Freitag, 21. September 2007

Jogger sind doch gar nicht so schlimm, oder?

Man hört und liest ja immer wieder, dass es zwischen Hundehaltern und Joggern Spannungen geben soll. Ich persönlich kann das eigentlich nicht bestätigen - bei uns im Park treffen wir meist immer die gleichen Jogger, und selbst die skeptischsten unter ihnen haben längst begriffen, dass Sportlerwaden definitiv kein Bestandteil meines Speiseplans sind.

Jogger interessieren mich absolut gar nicht - es sei denn, sie haben eine hübsche Hündin dabei oder die Taschen voller Hunde-Leckerlis. Aber das ist ja nun eher selten, darum behandele ich sie einfach wie Luft. Auch haben wir hier im Park eigentlich noch nie eine Szene beobachtet, wo es zu Problemen zwischen Joggern und anderen Hunden gekommen wäre.

Woher kommt dann das Gerücht, dass sich Jogger und Hunde nicht vertragen? Oder ist es doch kein Gerücht? Hand aufs Herz, liebe Kollegen - macht ihr euch gerne einen Spaß daraus, den ein oder anderen Jogger mal zu Höchstleistungen anzuspornen, indem ihr ihm bellend nachlauft? Gab es schon mal Krach deswegen? Oder wurden eure Zweibeiner schon mal “rein vorsorglich” von Joggern angepöbelt, obwohl ihr gar nichts gemacht habt? Erzählt mal, wie klappt’s denn mit den Joggern? Gebt Laut! ;o)

Bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

Kommentare:

  1. Mir sind Jogger auch völlig egal. Frauchen nimmt mich nur immer zur Seite, damit ich denen nicht aus Versehen vor die Füsse latsche. Letztens haben wir einen Jogger getroffen, der hat schon mal vorsorglich die Spraydose aus der Tasche gezogen. Frauchen konnte es gar nicht fassen und musst ganz genau hinschauen. Wenn der mich eingesprüht hätte, dann wären mir Jogger sicher nie wieder egal gewesen.
    So Kopf schüttelnd,
    Emil

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  2. Lieber Emil,

    das mussten Frauchen und ich jetzt mehrmals lesen, bevor wir es glauben konnten. Wir sind echt fassungslos, finden es erschreckend und traurig, wie gestört doch manchen Menschen sind. Besonders, wie gestört ihr Verhältnis zur Natur und Tieren ist...

    Kopf schüttelnde Grüße, dein Alex

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  3. Oooh, wir können das gut verstehen mit den Sprühdosen. Hier gibt es ja leider auch ganz viele Hunde, die von Natur aus schon lieb und erzogen sind, und um die man sich als Herrchen oder Frauchen nicht kümmern muss. Die laufen auf alles bellend zu und hinter allem bellend her. Und die dürfen das, denn die tun ja nix. Jaja, das kennen wir.

    Ich hab ja schon erzählt, dass es mir auch manchmal Spaß macht, Leute zu erschrecken. Frauchen kann also nicht sagen, dass ich das niemals tue. Aber das sind ganz normale Leute, die uns ganz normal entgegenkommen. Da denkt Frauchen dann im Traum nicht dran, dass ich die erschrecken will. Und dann ist ihr das immer sehr peinlich.

    Im Wald, wo bei uns die Jogger sind, hab ich da keine Zeit zu. Immer wenn uns wer begegnet, will Frauchen was von mir und ich muss zu ihr laufen und links oder rechts gehen, oder Sitz und Platz machen. Da hat sie irgendwie ein schlechtes Timing, finde ich. Wenn dann allerdings so ein Jogger sagt "DER ist aber brav" dann bin ich ganz stolz.

    Wenn uns wer erschreckt und plötzlich unerwartet um eine Ecke gerannt kommt, dann geht es aber schief. Dann sag ich ihm sofort, dass er lieber einen Bogen laufen soll. Das passiert aber nur ganz selten.

    Aber so allgemein haben wir keine Probleme mit dem Fußvolk im Wald oder mit Radfahrern. Nur mit den "lieben Hunden".

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  4. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte. Idioten gibt es überall - ob bei Joggern oder Hundebesitzern oder sonst wo.

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  5. Als ich noch intensiv für meine Rettungshundekarriere trainiert habe, ist mir das manchmal im wald passiert, dass ich dachte, der Jogger ist ein Opfer, dass sich gleich für mich versteckt. Da wäre ich hinterhergelaufen, weswegen mich Frauchen ins "Fuss" nehmen musste. Außerhalb des Waldes sind mir Jogger egal, es sei denn, sie hätten ne Katze dabei :-)
    Bei uns in den Parks sind die meisten Jogger und Walker nett und dankbar, dass wir immer gleich Platz machen, wenn wir einen treffen, aber manche meckern trotzdem und verlangen sofortige Anleinung! Denen können wir dann auch nicht helfen. aber gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig, selbst Hunde, die keine Jogger jagen können durchaus aus Versehen einen zu Fall bringen, weil sie vor seinen Füßen rumlaufen.
    rücksichtsvolle Grüße, Nouki

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  6. Schließe mich Katja und Anouk an. Habca hat auch keinerlei Interesse an Joggern (zum Glück), aber neulich ist trotzdem was blödes passiert: Als wir gerade in den Park gehen, kommt uns ein unangeleinter Hund entgegen – ich mache Habca ab und die beiden spielen ausgelassen. Ich gehe ein Stück weiter (Habca kommt eh immer rasch hinterher) und bemerke dass eine Joggerin in meinem Alter stehen geblieben ist und offenbar nicht an den Hunden (auf der Wiese, nicht auf dem Weg) vorbei mag. Deshalb spreche ich sie an und frage, ob die Hunde ein Problem für sie sind und ob ich meinen vielleicht anleinen soll. "Ihrer ist es nicht", sagt sie, aber der andere habe sie vorher schon komisch angeschaut und vor dem habe sie große Angst. Und das sah man ihr deutlich an. Ich dachte, ich könnte die Situation auflösen, indem ich Habca rufe und mit ihr weitergehe, so dass der andere Hund (dessen Menschen weiter weg waren)auch weitergeht und die sympathische Joggerin ihrer Wege ziehen kann. Habca kommt zwar auf ihren Ruf sofort angerannt – auf mich zu, wie es sich gehört – aber bei mir steht eben noch die Frau, die sich vor dem heranrennenden Hund wohl auch erschreckt – Habca bellt, ob zur Begrüßung einer vermeintlichen Bekannten, oder weil sie mit sehr ängstlichen Menschen eben auch ihre Probleme hat, weiß ich nicht – und die Joggerin hält sich den Magen und ist schon über alle Berge. Ich bin böse auf Habca, dass sie bellt, auf mich, dass ich der Frau nicht erklärt habe, wie sie sich besser verhalten kann. Auf die Joggerin eigentlich nicht.
    – Als wir vor kurzem von einem um die Ecke biegenden Jogger im Park sehr erschreckt wurden, bellte Habca kurz, F. und ich entschuldigten uns synchron, der Jogger, weiterlaufend, streckte seinen Handrücken in Richtung Habcas Nase und rief: "Kein Problem!". Soviel Souveränität trägt einen natürlich weiter durch die Berliner Parks – aber einfordern kann man das sicher nicht...

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  7. Klar, da stimmen wir auch voll und ganz zu - gegenseitige Rücksichtnahme ist Voraussetzung für eine erholsame Hunde- oder Joggingrunde.

    Ich kenne das schon - wenn uns jemand entgegen kommt, braucht Frauchen mich meist gar nicht erst - meist komme ich dann schon von allein und gehe brav Fuß bis die anderen vorbei sind.

    Einmal hat uns sogar eine Joggerin in Schutz genommen: Ich ging mit Frauchen Spazieren, und inzwischen war Herrchen nach Hause gekommen und zu seiner Jogging-Runde aufgebrochen. Eine Joggerin kam uns entgegen, und ich reihte mich brav neben Frauchen ein.

    In dem Moment kam aber auch Herrchen um die Ecke und sagte ganz ernst: "leinen Sie mal sofort den Hund an!" Natürlich war das nur Spaß, aber das konnte die Joggerin ja nicht wissen - sie giftete ihn gleich an: "der geht doch ganz brav bei Fuß und macht überhaupt nix!"

    Erst als Frauchen dann mit einem breiten Grinsen zu Herrchen sagte: "Sie sind jetzt mal still, sonst werfe ich sie in den See", merkte die Joggerin das alles nur Spaß war. Ich fand es trotzdem sehr nett, dass sie uns gleich in Schutz nehmen wollte.

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  8. PS: Allerdings ist es vereinzelt auch schon vergekommen, dass wir angezickt wurden: "Hier ist Leinenzwang im Park!" Und das, obwohl ich so brav bei Fuß ging, und den Jogger keines Blickes gwürdigt habe.

    In solchen Fällen muss ich allerdings Anouk wieder zustimmen: Denen ist dann auch nicht zu helfen.

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  9. Ohje habca + miriam, das war wohl eine klassische Verkettung unglücklicher Umstände. Ich wäre in erster Linie mal sauer auf die Besitzer von dem anderen Hund gewesen. Wenn die besser auf den geachtet hätten waär das ja alles gar nicht passiert. Oder hab ich das falsch verstanden?

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  10. Hey Anja,
    ja stimmt. Aber meinem Hund sage ich immer: Wenn andere sich blöd benehmen, ist das noch lange keine Entschuldigung. ;-)

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  11. Das sit richt habca + miriam, würde ich meinem Hund auch sagen. ;-))

    Mildernde Umstände gibts aber, weil dein Hund ja auch nicht wissen konnte, dass die Frau so eine extreme Hundephobie hat. Angst vor Hunden schön und gut, aber so extrem? Das trifft man ja auch nicht alle Tage. Ehrlich gesagt, solche Extremphobien sind Behandlungsbedürftig, egal ob sie durch Hunde, Spinnen, Mäuse, Menschenansammlungen oder was auch immer ausgelöst werden. (Ich kenne mich da ein bißchen aus.)

    Damit will ich jetzt natürlich nicht sagen, dass sie selbst Schuld ist! Aber im eigenen Interesse sollte sie etwas dagegen tun.

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