Donnerstag, 20. September 2007

Arthrose beim Hund / Goldimplantate

Da ich selbst schon seit Jahren mit dieser Krankheit lebe, und wir sie sehr gut in den Griff bekommen haben, möchte ich euch hier mal erzählen was ich über die Krankheit weiß, welche Erfahrungen wir damit gemacht haben usw.

Als Arthrose bezeichnet man eine degenerative Gelenkerkrankung. Sie kann alle Gliedmaßen befallen und tritt oft an mehreren Gelenken gleichzeitig auf.

Ursachen:

Die Krankheit besteht in einem Verschleiß des Gelenkknorpels, wobei sich an den Gelenkrändern Knochenwucherungen bilden. Man unterscheidet grob 2 Arten von Arthrose: Die Arthrose ersten Grades, als Folge des Alterungsprozesses bei dem sich das Gelenk hat sich im Lauf des Lebens abgenutzt hat. Die Arthrose zweiten Grades entsteht dagegen oft durch Verletzungen oder als Folge entzündlicher Gelenkkrankheiten.

Erste Anzeichen:

Lahmheit (humpeln) ist eines der Anzeichen, aber auch schon bevor der Hund eine eindeutige Lahmheit zeigt, kann man unter Umständen erste Anzeichen Erkennen: Der Hund reagiert mit Wetterfühligkeit. Nach längerem liegen, besonders in kalter Umgebung, wirkt der Hund etwas steif, wenn er sich erhebt. Nach dem Aufstehen lahmt er oft einige Schritte, das Hinken läßt nach, sobald sich die Gelenke erwärmt haben. Meist zeigen sich die Anzeichen bei nasskaltem Wetter deutlicher, bei schönem Wetter dagegen, kann der Hund zeitweise fast Beschwerdenfrei sein. Ob der Hund starke Schmerzen hat, hängt davon ab, wie weit die Arthrose bereits fortgeschritten ist.

Ein weiteres erstes Anzeichen ist oftmals, dass dem Hund plötzlich Mühe bereitet ins Auto zu springen. Auch wenn er es noch schafft, erkennt man häufig, dass er dafür alle Kraft sammeln muss.

Im Anfangsstadium bleibt die Arthroseerkrankung oft zunächst von den Besitzern unbemerkt, weil der Hund keine eindeutige Lahmheit zeigt. Besonders bei Hunden, die nicht sehr wehleidig sind, müssen die Besitzer ganz genau hinsehen. Auch wenn der Hund noch keine Lahmheit zeigt, nimmt er oft beim Laufen eine Schonhaltung ein. Diese ist für den Besitzer oft schwer zu erkennen, weil es sich bei der altersbedingten Arthrose um einen schleichenden Prozess handelt. Durch die Schonhaltung, die der Hund beim Laufen einnimmt, beginnt jedoch oft ein Teufelskreis: Zwar verringert sich dadurch für den Moment der Schmerz, doch wird dadurch Muskulatur abgebaut. Gerade die Muskulatur ist jedoch wichtig, weil sie die kranken Gelenke stützt.

Behandlung:

Bei den ersten Anzeichen für eine mögliche Arthroseerkrankung, sollte auf jeden Fall ein erfahrener Tierarzt zu Rate gezogen werden. Röntgönologische Untersuchungen sind unverzichtbar, um das genaue Ausmaß der Krankheit festzustellen.

Ob eine Operation oder eine medikamentöse Behandlung, Akkupunktur oder Physiotherapie helfen kann, muss dann im Einzelfall entschieden werden.

Goldimplantate:

Eine weitere Möglichkeit dem Hund die Schmerzen zu nehmen, und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen ist das Einsetzen von Goldimplantaten. Dabei werden dem Hund winzige Goldplättchen mittels einer Kanüle in die Gelenke injeziert. Die Goldimplantate wirken auf die Meridiane (Nervenbahnen) und wirken - vereinfacht gesagt - wie eine permanente Goldakkupunktur. Das Einsetzen der feinen Goldfäden bewirkt eine schmerzlindernde Dauerakupunktur. Darüber hinaus wird dem Gold mit seinen physikalischen Eigenschaften die Fähigkeit zugeschrieben, entzündliche Prozesse aufzuhalten, bzw. im besten Fall ganz zu verhindern. So sollen weitere Folgeschäden vermindert werden.

Für den Eingriff reicht eine leichte Vollnarkose, und der Hund ist in der Regel gleich danach wieder Fit. Ausschlaggebend für den Erfolg der Behandlung ist die Erfahrung des Tierarztes auf diesem Gebiet - denn nur, wenn die Goldimplantate exakt an den richtigen Stellen positioniert sind, stellt sich die gewünschte Wirkung ein.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Goldimplantaten:

Ich lebe nun schon seit über einem Jahr mit Goldimplantaten und bin seitdem völlig Beschwerdenfrei. Meine Zweibeiner wurden schon vorher sehr gut vom Tierarzt beraten, sodass sie sich bereits im Vorfeld überlegen konnten, ob es in Betracht kommt, wenn sich bei der Röntgönologischen Untersuchen eine Notwendigkeit herausstellen sollte. Auf diese Weise wurde mir eine zweite Vollnarkose erspart. Da ich wirklich von Kopf bis Fuß durchgenöngt worden war, musste ich ohnehin in Narkose gelegt werden, und der Eingriff wurde dann gleich nach einer kurzen Besprechung der Röntgenbilder gemacht. Abends konnte ich schon wieder spazieren gehen, und bereits nach 2 Tagen stellten meine Zweibeier fest, dass ich wieder besser lief.

Zwar sah ich nach den Eingriff aus wie ein Flickenteppich, aber das musste sein, weil für die Injektionen in die Gelenke absolute Sterilität erforderlich ist. Aber was soll's, das Fell war schnell nachgewachsen, und wie gut es mir geht, seht ihr ja hier in dem Video von meinem Urlaub in diesem Jahr. Ich komme ohne Medikamente aus, bekomme lediglich ein Pülverchen ins Futter, um meine Gelenke fit zu halten.


Risikopatienten:

Besonders gefährdet sind übergewichtige Hunde. (Dazu gehöre ich glücklicherweise nicht, auch wenn ich mit meinem dicken Pelz manchmal so aussehe.) Hier nutzt sich der Knorpel schneller ab, weil das Gelenk ständig überflüssige Pfunde herumschleppen muß. Ein übergewichtiger Hund muß in jedem Fall auf Diät gesetzt werden und sollte außerdem ein Fitnessprogramm absolvieren. Aber Vorsicht: Übertreiben Sie es nicht gleich mit dem Sport, denn anfangs bereitet Ihrem Hund jede Bewegung Schmerzen. Bedenken Sie, dass seine Gelenkstruktur durch die Krankheit geschädigt ist, und steigern Sie die Übungen nur ganz langsam.

Physiotherapie, Massagen & Bewegungsübungen

Hilfreich können außerdem Physiotherapie, Massagen und Bewegungsübungen sein, mit den wieder schonend Muskulatur aufgebaut wird. Die Tierklinik, in der ich behandelt wurde, verfügt über eine angeschlossene Physiotherapiepraxis, sodass alle Möglichkeiten sinnvoll miteinander kombiniert werden konnten. (Abgesehen davon, hat die nette Physiotherapeutin eine supersüße Hündin - da habe ich mich auf die Thearpie immer besonders gefreut ;o)

Außerdem zu Beachten:

Arthrosepatienten sollten möglichst wenig der Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt werden, besonders sollten sie nicht in feuchter Kälte liegen. Ruhige, gleichmäßige Bewegung ist wichtig, wildes herumtoben sollte nach Möglichkeit vermieden werden. (Ist allerdings nicht immer ganz einfach, wie meine Zweibeiner feststellen mussten ;o)

Ein interessanter Link zu diesem Thema ist auch die Seite vet-doktor, auf der neben weiteren Infos zur Arthrose auch vergleichende Röntgenbilder zu finden sind, die veranschaulichen, wie ein Arthrose auf dem Röntgenbild aussehen kann.

Bis bald, euer Alex (Alexander Bömbelmann ;o)

Viele weitere Informationen zum Thema Arthrose bei Hunden fassen wir in der Rubrik "Arthrose beim Hund" (auch in der Sidebar unter "Rubriken" zu finden) zusammen. Wir tragen hier sämtliche Informationen zusammen, die wir zu diesem Theama finden können. (Behandlungsmöglichkeiten, Therapieformen, eigene Erfahrungen, neue Erkenntnisse zur Arthrose bei Hunden, Ernährung von Hunden mit Arthrose, usw.) Die Rubrik wird - wie alle anderen auch - ständig erweitert, ausgebaut und aktualisiert. Schaut also öfter mal vorbei! ;o)



Kommentare:

  1. Kompliment und vielen Dank für diesen tollen Bericht!

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  2. Da schließe ich mich an. Danke für den informativen Artikel Herr Doktor Bömbelmann! ;-)))

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  3. Klasse Bericht über diese Volkskrankheit unter den Hunden von heute. Zugluft ist auch unbedingt zu vermeiden, das habt ihr noch vergessen.

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  4. Sandra & Rudel15. November 2007 um 19:08

    Hallo Alex,

    da muß ich mich mit Deinem Frauchen mal eingehend drüber unterhalten, denn unser Pflegling Heavy leidet an schwerer Arthrose und HD hinten links. Wir tendieren stark zur Gold-Akupunktur, wobei Heavy eigentlich ein neues Hüftgelenk bekommen sollte.

    Also bis bald,
    Sandra & Rudel

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  5. Verrät dein Frauchen meinem Frauchen wo Du implantiert wurdest?
    Wuff
    Emil

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  6. Hi Emil,

    ja macht sie. ;o) www.tierklinik-neandertal.de Bei Dr. Hess

    Freuchen fühlt sich da immer sehr gut beraten und zu mir sind die da auch immer alle sehr nett. Und wie gesagt, die haben mir sehr geholfen.

    LG Alex

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