Dienstag, 25. September 2007

Hunde vegetarisch ernähren? Studie, Erfahrungsberichte, Infos & Alternativen

Das Foto, das mich hier beim Grasen zeigt, ist natürlich nur ein kleiner Scherz am Rande - es ist tatsächlich möglich, einen Hund vegetarisch zu ernähren. Und das heißt selbstverständlich nicht, dass man den Hund dann zum Grasen auf die Wiese schickt. Eine Studie, durchgeführt von der Tierrechtsorganisation Peta ergab: Es schien für den Hund erheblich von Vorteil zu sein, wenn er einen grösseren Teil seines Lebens vegan oder vegetarisch verbracht hatte. Im Netz sind zudem zahlreiche Erfahrungsberichte von Hundehaltern zu finden, die durchweg positive Erfahrungen schildern. (Siehe unten)

Mein Frauchen lebt ja nun schon sehr lange aus voller Überzeugung und mit voller Begeisterung vegetarisch. Bei mir hat sie allerdings Bedenken - ich werde immerhin bald 12, da will sie mir keine Futterumstellung mehr zumuten. Würde sie aber jemals nochmal einen Welpen bekommen, käme sie bei der Futterfrage zumindest ins Grübeln, sagt sie, nachdem sie sich zu dem Thema informiert hat. Sie ist sich nicht sicher...

"Aber Hunde sind Fleischfresser!", wird jetzt der ein oder andere protestieren. Die Bezeichnung “Fleischfresser” ist aber irreführend, und führt oft zu Missverständnissen. Biologisch gehört der Hund zu den Raubtieren (Carnivoren), genauer definiert aber in die Überfamilie der Hundeartigen (Canoidea). In diese Familie der Canoidea gehören Beispielsweise auch der große Panda (reiner Pflanzenfresser!) und Omnivoren wie Bär und Waschbär. Insofern führt die viel zitierte Bezeichnung "Fleischfresser" leicht zu fatalen Missverständnissen. Als Omnivoren ("Allesfresser") bezeichnet man Tiere, die sich relativ ausgeglichen sowohl von Pflanzen als auch von Tieren ernähren. Das Verdauungssystem des Hundes ist relativ anpassungsfähig, und von Natur aus dafür vorgesehen, in Notzeiten auch mit überwiegend pflanzlicher Nahrung auszukommen. Würde man den Hund jedoch ausschließlich mit Fleisch füttern, würde er bald am sogenannten „All-Meat-Syndrom“ erkranken.

Übrigens: Der Panda zählt ja, wie schon erwähnt, eigentlich auch zur Gruppe der Carnivoren (Raubtiere) bzw. Canoidea. Dennoch ernährt er sich fast ausschließlich pflanzlich - und das in freier Wildbahn und freiwillig. Auch der Panda hat den für ein Raubtier typischen kurzen Dramtrakt. Umso erstaunlicher ist es, dass er sich zu 99% von sehr schwer verdaulichem, und nährstoffarmen Bambus ernährt. Aber das sein nur mal am Rande erwähnt. Wer mehr dazu wissen möchte, kann hier in einer pdf-Datei des wwf nachlesen. Was viele nicht wissen: Wissenschaftlich anerkannte, scharfe und klar definiert Abgrenzungen von „Allesfressern“ (Omnivoren) zu „Fleisch“- (Karnivoren) bzw. „Pflanzenfressern“ (Herbivoren) gibt es nicht.

Doch zurück zum Hundefutter: Ein Gewissenskonflikt, oder zumindest ein bitterer Beigeschmack bleibt so manchem Tierfreund, beim Griff zur Hundefutterdose - auch wenn die Tiere nicht explizit für die Tierfutterherstellung gezüchtet und geschlachtet werden, sondern ins Tierfutter lediglich die Schlachtabfälle kommen, die ohnehin anfallen, weil ja nun nicht alle Menschen Vegetarier sind. Hinzu kommt die Frage, ob das herkömmliche Futter tatsächlich so gesund ist wie es die Werbung verspricht.

Naturgemäß sind Hundefreunde ja auch Tierfreunde - wer da an die Massentierhaltung denkt, (siehe Video www.peta-tv.de Film Meet your Meat), kann da schnell in einen Gewissenskonflikt geraten. Ein Kompromiss ist es, das Fleisch zumindest bewusster einzukaufen - zum Beispiel direkt beim Biobauern. Obwohl das Fleisch hier etwas teurer ist, als das aus Massentierhaltung, ist eine Fütterung mit frisch gekauftem Biofleisch, frischem Gemüse und Getreide im Endeffekt preiswerter, als der Kauf von Fertigfutter. Habt ihr schon mal darauf geachtet, wie gering der Fleischanteil im den meisten Fertigfuttern eigentlich ist? Dass eine solche Ernährung zudem gesünder und leckerer ist, brauche ich wohl kaum zu erwähnen.

Interessante Links zu diesem Thema:
..
Erfahrungsberichte von Hundehaltern:

http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/veget_umfrage/berichte.htm

http://www.vgt-ch.org/vn/0402/veg-hunde.htm
http://www.beistelltofus.de/pets.html
Allgemeine Infos dazu / Umfrage auf die-tierfreunde.de

Vegetarisches Hundefutter & Bio-Hundefutter (Infos & Bezugsquelle):
.
http://www.bio-tierkost.de/vegetarisches_hundefutter.php
http://www.bio-tierkost.de/biopur.php

Die Studie: http://www.vegetarismus.ch/peta/hunde.htm

Weitere Artikel in diesem Blog zum Thema Hundeernährung:

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Kommentare:

  1. Hmmmm... das ist ein heikles Thema. Der erste Gedanke ist: völlig absurd!

    Andererseits: zu Zeiten wo der Hund noch Wolf war, haben sich die Menschen im Prizip genau so ernährt wie der Hund, also fast ausschließlich von Fleisch. Und das Vegetarier gesünder leben ist ja inzwischen bewiesen, zumindest beim Menschen. Trotzdem tue ich mich irgendwie noch schwer mit dem Gedanken einen Hund auf vegetarisches Futter umzustellen.

    Andererseits: wenn man sieht, daß so viele Hunde schon in jungen Jahren an Arthrose, Krebs und anderen Krankheiten erkranken stellt sich auch die Frage wie gesund ist das herkömmliche Hundefutter??? Beim Menschen ist es ja schon erwiesen daß Fleischverzehr krebserregend ist und viele andere Krankheiten auslösen kann. Gibt es da parallelen???

    Und wenn schon so viel Gammelfleisch auf den Tellern der Menschen landet, was mag dann wohl erst im Hundefutter sein??? Bei dem Gedanken gruselts mich.

    Jeder will wohl das Beste für seinen Hund. Aber was das Beste ist, ist schwer herauszufinden. Daher ist auch die Entscheinung hier nicht einfach. Das Thema müsste eigentlich viel intensiver erforscht werden. Aber da hätte die Hundefutterindustrie sich was gegen.

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  2. ich find des trotzdem net artgerecht

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  3. Vegetarische Hunde? Etwas befremdlich ist der Gedanke ja irgendwie schon. Der Schrei nacht Artgerechtem und der Vergleich mit der Natur hinken bei näherer Betrachtung allerdings auch immer. Ja, der Hund stammt vom Wolf ab, aber deswegen ist er noch lange kein Wolf. Dafür hat die Manipulation durch Zucht nach dem Gutdünken des Menschen ihn viel zu sehr verändert. Und wenn man ihn denn unbedingt mit dem Wolf vergleichen will, dann hieße konsequenter Weise wahrhaft artgerecht nur; der Hund müsste sich sein Futter selbst jagen, oder? Dann allerdings, wird er umgehend vom nächsten Jäger erschossen. Fazit: das wirkt sich also auch nicht gerade lebensverlängernd aus. Ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll, aber mir fällt dazu ein Zitat von Mark Twain ein: "Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat."

    Ratlose Grüße vom Rolf

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  4. Nö, würde ich nicht machen. Hunde sind von Haus aus Fleischfresser. Für Menschen ist das egal ob sie vegetarisch leben, für Hunde nicht. Zeig mir einen wild lebenden Hund, der nur Grünzeug und Früchte frisst und ich stell meinen Hund um. Vorher nicht.

    Mein nächster Hund wird wieder gebarft. Banjo frisst es leider nicht. Da hab ich resigniert und er bekommt Dose und Trockenfutter. Aber mit dem Schlachthof Köln vor der Tür kann ich meinen Hund nichts Besseres antun, als ihn mit rohem Fleisch und Gemüse zu füttern. Ich bin überzeugter Rohfütterer und Selbstkocher für den Hund.

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  5. Wie gesagt, Alex würde ich etzt in seinem hohen Alter auch nicht mehr umstellen. Aber wenn ich jetzt nochmal die Zeit zurück drehen könnte und er noch jünger wäre? Ich würde es zumindest in Bertracht ziehen. Nicht nur aus ethischen Gründen, sondern vor allem aus gesundheitlichen.

    Wenn ich sehe, wie voll die Tierarztpraxen sind, wie viele Hunde schon in jungen Jahren an Arthrose und Krebs leiden, frage ich mich schon, ob die nach heutigen Massstäben als artgerecht geltende Fütterung tatsächlich so ideal ist?

    Früher galt Fleisch auch für den Menschen als unverzichtbar. Heute ist das längst überholt. Da dachte man auch Menschen die auf Fleisch verzichten bekämen zwangsläufig Mangelerscheinungen. Heute ist längst bewiesen, dass Vegetarierer wesentlich gesünder sind.

    Ich hatte selbst vor vielen Jahren Krebs, den ich zum Glück besiegt habe. Das führe ich nicht zuletzt auf die Umstellung auf vegetarische Kost zurück. Zumal ganz nebenbei auch noch mein angeblich "unheilbares" allergisches Asthma plötzlich verschwand. Für die Ärzte ein Rätsel...

    Es mag vielleicht Zufall sein, dass dies alles nach der Umstellung auf vegetarische Kost passierte. Aber dann scheint es solche "Zufälle" bei sehr vielen Leuten zu geben, wie ich inzwischen weiß. Darum würde ich überlegen es zu tun. Wenn es mir so viel besser damit geht, vielleicht ginge es dem Hund dann dadurch auch besser? Ich weiß es nicht, gäbe was drum es zu wissen.

    Das Fleisch, das heute ins Futter kommt ist eben weit entfernt vom Wild aus unberührter Natur. Es fängt damit an, dass der Mensch die "Nutztiere" (ich hasse dieses Wort) durch Zucht und Manipulation verändert hat, und endet damit, dass er sie mit Antibiotoka, Anabolika etc. vollstopft und Kühen (eigentlich ja REINE Pflanzenfresser) TIERMEHL füttert. Ich denke, dass unter diesen Umständen Fleisch in der Form wie wir es kennen, eigentlich kaum noch mit dem vergleichbar ist, was Wölfe in freier Wildbahn fressen würden.

    Und es ist kein Scherz: Alex frißt gerne zwischendurch mal was vegetarisches - und nicht nur er! Wenn ich im Stall die Pferde gefüttert habe, hatte ich immer sofort die ganze Hundemeute um mich herum. Dann hat jeder von ihnen eine Hand voll Pferdemüsli bekommen, und sie haben es alles verputzt als wär's da Größte. Die Möhrensäcke müssen wir immer unter Verschluss halten, damit die Hunde sich nicht zu viele davon klauen. (Rohes Gemüse in großen Mengen ist ja nicht gut.)

    Und es ist sogar schon vorgekommen, dass er ein hartes Stück Brot seinem Hundefutter vorgezogen hat. Dabei gehört Alex ganz und gar nicht zu den Verfressenen, die alles reinfuttern. Mit Hundefutter ist er sehr mäkelig und er hat auch kein Problem damit eine (Fleisch)Mahlzeit stehen zu lassen, wenn er keinen Hunger (oder keine Lust auf das gerade Angebotene) hat. Er frisst grundsätzlich nur das, worauf er gerade Lust hat. Und das er sich da zwischendurch von selbst auch Vegetarisches aussucht, gibt mir schon zu denken...

    LG Alex' Frauchen

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  6. Hab ich noch nie drüber nachgedacht. Da muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen *grübel*

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  7. Grundsätzlich hast du Recht, mit deinen Ausführungen, was die Qualität von Fleisch angeht. Davon ist aber unser Obst und Gemüse auch betroffen. Vieles ist schon genmanipuliert, vieles sieht beim Wachsen keinen Krümel Erde mehr, nur noch Pflanzsubstrat und die tägliche Dusche mit den ensprechenden "Getränken". Mais, Weizen, Reis sind die Allergieauslöser schlechthin. Von Hundefuttern in denen das drin ist, ist dringendst abzuraten.

    Ganz zu schweigen von dem Zeugs, das unsere Pflanzen schon bei jedem Regenschauer in der freien Natur auf dem freien Feld abbekommen.

    Du kannst dich nicht mehr ernähren, ohne Schadstoffe aufzunehmen. Auch nicht, wenn du dich vegetarisch ernährst.

    Aber man kann sich jeck und bekloppt machen, wenn man zuviel darüber nachdenkt, was nicht mehr zu ändern ist.

    Ich esse das, worauf ich Appetit habe. Wenn Banjo Möhren fressen würde, würde er sie bekommen. Er zieht Trockenfutter vor, also bekommt er Trofu.

    Und so wenig Sinn es macht, Pflanzenfresser mit Tiermehl zu füttern, so wenig Sinn macht es m.E. Fleischfresser vegetarisch zu ernähren.

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  8. Ganz davon abgesehen, dass Emil freiwillig nichts rein vegetarisches frisst - ein Hund ist nun mal ein Carnivor und dementsprechend sollte er auch ernährt werden.

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  9. Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor: Vegetarisch heißt ja nicht, den Hund zum Grasen auf die Wiese zu schicken oder ihm irgendwelches Grünzeug zu füttern. ;o)

    Kohlehydrate in Form von gekochtem Reis, Nudeln, oder Kartoffeln, dazu gekochtes Gemüse und Getreideflocken frißt eigentlich jeder Hund, den ich kenne. (Kommt halt drauf an, wie es zubereitet ist.)

    Und diese Dinge sind ja teilweise auch im herkömmlichen handelsüblichem Hundefutter enthalten. Das bisschen Fleisch, das im handelsüblichen Futter enthalten ist, wird bei vegetarischer Fütterung durch Soja oder Tofuprodukte ersetzt. Und ich kenne so einige Menschen, die absolute Anti-Vegetarier sind, aber schon genüsslich Fleischersatzprodukte gegessen haben, ohne es zu merken. (Man darf es ihnen nur nicht vorher sagen ;o)

    Tierisches Eiweiß gibt es bei der vegetarischen Fütterung dann in Form von Käse, Joghurt oder auch mal einen Ei. Welcher Hund mag das nicht? Reis mit Hüttenkäse ist z.Bsp. ein probates Mittel bei Durchfall - und Alex ist ganz wild drauf.

    Dass in den meisten Erfahrungsberichten steht, die Hunde hätten gar keine Akzeptanzprobleme mit der Umstellung, kann ich mir daher schon vorstellen. Wie gesagt, das kommt wahrscheinlich auf die Zubereitung an.

    Vegan ist wieder etwas anderes - da wird ganz auf tierische Produkte verzichtet. Das würde mir persönlich auch entschieden zu weit gehen.

    Was mich aber auch bedenklich stimmt: Man hört immer häufiger von Hunden, die eine Fleischallergie haben. Wie kann das sein, wenn Fleisch tatsächlich das Nonplusultra ist?

    Bei solchen Hunden wird dann oft auf Pferdefleisch umgestellt. (Das soll dann wohl bei manchen klappen.) Aber da Frage ich mich: Kann es denn gesund sein so einseitig zu füttern? Alex würde definiv nicht lebenslang die gleiche Sorte Fleisch fressen. Er frißt zwar fast alles, besteht aber vehement auf Abwechslung. Zwei Tage hintereinander das Gleiche werden mit Hungerstreik quittiert.

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  10. Also ich habe mir das alles mal in Ruhe durchgelesen. Ich hatte keine Ahnung, dass so was schon als Fertigfutter angeboten wird. Und dann in so vielen Sorten. :-O Und ich muss zugeben, der Border Collie, der mit 27 Jahren als ältester Hund ins Buch der Rekorde kam, hat mich schon sehr beeindruckt! Wenn ein Hund der seit seinem 2. Lebensjahr so gefüttert wird und damit 27 Jahre alt wird, kann es auf jeden Fall nicht so schädlich sein, wie die Vorurteile behaupten. 27 ?! Die meisten Hunde werden grad mal halb so alt! Ich bin erstaunt und jetzt noch verwirrter als vorher...

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  11. BÄH, Hunde sind Fleischfresser und nix anders und das sollte auch so bleiben! Die erwähnten Krankheiten kommen v.a. durch das verfluchte Getreide im Fertigfutter, DAS ist nämlich überhaupt nicht artgerecht. Es gibt einige gute Fertigfuttersorten ohne Getreide, überwiegend mit Fleisch, aber am besten ist noch immer frische Ernährung (BARF). Das billigste Frischfleisch aus dem Discounter ist noch immer um Längen besser als das, was im Fertigfutter landet. Wir lieben unser Frühstückshähnchen und würden nie darauf verzichten.
    Und für Alex empfehlen wir viel frischen Fisch.

    Wuffwuff
    Merlin und Dojan

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  12. Dass Hunde krank werden von Fleisch ist bei der Behandlung der Fleischproduzenten wohl so normal, wie wenn Menschen krank werden von Brot und Gemüse. Allergische Reaktionen, Unverträglichkeitsreaktionen hast du heute auf alles Mögliche. Der eine verträgt es, der andere leider nicht.

    Die Tatsache, dass in den üblichen, in den Medien beworbenen Trockenfuttern kein Fleisch mehr drin ist, heißt nicht, dass einem Hund vegetarische Ernähnung gut tut. Da geht es lediglich darum aus "Schei*** Geld zu machen".

    Die Frage sollte auch nicht lauten "Braucht ein Hund tierische Eiweiße?" sondern "Mit welchem tierischen Eiweiß kann er das meiste anfangen?" Dass das Milcheiweiße sind, wage ich zu bezweifeln. Milcheiweiß als Zugabe - OK. Aber ausschließlich? Dann hast du doch zumindest bei den Eiweißen die Einseitigkeit, die Alex verschmäht.

    Noch ein Faktor: Entscheidet wirklich der Hund selbst, was ihm gut tut, wenn er frisst, was wir ihm hinstellen? Wenn es nach dem geht, was dem Hund schmeckt, könnten wir ihm doch bedenkenlos sämtliche Produkte mir der schönen gelben Verpackung hinstellen. Sag ich jetzt mal ganz krass: Mit den richtigen Geschmacksstoffen drin, frisst ein Hund jeden Dreck, ohne zu fragen, was das ist.

    Also ist es meine Verantwortung, zu entscheiden was er braucht. Und dabei lasse ich mich nicht von Trends leiten. Niemals.

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  13. Also nochmal: Für Alex kommt eine Umstellung sowieso nicht in Frage. Er ist fast 12 - da würde ich ihn weder auf vegetarisch noch auf Barf (er frißt sowieso kein rohes Fleisch, nur abgekochtes) oder sonstwas umstellen! Die Frage war ja eher: "Was wäre wenn?"

    @ Merlin & Dojan: Danke für den Tipp, Fisch steht schon lange auf Alex' Speiseplan. Mag er auch gerne. (Einige von den vegatrischen Fütterern geben übrigens auch zwischendurch Fisch, wie ich las.)

    Aber ein andere Frage: Füttert ihr denn ausschließlich Fleisch??? Gar keine Kohlehydrate & Ballaststoffe?

    @ Banjos Frauchen: Das hat für mich auch nichts mit irgendwelchen Trends zu tun. Ich wollte das Thema nur mal von allen Seiten beleuchten, weil es - wie du schon sagst - jeder von uns für seinen Hund entscheiden muss, aber wer WEISS schon MIT SICHERHEIT, was wirklich das Beste ist? Ich leider nicht.

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  14. Hallo zusammen!

    Zuerst möchte ich mal sagen, ich finde es toll, wie sachlich und ohne Beleidigungen hier über das Thema diskutiert wird. (Trotz unterschiedlicher Meinungen.)

    Meine Freundin hat einen Hund, den sie seit 9 Jahren vegetarisch füttert. Er ist jetzt 14 Jahre alt und topfit. Sie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, vorher lange überlegt, mit dem TA gesprochen. Der Grund für die Umstellung waren verschiedene Allergien die der Hund hatte (Ekzeme usw.) und ständige unerklärliche Magenprobleme. Das ging Jahrelang so, keiner konnte helfen. Dann riet ihr eines Tages ein Tierarzt eine Umstellung auf vegetarisch zu versuchen. Sie war zuerst auch skeptisch, aber alle anderen Möglichkeiten dem ständig kranken Hund zu helfen waren bereits ausgeschöpft und viel schlimmer konnte es auch nicht mehr werden.

    Sie hat ihn also umgestellt. Erst hat sie ihm selbst was gekocht, später gab es auch vegetarisches Fertigfutter. Die Probleme des Hundes besserten sich sehr schnell, zur Sicherheit ließ sie ihn aber regelmäßig untersuchen. Sämtliche Blut- und andere Werte lagen immer im Idealbereich. Wäre das nicht so gewesen, hätte sie das Experiment auch sofort abgebrochen, denn der Hund ist ihr ein und alles.

    Trotzdem wird sie von anderen Hundehaltern oft heftig angegriffen und als Tierquälerin tituliert, wenn sie sagt der Hund wird vegetarisch ernährt. Das wäre nicht artgerecht, wirft man ihr vor. Aber was ist artgerecht? In der geheizten Wohnung auf dem Sofa liegen? Hundeshampoo & Hundefriseur? Dosenfutter mit Konservierungsstoffen, Tiermehl, künstlichen Geschmackstoffen, Lockmitteln, tierischen Nebenerzeugnissen (steht auf jeder Dose aber keiner weiß was es ist) und sonstigem Müll?

    Was ist artgerecht? Flyball? Dogdance? Agility? Hat schon mal jemand einen Wolf gesehen, der im Wald Slalom um die Bäume rennt? Artgerecht im eigentlichen Sinne ist das sicher nicht, aber ohne Zweifel ist es sinnvoll um unterbeschäftigte Hunde zu fordern und macht den Hunden Spaß! Was spricht also dagegen, auch wenn es nicht artgerecht ist? Wirklich artgerecht kann eben kein Tier in Gefangenschaft leben, darum ist es Aufgabe der Tierhalter Ausgleiche zu schaffen.

    Ich habe erst als ich sie kennen lernte von vegetarischer Hundeernährung erfahren. Ich selbst fütterte immer herkömmliches Dosen- und Trockenfutter. Zu dem Zeitpunkt, wo ich von der Möglichkeit vegetarische Fütterung erfuhr, war mein Bolko 6 Jahre und schwer krank, somit stand eine Umstellung gar nicht zur Debatte. Kurz darauf ist Bolko dann auch leider verstorben. (Krebs)

    Wenn ich noch mal einen Hund bekomme, werde ich ihn wahrscheinlich auch vegetarisch füttern. Obwohl ich jetzt schon weiß, ich werde viele Beleidigungen und wüste Beschimpfungen dafür ertragen müssen. Ich finde es unmöglich, wenn solche allwissenden Experten auf einen losgehen. Skepsis, Kritik, Bedenken, alles okay. Aber einen als Tierquäler abzustempeln, nur weil er seinen Hund nach reiflicher Überlegung anders füttert als man es selbst tut, finde ich völlig daneben.

    An Tierquälerei denke ich, wenn Leute ihre Hunde mit Schokolade, Pralinchen, Chips oder Sahnetorte voll stopfen, oder sie so fett füttern, dass sie sich kaum noch bewegen können. Oder wenn Leute 3 x täglich 10 Minuten mit dem Hund um den Block hetzen und das war es. Wenn aber jemand wie meine Freundin einen 14 jährigen Hund hat, der den TA seit 9 Jahren wirklich nur von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und Impfungen kennt, ziehe ich davor meinen Hut! Ich wünschte, ich hätte meinen "artgerecht“ (?) gefütterten Bolko so lange haben und fit halten können...

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  15. Hallo Karina,

    erstmal herzlich willkommen hier und vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Das mit deinem Hund tut mir sehr, sehr leid...

    Grundsätzlich gilt hier: Verschiedene Ansichten und Meinungen sind völlig in Ordnung, ebenso wie konstruktive Kritik & Bedenken. (Disussionen in denen alle einer Meinung sind, wären ja auch langweilig.)

    Kommentare die unsachlich oder gar beleidigend sind, würde ich - egal zu welchem Thema, und egal gegen wen sich die Beleidigungen richten - kurzerhand löschen. ;o)

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  16. Ob vegetarisches Futter für Hunde nun empfehlenswert ist oder nicht, darüber kann man tagelang philpsophieren und spekulieren.

    Was mich nur immer wundert ist der Fakt, dass die Leute, die am lautesten Dinge schreien wie: "ungesund! Mangelerscheinungen! Tierquälerei!" meistens die sind, die entweder Billigfutter von Lidl, Schlecker und Co füttern oder den Hund mit Billigfleisch vom Discounter vergiften.

    Ob vergetarisches Hundefutter ideal ist weiß ich nicht, aber gesünder als der Billigdreck, den viele Leute bedenkenlos verfüttern ist ein gutes vegetarisches Futter mit Sicherheit!

    Und ganz davon abgesehen, in den Billigfuttern ist meist sowieso nur 3-4 % Schlachtabfall drin, der Rest sind pflanzliche Nebenerzeugnisse. Ohne es zu wissen füttern die Leute die so laut schreien also schon fast vegetarisch, nur eben mit minderwertigen Bestandteilen.

    DANN doch eher ganz vegetarisch mit frischen und guten Zutaten, statt minderwertige pflanzliche Nebenerzeugnisse! Ich kann mir nicht vorstellen das Sägemehl, gehärtete Fette und anderer Dreck der im Billigfutter steckt gesünder sein soll und wundere mich immer wieder, ob andere Leute das ernsthaft glauben können?!

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