Montag, 20. August 2007

Bömbelmann, der Kinderflüsterer ;o)


Alex, der Kinderflüsterer


Wie ein pfiffiger Mischlingshund Angst therapiert

Schon mehrmals ist es mir gelungen, Menschen ihre Angst vor Hunden zu nehmen, und bei Kindern geniesse ich diese Aufgabe ganz besonders. Es bedurfte bei mir keiner speziellen Ausbildung dafür, es liegt einfach in meinem Naturell freundlich und behutsam auf Kinder zuzugehen. So käme es mir zum Beispiel nie in den Sinn sie anzuspringen, umzulaufen oder ihnen durchs Gesicht zu lecken. Das braucht mir niemand zu sagen, es versteht sich für mich von selbst, dass sich so etwas nicht gehört.

Ganz besonders ist mir der kleine Marius ans Herz gewachsen. Marius ist ein süßer Fratz im Alter von vier Jahren, mit blonden Locken und großen, blauen Kulleraugen. Auf den ersten Blick das Gesicht eines kleinen Engelchens, doch bei näherem hinsehen erkennt man auch den liebenswerten Schalk im Blick des lebhaften Jungen. Kurz gesagt, ein Kind, dessen natürlichem Charme keiner widerstehen kann, und ich schon gar nicht.

Aber: Der Knirps hat eine angeborene Angst vor Hunden. Keiner weiß warum, denn er hat nie eine schlechte Erfahrung mit Hunden gemacht. Weder seine Eltern, noch sein größerer (und ebenso niedlicher) Bruder Donimik haben Angst vor Hunden. Dennoch reagiert Marius panisch, sobald er einen Hund, (und sei dieser auch noch so klein), sieht. Einzige Ausnahme: Der Bömbelmann!:o)

So, wie sich keiner erklären kann, woher er diese Angst vor Hunden hat, so kann sich auch keiner der Zweibeiner erklären, warum er vor mir von Anfang an überhaupt keine Angst hatte. Obwohl er kaum größer war als ich, als wir uns vor etwa einem Jahr kennenlernten, war er von Beginn an total verrückt nach mir und zeigte nicht die geringste Scheu.

Dennoch blieb seine unerklärliche Angst gegenüber allen anderen Hunden. Wir treffen den kleinen Marius immer in dem Reitstall zu dem wir regelmäßig fahren, und dort gibt es eben auch noch viele weitere Hunde. Sobald Marius unser Auto sieht, kommt er freudestrahlend angerannt und ruft: "Der Alex! Da kommt der Alex!" (Frauchen wird da zur Nebensache, aber das nimmt sie ihm nicht übel.;o) Dann fällt er mir erstmal um den Hals und knuddelt mich herzlich. Kommt aber einer der anderen Hunde in seine Nähe, beginnt er sofort zu weinen, und besteht vehement darauf, sofort auf Mamas schützenden Arm genommen zu werden. Und das, obwohl auch die anderen Hunde dort alle sehr kinderlieb sind.

Nun, Hund und Frauchen seien sich immer ähnlich, sagt man. Zwar kann ich optisch keine gravierenden Ähnlichkeiten zwischen uns feststellen, doch wenn es darum geht in die Trickkiste zu greifen, ist mein Frauchen, ebenso wie ich, ziemlich gewitzt. Und so nutzt sie eine kleine List, um dieses Problem zu lösen:

Kaum kräuselt sich das kleine Kindergesicht zu der unverkennbaren, weinerlichen Mama-Arm-Gesicht zusammen, sobald einer der anderen Hunde auf Marius zukommt sagt mein Frauchen: "Der tut dir nichts, das ist ein Freund vom Alex!"
Und dann geschieht ein kleines Wunder: Blitzartig entkräuseln sich die Gesichtsmuskeln des Kleinen, denn jetzt wird alle Energie für das nachdenkliche Runzeln der Stirn benötigt. Man kann förmlich sehen, wie es sofort in dem kleinen Lockenköpfchen zu rattern beginnt: 'Ein Freund von Alex? Von meinem heißgeliebten, lieben, knuddeligen Alex???'

Ein kurzer Blickwechsel mit Frauchen genügt, und mir wird sofort klar: Jetzt bin ich gefordert diese Aussage zu untermauern, indem ich unmittelbar den Beweis antrete! Also spiele ich ausgelassen mit den anderen Hunden, und beobachte dabei aus dem Augenwinkel, wie sich das Geschicht meines kleinen Freundes langsam entspannt.
'Hm... Na ja... wenn er wirklich ein Freund von Alex ist, dann kann es ja gar nicht so übel sein', scheint der Zwerg zu denken. Und schon hat er wieder sein gewohntes, schelmisches Lachen im Gesicht!

Zwar hat er zu keinem der anderen Hunde solch ein inniges Verhältnis wie zu mir, aber er hat auch keine Angst mehr, wenn Frauchen ihm sagt es seien meine Freunde. Dieser Trick funktioniert tatsächlich immer wieder, und mit einigen Hunden beginnt er inzwischen sogar zaghafte Freundschaften zu knüpfen...

Der Artikel ist vor einiger Zeit in der Tageszeitung "Rheinische Post" erschienen. Es hat uns damals sehr gefreut, dass eine Zeitung auch einfach mal eine positive Geschichte über einen Hund veröffentlicht. Seriöse Zeitungen kommen offensichtlich eben auch ohne reißerische Schlagzeilen und Horrorgeschichten aus. ;o)

Liebe Grüße & bis bald, euer Alex! (Alexander Bömbelmann)

Siehe auch: Hunde & Kinder - so werden sie zum Dreamteam

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