Dienstag, 21. August 2007

Hundefreundlichkeit kann lebensrettend sein!

..Die Geschichte liegt schon etwas länger zurück, aber da sie jetzt nochmal in der Zeitung erschienen ist, wurde sie damit irgendwie wieder aktuell. Na ja, für mich war diese Sache eigentlich ganz normal, aber diese Zweibeiner machen ja immer gleich eine Heldentat aus einer einfachen Lebensrettung... Ich rede nicht gerne über meine Heldentaten, darum lasse ich Frauchen an dieser Stelle jetzt mal die ganze (wahre) Geschichte erzählen:
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Zeitungsausschnitt Rheinische Post

Hundefreundlichkeit kann lebensrettend sein!

Vor einigen Jahren begab ich mich auf Wohnungssuche - kein leichtes Unterfangen, wenn man einen Hund zur Familie zählt. Viele Vermieter lehnen Hunde offenbar kategorisch ab. “Da können Sie aber lange suchen!”, war noch eine der freundlicheren Aussagen, die ich zur Antwort bekam, wenn ich auf eine Wohnungsannonce anrief und höflich fragte: “Ich habe einen Hund, wäre das ein Problem?” So frustrierend die Wohnungssuche auch war - ich hätte niemals einen Gedanken daran verschwendet, mich von Alex zu trennen.

Und eines Tages hatten wir dann auch Glück: “Einen Hund?”, die Vermieterin am anderen Ende der Leitung zögerte kurz. “Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht”, gab sie zu. “Wir hatten hier auch noch nie einen Hund im Haus”, zögerte sie weiter. Innerlich hatte ich schon mit dem Gedanken an diese Wohnung abgeschlossen, als die Vermieterin dann plötzlich kurz entschlossen vorschlug: “Ach, bringen sie den Hund und doch einfach mal zur Wohnungsbesichtigung mit, dann schauen wir mal, ob wir uns verstehen.” Das war unsere Chance!

Schon als wir in den kleinen Anliegerweg einbogen und das gepflegte, kleine Häuschen am Waldrand erblickten, war mir klar: Hier wollte ich leben! Mit einem kurzen Blickwechsel schien mir Alex zu signalisieren: “Keine Sorge Frauchen, ich mach’ das schon.” Die Wohnung schien wie für uns gemacht, und Alex’ Charme tat sein Übriges - so bekamen wir eine spontane Zusage von der netten Vermieterin, die selbst in der Wohnung unter uns wohnte. Nicht zuletzt über den legendären Charme unseres pfiffigen Wolfsspitzmischlings entwickelte sich schnell ein freundschaftliches Nachbarschaftsverhältnis und wir verlebten einige wunderschöne Jahre in unserer Traumwohnung.

Eines Nachts riss mich plötzlich ein aufgeregtes Winseln und Jaulen aus dem Tiefschlaf. Ungeduldig und sehr nachdrücklich zupfte mein sonst so ruhiger und ausgeglichener Hund an meiner Bettdecke. Da er mich sonst nie weckte, und jetzt völlig außer sich vor Aufregung war, wusste ich sofort: Irgendetwas musste passiert sein!

Alex rannte die Treppe hinunter, und scharrte aufgeregt winselnd an der Wohnungstür unserer Vermieterin. Ich klopfte und rief nach ihr, doch in der Wohnung blieb alles ruhig. Wäre Alex nicht regelrecht in Panik gewesen, hätte ich der Privatsphäre unserer Vermieterin oberste Priorität eingeräumt und mich wieder hingelegt. So panisch hatte ich meinen Hund jedoch noch nie erlebt. Als ich nach mehrmaligem Rufen, Klopfen und Klingeln immer noch keine Antwort bekam, holte ich den Schlüssel, den ich für Notfälle bekommen hatte.

Alex ließ mir kaum Zeit die Tür zu öffnen. Er schoss in die Wohnung und bog zielstrebig um die Ecke, wo meine Vermieterin hilflos auf dem Boden lag. In Folge eines allergischen Schocks war sie zusammen gebrochen, bekam kaum noch Luft und war nicht mehr in der Lage um Hilfe zu rufen. Der eilig herbei gerufene Notarzt konnte sie retten, bestätigte aber, dass die Rettung in letzter Minute erfolgt war. Ohne Alex hätte niemand ihre lebensgefährliche Lage bemerkt, und sie hätte diese Nacht wohl nicht überlebt.

Als sie ins Krankenhaus gebracht wurde, legte sich Alex’ Panik. Seine Unruhe legte sich jedoch erst wieder, als sie wohlbehalten (und mit vielen Hundekuchen im Gepäck) aus dem Krankenhaus zurückkam. Obwohl wir inzwischen leider aus beruflichen Gründen noch einmal umziehen mussten, pflegen wir noch immer ein gutes Verhältnis zu unserer ehemaligen Vermieterin & Nachbarin. Ihre Tierfreundlichkeit war von Alex nicht nur täglich durch freudige Begrüßungen, sondern letztlich auch noch mit einer Lebensrettung belohnt worden.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Gerettete bei der Wahl des Nachmieters einer Familie mit Hund den Vorzug gab. Denn einen Hund im Haus wollte sie nun nicht mehr missen…

Wer könnte diesem Charme schon widerstehen?


Kommentare:

  1. Das war ja eine doppelte Heldentat:

    1.) Leben gerettet

    2.) Dafür gesorgt, daß ein Vermieter zur Abwechlung mal eine Familie MIT HUND bevorzugt.

    Glückwunsch zu dieser Glanzleistung Alex!

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  2. Super Geschichte, super Held!

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