Dienstag, 4. September 2007

Hunde verstehen: Beschwichtigungssignale und Missverständnisse (Teil 1)


Die Beschwichtigungssignale (Calming Signals) der Hunde werden heiß diskutiert, seit die norwegische Hundetrainerin Turid Rugaas ein Buch darüber veröffentlichte. Da Wölfe als Meister der Konfliktvermeidung gelten, machte Turid Rugaas ein Studie mit einem Rudel frei lebender Straßenhunde, um zu sehen wie diese Konflikte lösen, oder - besser gesagt - vermeiden. Das Zauberwort scheint Beschwichtigungssignale zu heißen.

Vom Menschen werden diese Signale leider oft falsch gedeutet, was unweigerlich zu Missverständnissen und ungerechter Behandlung des Hundes führt. Hier ein paar klassische Beispiele für solche Fehlinterpretationen:

Beispiel 1: Der Hund wird in strengem Ton gerufen, worauf er langsam auf seinen Menschen zu schlendert. Der Mensch wird ungeduldig, gibt das Kommando noch mal in strengerem Ton, worauf der Hund wiederum das Tempo nochmals verlangsamt. Eventuell schnüffelt er sogar noch mal am Boden, oder hebt am nächsten Baum noch ein Beinchen, bevor er kommt.

Früher wurde dies grundsätzlich als Ignoranz und klare “Befehlsverweigerung” ausgelegt. Das Pinkeln deutete man in solchen Fällen als klare Dominanzgeste (Revier markieren) und wertete es schnell als ‘Unverschämtheit‘. “Der nimmt dich nicht ernst!“, mit diesen Worten erklärten selbst Hundetrainer das Verhalten häufig. Meist mit der Folge, dass Herrchen oder Frauchen energischer wurden.

Heute weiß man es besser: Es kann auch ein Verhalten sein, mit dem der Hund zu beschwichtigen versucht. Zum Beispiel, weil der Ton, in dem der Hund gerufen wurde etwas harsch ausfiel. In diesem Fall würde der Hund nicht verstehen, warum Herrchen oder Frauchen nun noch mehr Druck ausüben - schließlich hat er doch alles versucht, um die Situation zu entschärfen, was bei seinen Artgenossen auch geklappt hätte. Denn: Verlangsamte Bewegungen wirken unter Hunden beruhigend und deeskalierend. Der Hund will dem Gegenüber damit Zeit geben, sich auf die nächste Aktion einzustellen und versucht damit Missverständnisse zu vermeiden, die evtl. durch hektische Bewegungen entstehen könnten.
Uriniert oder schnüffelt der Hund nur, um die Spannung aus der Situation zu nehmen, erkennt man dies meist daran, dass er dabei vorsichtig (oft mit leicht weg gedrehtem Kopf) verstohlen zu seinem Gegenüber schaut, um zu sehen, ob die Botschaft ankommt. Erkennt man das Verhalten nun als Beschwichtigungsgeste, sollte man den Hund dann betont freundlich rufen, damit er weiß, dass er nichts zu befürchten hat.

Beispiel 2: Der Hund geht brav “Bei Fuß”. Wenn ein anderer Hund entgegen kommt, löst er sich aber kurz aus dem Kommando, um einen kleinen Bogen zu laufen. Früher wurde das als ungehorsam interpretiert. Heute weiß man, dass er dem entgegenkommenden Artgenossen ausweichen will, um nicht provozierend auf ihn zu wirken. Unter Hunden gilt es als unhöflich, frontal aufeinander zuzulaufen und kann leicht als Provokation gewertet werden. (Womit sich von selbst verstehen dürfte, dass es sehr unfair wäre, ihn dafür zu strafen.)

Beispiel 3: Der Mensch gibt dem Hund immer wieder ein Kommando das er möglicherweise nicht versteht, oder hält ihm gerade eine ‘Standpauke‘ und der Hund wendet den Kopf ab. Frühere Interpretation des Verhaltens: Demonstrative Ignoranz. “Der interessiert sich gar nicht dafür was ich von ihm will!”, hieß es dann oft.

Heute weiß man es besser: Mit diesem Verhalten versucht der Hund, dem der strenge Ton, oder das nicht verstandene Kommando unangenehm sind, zu beschwichtigen. Er will die Spannung aus der Situation nehmen. Unter Hunden gilt es als unhöflich, unter Umständen auch als provozierend, dem Gegenüber lang anhaltend in die Augen zu starren. Deshalb wird der Blickkontakt immer mal wieder kurz unterbrochen. Manchmal durch blinzeln, oder kurzes wegschauen, oder - in der stärkeren Form - durch wegdrehen des Kopfes. Damit will der Hund deutlich machen, dass er nicht provozieren will. Wird der ganze Körper seitlich abgewendet, verstärkt sich die beschwichtigende Wirkung nochmals.
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Auf diesem Foto der beiden Stragramis gut zu sehen: Die kleinere Hündin fixiert die größere mit dem Blick, die größere Hündin wendet sich beschwichtigend ab, um einen Streit gar nicht erst entstehen zu lassen. (Durch anklicken könnt ihr das Foto vergrößern, dann ist es besser erkennbar.)

Sicherlich lässt sich nicht alles mit Beschwichtigungssignalen (Calming Signals) erklären. Nicht immer will der Hund beschwichtigen, wenn er, nachdem er gerufen wurde, erst noch dreimal pinkelt, bevor er sich endlich mal zu uns bemüht. Das ist sicherlich auch von Hund zu Hund ein wenig verschieden und muss im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation beurteilt werden. Aber das kann man üben, indem man sich die Mühe macht und seine Hunde genau beobachtet. Und das sind wir unseren Hunden schuldig, finde ich. Denn: Wie frustrierend muss es für einen Hund sein, wenn seine Signale nicht verstanden werden?
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Beschwichtigungssignale, (und damit verbunden auch Missverständnisse), auf die wir hier nach und nach noch eingehen.

Also bis bald, Alex’ Frauchen ;o)

Unser Buchtipp hierzu:

Calming Signals
Die Beschwichtigungssignale der Hunde von Turid Rugaas (Direktlink zu buecher.de, wo man dieses Buch direkt online, versandkostenfrei und ohne Mindestbestellwert bestellen kann.)


Kommentare:

  1. Alex, das hast du fast perfekt beschrieben. Der einzige Fehler: Turid Rugaas ist Norwegerin und keine Finnin! :-)
    Beschwichtigende Grüße vom Wurschti

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  2. Auch Turid Rugas wird inzwischen kontrovers diskutiert. Einiges von dem was sie schreibt, soll stimmen. Anderes jedoch nicht. Es soll eine wissenschaftliche Arbeit darüber geben.

    Ich bin nicht der große Bücherleser und das ganze wissenschaftliche und studierte Zeugs ist mir nicht immer geheuer.

    Wo ich aber erleichtert war, es zu lesen: Gähnen ist KEIN Beschwichtigungssignal. Ich habe meinen Hund auch noch niemals angegähnt um ihn zu beschwichtigen. Ich war auch immer der Meinung, dass Banjo mich nicht angähnt um mich zu beschwichtigen. Mein Hund braucht mich nicht zu beschwichtigen. Ich tu ihm nichts und er weiß das auch.

    Banjo gähnt nach Schreck, nach erkanntem Fehlverhalten und solchen Sachen. Zumindest bei Banjo ist Gähnen eine Übersprungshandlung.

    Was andere vom Gähnen halten, soll mir Wurscht sein. *grins* Vielleicht beschwichtigt mich der nächste Hund durch Gähnen? Werd ich ja dann sehen. *nochmalgrins*

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  3. Hallo ihr Lieben!

    @ Wurschti: Norwegen und Finnland habe ich schon immer durcheinander geschmissen. ;o) Sorry & Danke, ich habe es korrigiert.

    @ Banjoko, Merlin & Dojan: ihr habt nicht brav bis zum Ende gelesen. ;o)) Ich denke auch, dass man nicht alles damit erklären kannn. Aber meiner Meinung nach kann es auch nicht schaden, wenn man seinen Hund genau beobachtet und sich Gedanken darum macht, warum er etwas tut (oder nicht tut ;o).

    Nicht immer will ein Hund beschwichtigen, wenn er langsam wird, nachdem er gerufen wurde. Manchmal hat er einfach gerade was Besseres vor. ;o))) Aber ich möchte nicht wissen, wie oft es schon vorgekommen ist, dass Hunde zu Unrecht ausgeschimpft wurden, nur weil sie genau das vermeiden wollten.

    Nicht alles, was irgendwo geschrieben steht, sollte man "zum Evangelium" machen - aber mal drüber nachdenken kann nie schaden, finde ich. ;o)

    Und wie im letzten Absatz schon beschrieben ;o), kommt es letztendlich immer auf den einzelnen Hund und die jeweilige Situation an. Das dann richtig einzuschätzen und zu beurteilen, ist die Lebensaufgabe, die man als Tierbesitzer hat. ;o)

    LG Alex' Frauchen

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  4. Ich hatte sehr wohl zu Ende gelesen. ;)
    Und mein Kommentar war eher so gemeint, dass ich nicht alles glaube, was geschrieben steht. Und ich schrob ja auch: Vielleicht beschwichtigt mit der nächste Hund... etc. BANJO jedenfalls tut es nicht mit Gähnen. ;)

    Ich habe nicht "nichts" gelesen. Ich habe einiges an Hundebüchern gelesen, mich mit Softis und mit Randalos unterhalten. Aber als die Bücher anfingen sich zu wiederholen, bzw. anfingen andere Bücher zu zitieren, und die Softis begannen mich zu nerven, weil ICH beim Umgang mit meinem Hund überhaupt nicht mehr vorkam, habsch aufgehört damit. Ich guck meinen Hund an, überlege was ich dazu gehört und gelesen habe und dann hör ich auf meinen Bauch.

    Damit bin ich nicht ganz fehlerlos im Umgang mit meinem Hund, aber diesen Anspruch habe ich auch nicht. Das wichtigste ist: Es klappt bei uns.

    Der nächste Hund wird anders sein und ich muss mich neu an ihm orientieren.

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  5. 100 Punkte an Banjos Frauchen - genau das ist meiner Meinung nach Sinn der Sache: verschiedene Informationen aufnehmen, Hund beobachten, überlegen (! kein Buch der Welt ist eine Lizenz zum Hirn abschalten ;o), und dann auf den Hund bezogen und aus dem Bauch raus entscheiden. Genau das meinte ich.

    Fehlerlos wird wohl (hoffentlich) keiner von uns sein! Das wird wohl auch keinen Hund stören, solange man versucht dem Hund gerecht zu werden.

    Leider gibt es zum Beispiel immer noch "Hundetrainer", die versuchen jedes Problem mit Patentrezepten zu lösen. Beispiel: Eine Gassi-Bekanntschaft hat einen Hund, der jedesmal erstmal piseln ging, wenn sie ihn rief. Laut "Hundetrainer" eine Dominanzgeste. "Der muss lernen, dass du der Chef bist! Werd mal strenger!" Ergebnis: Der Hund kam gar nicht mehr, wenn sie ihn rief, sie konnte ihn nicht mehr frei laufen lassen. Bis sie an einen einfühlsameren Hundetrainer kam, der ihr sagte, dass das Piseln bei DIESEM Hund absolut nichts mit Dominanz zu tun hat. Sie solle ihn einfach nur weniger streng rufen - inzwischen sind beide ein super Team und Rico hört aufs Wort.

    Zum Glück sind Hunde ja nicht nachtragend - wenn wir den Fehler erkennen, findet das ja auch die Anerkennung des Vierbeiners. ;o)

    Das mit dem Gähnen konnte ich bis jetzt übrigens auch noch nicht so recht nachvollziehen, darum hatte ich es zunächst auch mal gar nicht erwähnt. ;o)

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  6. Im Allgemeinen kann ich besonders Anouk ziemlich gut lesen und weiß, ob sie mit einer Situation ein Problem hat, sehe, wenn sie einer anderen Hündin beschwichtigend aus dem Weg geht, aber auch wenn sie sich ihr gegenüber provozierend verhält und auf Streit aus ist.
    Natürlich weiß ich auch, wie meine Hunde aussehen, wenn sie mit mir Ärger bekommen :-)
    Auf das Hier-Kommando haben sie sofort und ohne Umwege zu befolgen, Beschwichtigung hin oder her, mal davon abgesehen, wäre das Hier wohl falsch aufgebaut, wenn Hundi vor Angst nicht vorwärtskommt und zu mir schleicht.

    Ich bin dafür, Hunde genau zu beobachten und zu interpretieren und sie danach zu behandeln, aber ich bin dagegen, jedes Pinkeln und Schnauze lecken als Signal zu werten, da verliert man leicht seinen gesunden Menschenverstand. Insofern bin ich auch eher eine, die aus dem Bauch heraus entscheidet, wie Banjos Frauchen. Ich habe meine Hunde auch noch nie angegähnt, geschweige denn irgendwohin gepinkelt, um sie zu beschwichtigen, andererseits schaue ich einem ängstlichen Hund nicht direkt an und beuge mich nicht über ihn, um ihn zu bedrohen.
    Zum Glück schadet die Beachtung der CS aber auch keinem, insofern ist es wie das Klickern vielleicht eine umstrittene Methode aber für viel auch eine nützliche. Jeder Mensch ist ja anders und auch Kinder werden ja nicht alle nach dem gleichen Schema erzogen.
    beschwichtigende Grüße, Nouki

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  7. Ist doch mein Reden! :o)

    Klar, das "HIER"-Kommando muss ohne Umwege sitzen, das sehe ich genau so. (Kann ja auch manchmal lebesrettend sein). Bei dem einem Hund bedarf es dafür manchmal vielleicht eines sehr bestimmten Tonfalls, (z.B. bei Alex, wenn er eine heiße Hündin in der Nase hat ;o), bei dem anderen Hund, oder in einer anderen Situation, kann ein (übermäßig) strenger Tonfall aber vielleicht auch das Gegenteil bewirken. Das muss man eben einschätzen können und abwägen.

    Ich habe Alex auch noch nie angegähnt, geschweige denn ... ihr wißt schon ;o)), aber bei fremden, bzw. ängstlichen Hunden halte ich es ähnlich wie Noukis Frauchen.

    Letztendlich, denke ich, sind ALLE Methoden nur Bausteine, aus denen man sich gezielt eine individuelle Methode für jeden Hund zusammenbasteln kann. KEINE Methode ist eine "Lizenz zum Hirn abschalten" - im Gegenteil. Jede Methode (ob nun Klickertraining, CS oder sonstwas) sollte Denkanstösse und Anregungen liefern, die man dann filtern, und auf den einzelnen Hund bzw. die Situation abstimmen muss.

    Das ist nicht nur bei Hunden, sondern bei allen Tieren so. Auch bei Pferden gibt es einige "Gurus", die ihre Methode als "die einzig wahre" verkaufen wollen. Keine Methode kann "die einzig Wahre" sein, weil jedes Tier anders ist. Was bei dem einen Wunder wirkt, kann bei dem anderen unter Umständen katastrophale Auswirkungen haben.

    Meiner Meinung nach sollte man immer offen sein sich "neue Erkenntnisse" anzuhören, und vor allem mal darüber nachzudenken, aber niemals irgendetwas zum "Evangelium" machen.

    Die Gefahr sehe ich bei uns auch nicht gegeben, weil wir alle schon eine gewisse Hundeerfahrung mitbringen und somit ohnehin schon filtern was uns sinnvoll erscheint und was nicht. Wir habe inzwischen ein gewisses Gefühl dafür entwickelt aus dem Bauch raus zu entscheiden.

    Blutige Anfänger in Sachen Hundehaltung neigen aber leider noch manchmal dazu sich allzu sehr auf einzelne "Fachleute" zu verlassen. (Wie das Beispiel der erwähnten Gassi-Bekanntschaft zeigt. Sie hatte so lange auf ihren "Hundetrainer" gehört, bis gar nichts mehr ging.) Für solche Leute sind neue Denkanstösse und andere Ansichten sicherlich hilfreich.

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  8. Boah wat lange Kommentare! :-o

    Ich fand den Beitrag interessant + hilfreich. - habe fertig - ;-)))

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  9. Ey, nu will ich auch mal langen Kommentar machen! :-)
    Ich gähne Wurschti regelmäßig an. Meist nach 21:00 Uhr, wenn ich müde werde. Der kriegt das allerdings selten mit, weil er schon vorher ratzt. :-) Den Flachschuss konnte ich mir nicht verkneifen.
    Neee, ernsthaft. Hunde sind Individuen und müssen auch so behandelt werden. Es schadet sicherlich nicht, die Thesen zu den CS zu kennen. Ob man damit beim eigenen Hund weiterkommt, wird man schnell feststellen.
    Zum Thema Hundetrainer: Für mich ist Wurschti der erste Hund, den ich aktiv erziehe/trainiere. Da ist jeder Hundetrainer erstmal ein Guru. Zumal sich mein Bauchgefühl an einigen Ecken ziemlich getäuscht hat und ich wahrscheinlich mehr gelernt habe als Wurschti selber. :-) Aber an anderen Stellen haben wir festgestellt, dass wir etwas andere Wege beschreiten müssen, um Erfolg zu haben.

    Viele Grüße vom Wurschti-Herrchen

    P.S.: Norwegen und Finnland kann man eigentlich gar nicht verwechseln. Die Sprachen sind sooooo unterschiedlich wie die Alkohol-Preise.

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  10. Ach Wurschti! Unsere Frauchens, Herrchens, Zweibeiner und Nacktnasen oder wie ihr sie alle nennt.... Da könnte man ja Büüüüücher drüber schreiben, wie dumm die sind. *kicher* Und wie lange es dauert, bis sie verstehen, was wir sagen.

    Wenn du im Tagebuch vom "Alten Batzel" lesen würdest.... Neee mach das lieber nicht. Frauchen schämt sich für das, was sie in den ersten Monaten mit ihm gemacht hat. Aber sie hat es aufgeschrieben. Trotzdem. Damit andere es vielleicht lesen und nie wieder bei einem Hund machen.

    Und dann hat sie "Gurus" getroffen. Aber Frauchen ist ein spontaner Mensch. Sehr emotional, auch wenn sie sich ärgert. Aber immer ganz ehrlich. Sie kann aber nicht so tun, als wär sie immer nur lieb und nie sauer und nie nervlich fertig und nie ungeduldig und nie unter Zeitdruck. Und wenn sie sich dann fast wörtlich anhören muss "Der Hund kann aber doch nix dafür, dass DU zu blöde bist...." Frauchen ist halt nicht blöde. Sie ist Mensch. Wo ich Hund bin, ist sie Mensch. Wir müssen uns halt arrangieren, wir beide.

    Ich muss sagen: Frauchen hat gaaaaanz viiiiiel Geduld gelernt. Mit Batzi und mit mir. Und das geht auch nicht von heute auf morgen. Das braucht noch viel mehr Zeit, als wenn ich begreifen muss, was ich tun soll, wenn sie "Links" sagt.

    So, das ist jetzt auch noch ein langer Kommentar. Aber wir wollen mit Gurus nix mehr zu tun haben. Wenn sie den Mund auf machen, hören wir was sie sagen, aber dann gehen wir meistens kommentarlos wieder weg. Und überlegen erst mal, ob das zu uns passt, was die da predigen.

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  11. Uns haben die Erkenntnisse von T.R. geholfen. Balou geht eigentlich super bei Fuß. Wenn ein anderer Hund kam, machte er aber genau das, was hier beschrieben ist. Er löste sich aus dem Fuß-Kommando.

    Früher dachte ich immer er läuft einen Bogen um sich dann unaufällig das Kommando zu verlassen und zu dem anderen Hund zu rennen. Darum hab ich immer gleich in Halsband gegriffen und mit ihm geschimpft. So hatte ich es irgendwann mal in der Hundeschule gelernt.

    Seitdem ich dann kürzlich in einer Hundezeitung von diesen Beschwichtigungstheorien gelesen hab, änderte ich die Taktik. Wenn uns jetzt ein Hund entgegenkommt, laufe ich selbst schon einen kleinen Bogen und Balou bleibt brav bei Fuß. Er klebt regelrecht an meiner Seite, ist dabei viel entspannter als früher! Und bis auf einen reagiert seitdem auch kein Hund mehr unfreundlich auf meinen Dicken.

    Ich hätte nicht gedacht daß die Lösung des Problems so einfach sein könnte. Was muss der arme Hund all die Jahre von mir gedacht haben? Wahrscheinlich sowas: will Rudelchefin sein, und weiß nichtmal was sich gehört!

    Es tut mir echt leid ihn so oft ausgeschimpft zu haben, obwohl er eigentlich nur höflich sein wollte. Und oft wurde er dann auch noch von anderen Hunden angeblafft, nur weil ich drauf bestand, daß er schnurgerade bei Fuß bleibt. Mein armer dicker Knuddelbär!

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  12. Hunde erziehen/verstehen ist auch wichtig. Jedes Lebewesen ist einzigartig, hat einen eigenen Charakter und Vorlieben wie Abneigungen und ist, genau wie wir selbst, nicht jeden Tag gleich gut drauf. Schlimm finde ist, wenn gegen Neigung und Carakter eines Tieres gehandelt wird, nur weil Mensch es so will. Niemals wird mein Hund mit Freude apportieren, wenn er ein Terrier mit Leidenschaft zum demontieren von Socken und Bällen ist. Rat aus Büchern ist gut, aber niemand sollte, wie hier schon oft im Blog erwähnt diese Bücher zu seiner Hunde-Erziehung-Bibel machen. Bauch, Herz, Verstand und viiiieeeeel Liebe, sind immer noch das beste Rezept. Jule weiß, dass ich bei zwei Kommendos niemals mit mir reden lasse. Das sind "Stop" und "Fuß". Das dienst ihrem Schutz und meiner Autorität. Denn eins ist mal sicher. ICH bin der Rudelchef und niemand sonst.

    LG, Erika und Jule, das Team ;o)))

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