder zu langsam ;-)) Wurde ohne Probleme und ganz schnell beglichen.

    KV und OP-Vers. haben wir auch, wir sind nämlich nicht so konsequent damit selbst was zurückzulegen. ;-) Auch damit gabs noch keine Probleme.

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  2. Hallo,
    ich bin leider auch nicht besonders konsequent mit Geld zurücklegen, hab's mir deswegen unmöglich gemacht das zu vergessen:
    Der Hund hat "sein eigenes" Sparkonto, auf das ein Dauerauftrag eingerichtet ist.
    So kann man das "Geld-beiseite-legen" nicht vergessen und es ist ruckzuck ein Puffer für eventuelle OP's und Tierarztkosten angespart!

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  3. Hallo Marina,

    das finde ich vorbildlich! So hatte ich das mit dem selbst ansparen auch gemeint.

    LG Alex' Frauchen

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  4. @ Simmy: Gut zu wissen, dass es im 'Fall der Fälle' auch mit der Schadensregulierung klappt. Denn, wie gesagt, da wir noch keinen Schaden hatte, wusste ich bisher nicht, wie es damit aussieht. Danke für den Hinweis.

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  5. Nee nee, auch für grosse Hunde gibt es keine Pflicht, eine Hundehaftpflicht abzuschliessen. :-) Kann sein, dass es das in NRW gibt, aber sonst nirgendwo.
    Sinnvoll ist es aber allemal!

    Wuffwuff
    Merlin und Dojan

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  6. Lieber Merlin, lieber Dojan, in NRW gibt es definitiv eine Pflicht für große Hunde eine Haftpflichtversicherung abzuschließen:

    Große Hunde § 11 LHundG NRW

    Die Haltung eines derartigen Hundes ist der Ordnungsbehörde anzuzeigen. Sie benötigen keine Erlaubnis. An die Haltung sind verschiedene Voraussetzungen geknüpft.
    Hierzu gehören:

    * Sachkundenachweis des Halters
    * Zuverlässigkeit des Halters
    * Kennzeichnung des Hundes per Mikrochip
    * Haftpflichtversicherung des Hundes

    Und ich weiß, dass es ähnliche Bestimmungen auch in anderen Bundesländern gibt. (Geldbuße bei nicht nachgewieser Haftpflichversicherung: Ab 250,- Euro)

    Als "Große Hunde" gelten lt. Landeshundegesesetz:

    § 11 Große Hunde
    Hunde, deren Widerristhöhe höher als 40 cm ist oder deren
    Körpergewicht 20 kg übersteigt.

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  7. In Hamburg gilt die Versicherungspflicht sogar für alle Hunde. Nicht nur für die Großen. Auf www.hundegesetz.hamburg.de zu lesen:

    "Hundehaltung in Hamburg

    Das von der Bürgerschaft im Januar verabschiedete Hundegesetz ist am 1. April 2006 in Kraft getreten. Seit dem 1.1.2007 sind alle Hamburger Hundehalterinnen und Hundehalter verpflichtet ihren Hund mit einem Mikrochip fälschungssicher kennzeichnen zu lassen, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und die Anmeldung im Hunderegister vorzunehmen."

    Berlin & Hessen schreiben auch eine Haftpflichversicherung für Hunde vor. Wikipedia schreibt: "Einige Bundesländer schreiben außerdem eine Kennzeichnungs durch Microchip sowie eine Haftpflichtversicherung für Hundehalter vor. Verstöße gegen diese Regelungen gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden;"

    Also nicht nur NRW! Es scheint eher die Ausnahme zu sein, wenn irgendwo keine Pflicht besteht. ;-)

    Aber ob Pflicht oder nicht, ich finde auch, eine Haftpflicht ist ein absolutes muss.

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  8. @ Lustige Tierwelt: Danke für die Infos, dann brauche ich das jetzt nicht mehr raussuchen. Hatte ich mir nämlich für heute vorgenommen, weil ich mir auch sicher war, dass dies NICHT nur für NRW gilt.

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  9. Pflicht hin oder her, für Pferde besteht auch keine Pflicht zur Haftplichtversicherung. Trotzdem wäre es in meinen Augen Wahnsinn Tiere, die auch mal auf die Straße laufen können nicht zu versichern. Das ist russisch Roulette und am falschen Ende gespart! Bei Kranken- u. OP Versicherung stimme ich zu. Das muss jeder selbst wissen. Ich hab eine und bin froh darüber.

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  10. Hi Anja,

    wie gesagt, ich sehe das auch so. Alex war auch von Anfang an versichert - schon lange, bevor das hier Pflicht wurde. Das ich die Versicherung in all den Jahren noch nie in Anspruch nehmen musste - umso besser! ;o) Trotzdem finde ich das Geld sinnvoll investiert. (Meine Pferde waren übrigens auch immer Haftpflicht versichert.)

    LG Alex' Frauchen

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  11. Ich denke, so eine Op- bzw. Krankenversicherung ist bei stark überzüchteten Rassen vielleicht sinnvoller als bei anderen. Wenn ich weiß, mein Schäferhund stammt aus einer Familie, die Hüftprobleme hat, dann würde ich so eine Versicherung abschließen, da es abzusehen ist, dass da irgendwann mal was kommt.
    Hapftpflicht sowieso ;)

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  12. Noch sinnvoller wäre es, auf einen Schäferhund aus einer Familie mit Hüftproblemen zu verzichten und vielleicht auch auf einen stark überzüchteten Hund.

    Nee, die Ausnahme ist ein Bundesland noch nicht, in dem keine Haftpflicht vorgeschrieben ist :-)
    Sinnvoll wäre es vielleicht schon, es überall vorzuschreiben, denn sicherlich sind die Hundehalter, die so oft in der Zeitung stehen, weil sie nach einem Unfall/Vorfall mit ihrem Hund spurlos verschwinden, nicht versichert.
    Es wird geschätzt, dass ein Drittel der Hunde nicht haftpflichtversichert sind, das ist erschreckend hoch. Allerdings müssten auch die Versicherer in die Pflicht genommen werden, denn wir kennen jemanden, der als Hartz 4 Empfänger von mehreren Versicherern abgelehnt wurde!
    Alex, mach doch mal einen neuen Blogeintrag mit einer Liste, wo es überall und für welche Hunde vorgeschrieben ist :-)

    Wuffwuff
    Merlin und Dojan

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  13. Hi Merlin & Dojan,

    wir arbeiten dran. ;o) Kann aber noch etwas dauern, weil die Recherche zu diesem Thema recht mühsam ist. Man hat nämlich fast den Eindruck, die Länder wüssten selbst nicht so genau was sie wollen. ;o)

    Dass jemand von einer Versicherung abgelehnt wurde, weil er Hartz IV bezieht, habe ich noch nie gehört! Da frage ich mich: Woher weiß die Versicherung das überhaupt? Bei der Agila wurde ich gar nicht danach gefragt, wovon ich die Beiträge bezahle. Ich bin zwar auch kein Hartz IV Empfänger, aber selbst WENN - was geht das sie Versicherung an? Solange die Beiträge regelmäßig und pünktlich gezaht werden, geht es die Versicherung auch nichts, finde ich.

    Verstehen könnte ich eine Ablehnung wegen einschlägiger Vorstrafen, aber die berufliche Situation sollte keinen Ausschlag geben. Aber wie gesagt, davon habe ich bisher auch noch nie etwas gehört.

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  14. Unser Hund (und die drei Katzen) waren nicht versichert. Wir haben uns zwar im Internet darüber informiert, aber keine Seite gefunden, die uns angesprochen hat. Das Ende vom Lied war, da unser und sehr krank wurde (und zwar in regelmäßigen Abständen) dass wir innerhalb weniger Monate meherere tausend Euro Tierarztkosten hatten. Da ich selbst aus der Versicherungsbranche komme haben wir uns nochmal mit dem thema befasst dass Ergebnis findet ihr auf unserer Homepage zum Thema Tierkrankenversicherung.

    Wir arbeiten mit der Agila zusammen, da Sie unserer Meinung besser ist als Allianz oder Uelzner.

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  15. Hallo zusammen, ich überlege mir einen Hund 'anzuschaffen' und versinke gerade im versicherungssumpf ... ein haftpflicht soll es auf jedenfall werden, aber dann gibts da ja noch die anderen beiden. mein gedanke war jetzt ob es nicht reicht eine krankenversicherung abzuschließen und selbständig für den notfall, eine op, zu sparen. ich bin mir nicht sicher wie notwendig eine kv ist. jeden monat 30€ mehr oder wneiger ist schon sone sache ... hiiiilfeeee :)

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  16. Hallo Laura,

    erst mal ein Kompliment, ich finde es klasse, dass du dir schon vor dem Hundekauf Gedanken um diese Dinge machst. So vernünftig sind leider nicht alle Hundebesitzer.

    Wie gesagt, zur Haftpflichtversicherung würde ich auf jeden Fall immer raten. Das ist wirklich ein unkalkulierbares Risiko und in meinen Augen ein absolutes Muss.

    Bei Krankenversicherung und OP Kostenversicherung wird es schon schwieriger, hier
    Müsste man wirklich schon Hellseher sein, um im voraus sagen zu können, ob sich die Versicherung eher für dich oder für die Versicherungsgesellschaft lohnt.

    Der Vorteil von Krankenversicherung und OP Versicherung für den Hund ist eben: man kann monatlich einen festen Betrag einkalkulieren und ist auch bei einer großen Tierarztrechnung abgesichert. Man kann also besser mit seinem Geld planen und muss keine bösen Überraschungen fürchten.

    Eine KV abzuschließen und gleichzeitig selbst für eine eventuelle OP zu sparen kann natürlich sinnvoll sein, wenn man konsequent und diszipliniert genug ist, das Geld auch wirklich anzusparen. Zwar ist das Risiko, dass ein junger Hund schon operiert werden muss nicht ganz so hoch, aber ausgeschlossen ist es leider auch nicht. Beim Toben kann sich auch in junger Hund schon mal einen Kreuzbandriss zuziehen, von einem Auto angefahren werden oder ähnliches. Ganz ausschließen kann man das Risiko leider nicht.

    Daher sollte man abwägen, ob einen ein solcher Fall finanziell komplett aus der Bahn werfen würde, oder ob man die OP Kosten im Notfall auch noch aufbringen könnte. Wenn man die Kosten für eine OP in Notfall selbst aufbringen könnte, kann man das Risiko natürlich selbst tragen.

    Auch wenn ich keinen ganz konkreten Rat geben kann hoffe ich dir damit etwas geholfen zu haben. Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deinem neuen Hund und hoffe, dass euch OPs und Krankheiten erspart bleiben!

    LG Alex’ Frauchen ;o)

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